Telemedizin auf dem Weg zu einer echten Alternative zur persönlichen Untersuchung

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Telemedizin rückte mit der Pandemie schlagartig ins Zentrum
Vor der COVID-19-Pandemie steckte die Telemedizin, also die Gesundheitsversorgung aus der Ferne, trotz ihrer langjährigen technischen Möglichkeiten noch in den Kinderschuhen. Sie hatte nur ein begrenztes Einsatzgebiet und war weitgehend Menschen in abgelegenen Regionen vorbehalten. Mit Beginn der Pandemie änderte sich dies über Nacht. Für die medizinische Nachsorge vieler Krebspatientinnen und -patienten wechselten Krankenhäuser und Arztpraxen zu einem hybriden Modell.
Während der Pandemie entstand eine große Datenmenge zu Nutzen und Herausforderungen der Telemedizin. Damit bietet sich nun eine ausgezeichnete Gelegenheit zu beurteilen, ob, wann und wie Telemedizin und digitale Medizin tatsächlich eine sichere und wirksame Alternative zur persönlichen Gesundheitsversorgung sein können.
Auch in der Türkei wurden rasch Vorschriften geschaffen, um der Telemedizin eine rechtliche Grundlage zu geben. Am 10. Februar 2022 erschien die „Verordnung über Gesundheitsleistungen aus der Ferne“. Bis zu dieser Verordnung durften Ärztinnen und Ärzte ohne persönliche Untersuchung weder medizinische Entscheidungen treffen noch aus der Ferne Rezepte ausstellen. Inzwischen wird es immer üblicher, durch eine Online-Untersuchung eine zweite fachärztliche Meinung einzuholen.
Vorteile der Telemedizin
Online-Sprechstunden und digitale Gesundheitstechnologien bieten große Vorteile für Betroffene und ihre Familien. Nehmen beispielsweise geografisch weit verstreute Angehörige an einer Online-Sprechstunde teil, wird der Informationsaustausch wesentlich einfacher.
Der Übergang zur digitalen Medizin stärkte Patienten durch einen einfachen Zugang zu ihren elektronischen Gesundheitsakten. Patientenportale wie E-nabız gibt es zwar schon länger, ihre Nutzung hat jedoch in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Zugleich erweiterte sich ihr Funktionsumfang stark: Heute lassen sich zahlreiche klinische Informationen abrufen, darunter ärztliche Notizen, bildgebende Befunde und pathologische Ergebnisse.
Die Schwierigkeit, belastende Nachrichten aus der Ferne zu übermitteln
Unmittelbarer Zugang zu den eigenen Befunden ist offensichtlich äußerst wichtig und beruhigend. Er wirft jedoch die Frage auf, wie potenziell belastende Nachrichten am besten vermittelt werden. Viele möchten solche Informationen persönlich von ihren Behandelnden erhalten, die Befunde und nächste Schritte erklären und Unterstützung bieten können. Andere möchten die Ergebnisse vor dem ärztlichen Gespräch selbst durchsehen. Viele Onkologinnen und Onkologen befürchten jedoch, dass Menschen, die schlechte Nachrichten über digitale Anwendungen erhalten, während des Wartens auf das Gespräch ängstlich werden oder sich alleingelassen fühlen. Es besteht außerdem die Sorge, dass sie im Internet auf Fehlinformationen stoßen, die zusätzliche Belastungen verursachen.
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Bessere Betreuung in Echtzeit
Ein weiterer Vorteil digitaler Medizin ist die Möglichkeit, Symptome und Beschwerden aus der Ferne in Echtzeit zu verfolgen, statt zwischen Konsultationen wochenlang zu warten. Menschen mit Krebs tragen eine vielfältige und erhebliche Symptomlast; oft kommen Beschwerden chronischer Erkrankungen hinzu. Digitale Überwachungsinstrumente können die Kommunikation zwischen Betroffenen und Behandelnden verbessern. Sie helfen außerdem dabei, das tägliche Befinden und die körperliche Leistungsfähigkeit besser einzuschätzen. So können Behandelnde frühzeitig auf veränderte Bedürfnisse reagieren, etwa Medikamente absetzen oder deren Dosis anpassen.
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Der tatsächliche Übergang zur digitalen Gesundheit hat begonnen
In den vergangenen zwanzig Jahren haben digitale Technologien den Alltag grundlegend verändert – auch das Gesundheitswesen. Nach unserer Erfahrung haben sich die meisten Patienten leicht an elektronische Gesundheitstechnologien gewöhnt. Die heutige Herausforderung besteht jedoch darin, die Telemedizin in die vorhandenen Versorgungssysteme einzubinden. Hervorragende digitale Werkzeuge sind entstanden. Dennoch fällt es weiterhin schwer, die klinischen Arbeitsstrukturen so anzupassen, dass sie auf die erzeugten Echtzeitdaten reagieren können: Mehr Daten erfordern umfangreichere und kluge Analysen. Medizinische Fachkräfte müssen außerdem lernen, telemedizinische Konsultationen zu verbessern. Körpersprache kann für ein erfolgreiches Gespräch entscheidend sein und lässt sich virtuell nur schwer nachbilden. Entsprechende Beratungskompetenzen zu vermitteln, wird für heutige und künftige Generationen im Gesundheitswesen sehr wichtig sein.
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