Strahlentherapie bei Leberkrebs erfolgreicher als TACE

In diesem Artikel
Welche Behandlung ist bei frühem Leberkrebs am besten?
Das hepatozelluläre Karzinom (HCC: hepatocellular carcinoma) ist die weltweit häufigste Form von Leberkrebs. Besonders im frühen und intermediären Stadium ist die Wahl der besten Behandlung entscheidend. Die transarterielle Chemoembolisation (TACE) wird seit Langem als Standardverfahren eingesetzt. Eine neue Metaanalyse zeigte jedoch, dass externe Strahlentherapie (klassische Bestrahlung von außen) bei der lokalen Kontrolle und beim progressionsfreien Überleben der TACE überlegen ist.
Die TACE ist ein minimalinvasives Verfahren zur Leberkrebsbehandlung. Über eine leberversorgende Arterie werden Chemotherapeutika direkt zum Tumorgewebe gebracht. Anschließend wird die Arterie verschlossen, um die Blutversorgung des Tumors zu unterbrechen und die Medikamente unmittelbar am Tumor wirken zu lassen.
Die wichtige Studie wurde am 30. Januar 2025 in Cancer online veröffentlicht und unter Leitung von Ryan A. Kuehnle vom University of Texas Health Science Center durchgeführt. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass Strahlentherapie bei HCC eine wirksame Erstlinien behandlung sein könnte.
Einzelheiten der Metaanalyse
Während die TACE als Standard beim intermediären HCC gilt, gewinnt die Strahlentherapie als nichtinvasive Alternative an Bedeutung. Die Forschenden analysierten randomisierte kontrollierte Studien zur klinischen Wirksamkeit beider Verfahren bei frühem und intermediärem HCC.
- Insgesamt wurden drei Studien eingeschlossen, davon eine multizentrische und zwei monozentrische.
- Die Studien umfassten 142 Personen, die zunächst weder für eine operative Resektion noch für eine Lebertransplantation geeignet waren und eine definitive Behandlung oder eine Verkleinerung des Tumors vor einer Transplantation benötigten.
- Die wichtigsten untersuchten Endpunkte waren:
- Lokale Tumorkontrolle
- Gesamtüberleben
- Progressionsfreies Überleben
- Häufigkeit schwerer Nebenwirkungen (Grad ≥ 3)
Ergebnisse

Die Vorteile der Strahlentherapie gegenüber TACE lassen sich so zusammenfassen:
- Bei der lokalen Kontrolle war die Strahlentherapie deutlich erfolgreicher. Nach 1 Jahr betrugen die Raten 85% für Strahlentherapie und 35% für TACE, nach 2 Jahren 83% beziehungsweise 20% und nach 3 Jahren 62% beziehungsweise 11%. (HR: 0,16)
- Beim progressionsfreien Überleben war die Strahlentherapie ebenfalls überlegen. Die Raten nach 1 Jahr betrugen 56% gegenüber 32%, nach 2 Jahren 40% gegenüber 32% und nach 3 Jahren 37% gegenüber 7%. (HR: 0,37)
- Beim Gesamtüberleben waren die Ergebnisse der Strahlentherapie besser, der Unterschied war jedoch nicht statistisch signifikant. Nach 1 Jahr überlebten 83% unter Strahlentherapie und 79% unter TACE, nach 3 Jahren 44% beziehungsweise 35%. (RR: 0,79; 95% CI, 0,51-1,22)
- Bei den Nebenwirkungen gab es keinen signifikanten Unterschied hinsichtlich einer Toxizität vom Grad ≥ 3 (RR: 0,86; 95% CI, 0,31-2,37). Unter Strahlentherapie wurden jedoch insgesamt weniger Nebenwirkungsfälle beobachtet (13) als unter TACE (21). Am häufigsten waren gastrointestinale und hepatobiliäre Probleme, die in der TACE-Gruppe häufiger auftraten.
Bedeutung für die klinische Praxis
Gegenüber TACE ermöglicht Strahlentherapie eine bessere lokale Kontrolle und ein längeres progressionsfreies Überleben bei ähnlichem Gesamtüberleben. Deshalb sollte sie als alleinige lokale Erstlinienbehandlung von Leberkrebs erwogen werden.
Einschränkungen
Die Metaanalyse hat einige Einschränkungen:
- Da nur veröffentlichte Studien eingeschlossen wurden, ist ein Publikationsbias möglich.
- Es konnten nur drei Studien mit relativ wenigen Teilnehmenden berücksichtigt werden.
- Schwierigkeiten bei der Rekrutierung könnten das Risiko einer Selektionsverzerrung erhöht haben.
Fazit und Einordnung
Die Metaanalyse zeigt bei HCC eine bessere lokale Kontrolle und ein besseres progressionsfreies Überleben unter Strahlentherapie als unter TACE. Deshalb sollte Strahlentherapie bei nicht operablen Erkrankten als starke Alternative in der Erstlinie erwogen werden. Die Ergebnisse müssen jedoch in großen randomisierten kontrollierten Studien bestätigt werden.
Quellen
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