Senolytika: Lassen sich Zombiezellen beseitigen und das Altern verlangsamen?

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Altern und Zombiezellen: eine neue Bedrohung?
Für viele von uns geht ein langes Leben mit Gesundheitsproblemen wie Osteoporose, Diabetes und Alzheimer einher. Zu den weniger bekannten Bedrohungen zählen möglicherweise die als „Zombiezellen“ bezeichneten seneszenten Zellen.
Seneszente Zellen sind geschädigte Zellen, die sich nicht mehr selbst reparieren können. Mit zunehmendem Alter sammeln sie sich im Körper an, setzen entzündungsfördernde Moleküle frei und können durch Behinderung der Gewebeerneuerung altersbedingte Erkrankungen beschleunigen.
Indem sie die Gewebeerneuerung behindern und Fibrose, Degeneration sowie Entzündung verursachen, sind sie zu einer wesentlichen Ursache altersbedingter Krankheiten geworden. Gleichzeitig besitzen sie aber großes Potenzial als therapeutisches Ziel.
Senolytika: Können sie Zombiezellen entfernen?
Senolytika sind noch experimentelle Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, die seneszente Zellen beseitigen oder deren schädliche Wirkungen verringern sollen.
Eines der vielversprechendsten Einsatzgebiete ist die Krebsbehandlung. Bei einigen Chemotherapeutika wurden von Natur aus senolytische Wirkungen entdeckt. Fachleute betonen jedoch, dass diese Technologie nicht das menschliche Leben auf 120 Jahre verlängern, sondern mehr gesunde und aktive Lebensjahre ermöglichen soll.
Stand der Senolytika-Forschung
Seit der Entdeckung der ersten Senolytika im Jahr 2015 fanden die meisten vielversprechenden Untersuchungen an Tieren statt. Einige frühe senolytische Wirkstoffe wie Navitoclax (ABT-263) und ABT-737 scheiterten wegen ihrer Nebenwirkungen beim Menschen. Bisher erwiesen sich vorhandene Chemotherapeutika als die wirksamsten Senolytika.
Derzeit laufen für unterschiedliche Erkrankungen wie Arthrose, Alzheimer, Parkinson, COVID-19 und Organtransplantationen mehr als 20 klinische Studien.
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Die Kombination D+Q: Die Kombination aus Dasatinib, einem FDA-zugelassenen Chemotherapeutikum, und Quercetin, einem natürlichen Flavonoid, führte zu Verbesserungen der Knochendichte und körperlichen Funktion.
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Foselutoklaks: Dieses Senolytikum zeigte erfolgreiche Ergebnisse mit verbessertem Sehvermögen bei diabetischem Makulaödem.
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Fisetin: Fisetin ist ein natürliches Flavonoid aus Obst und Gemüse und wird in klinischen Phase-2-Studien untersucht, weil es bei schweren COVID-19-Verläufen senolytisch wirken könnte.
Unterschiede seneszenter Zellen und Therapiehürden
Seneszente Zellen sind sehr heterogen; die Wissenschaft versucht, sie umfassend zu kartieren. Das SenNet-Konsortium führt ein großes Forschungsprojekt zur räumlichen Kartierung seneszenter Zellen durch.
Außerdem sind nicht alle seneszenten Zellen schädlich. Einige erfüllen nützliche Funktionen wie Tumorunterdrückung, Wundheilung und Gewebereparatur. Deshalb ist die Entwicklung zielgerichteter Behandlungen besonders wichtig.
Die Zukunft der Senolytika: Kombinationstherapien
Es wird angenommen, dass unterschiedliche Senolytika verschiedene Typen seneszenter Zellen angreifen können. Deshalb könnten „senolytische Cocktails“ entstehen, etwa speziell für Alzheimer oder Osteoporose.
Natürliche Senolytika: Bewegung und Lebensstil
Bewegung kann die Entstehung seneszenter Zellen verhindern und dem Immunsystem helfen, sie zu entfernen.
Schließlich werden voraussichtlich mindestens weitere 10 Jahre Forschung benötigt, bevor Senolytika breit klinisch eingesetzt werden können. Die Entwicklungen geben dennoch große Hoffnung auf ein längeres, gesünderes Leben.
Quellen
2. Caleb E Finch, Senolytics and cell senescence: historical and evolutionary perspectives, Evolution, Medicine, and Public Health, Volume 12, Issue 1, 2024, Pages 82–85, https://doi.org/10.1093/emph/eoae007
3. Fielding RA, Atkinson EJ, Aversa Z, White TA, Heeren AA, Mielke MM, Cummings SR, Pahor M, Leeuwenburgh C, LeBrasseur NK. Biomarkers of Cellular Senescence Predict the Onset of Mobility Disability and Are Reduced by Physical Activity in Older Adults. J Gerontol A Biol Sci Med Sci. 2024 Mar 1;79(3):glad257. doi: 10.1093/gerona/glad257. PMID: 37948612; PMCID: PMC10851672.
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