Was ist das Trousseau-Zeichen? Woher stammt sein Name?

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Das auch als Trousseau-Syndrom bekannte Trousseau-Zeichen bei Krebs (Trousseau’s sign of malignancy) bezeichnet einen paraneoplastischen Prozess, der gewöhnlich mit einer Krebserkrankung unbekannten Ursprungs verbunden ist und sich durch wiederkehrende, wandernde Thrombosen (Gefäßverschlüsse) zeigt.
Das Trousseau-Zeichen bei Krebs ist von der ebenfalls nach Dr. Trousseau benannten „Geburtshelferhand“ zu unterscheiden. Sie entsteht bei Menschen mit niedrigem Kalziumspiegel, wenn durch eine Blutdruckmanschette Druck am Arm ausgeübt wird. Beim Begriff Trousseau-Zeichen denkt man sogar meist zuerst an diese Handstellung.
Hinweis: Im Türkischen wird häufig „belirti“ (Symptom) verwendet. Das englische Wort „sign“ wird jedoch genauer mit Zeichen oder Befund wiedergegeben. Im türkischen Originalartikel wird der Gewohnheit entsprechend das Wort „belirti“ verwendet.
Paraneoplastische Syndrome sind die Sammelbezeichnung für eine Reihe sehr seltener Erkrankungen, die entstehen, wenn Krebs das Immunsystem über alternative Wege aktiviert. Ein Syndrom ist eine Gesamtheit scheinbar unzusammenhängender Befunde, die gemeinsam als ein einziges Phänomen auftreten. Ein paraneoplastisches Syndrom hängt nicht unmittelbar mit dem Tumor oder seinen Absiedlungen in andere Gewebe (Metastasen) zusammen. Es entsteht, wenn Tumorzellen biologisch aktive Substanzen wie Hormone oder Zytokine abgeben. Diese Stoffe lösen verschiedene Beschwerden und Symptome aus. Sie können viele Systeme betreffen: das endokrine (hormonelle) System, Nervensystem, Muskel-Skelett-System, Herz-Kreislauf-System, Haut, Blutzellen, Magen-Darm-Trakt oder Nieren.
Magen-, Bauchspeicheldrüsen-, Prostata-, Kolon- und Lungenkrebs werden häufig spät beziehungsweise in fortgeschrittenem Stadium diagnostiziert. Dem Trousseau-Zeichen bei Krebs begegnet man klassischerweise bei der Abklärung einer Thrombophlebitis (Gerinnselbildung in einer Vene) unklarer Ursache. Meist stellt sich später Bauchspeicheldrüsenkrebs als Ursache heraus. Mit der Zeit wurde der Begriff für verschiedene Zustände im Zusammenhang mit krebsbedingter übermäßiger Gerinnung verwendet, darunter verborgene Krebserkrankungen, die häufig mit einer unkomplizierten tiefen Beinvenenthrombose (DVT) auftreten. Gerinnsel können an üblichen Stellen wie den Beinen, aber auch an seltenen Orten wie Blutgefäßen der Arme, des Halses oder des Bauchs vorkommen.

Die Geschichte des Namens Trousseau
Namensgeber des Trousseau-Zeichens bei Krebs ist Dr. Armand Trousseau, der 1801 in Tours, Frankreich, geboren wurde. Er schloss 1825 seine medizinische Ausbildung in Paris ab und begann 1839 als Arzt im St. Antoine Hospital zu arbeiten. Später setzte er seine ärztliche Tätigkeit im Hotel Dieu fort.
Dr. Trousseau war als aufmerksamer Kliniker und produktiver Autor bekannt. Ihm wird die erste Tracheotomie (Operation zur Eröffnung der Luftröhre) durch einen Arzt im Jahr 1831 zugeschrieben. Er soll außerdem die Hämochromatose (eine Erkrankung durch übermäßige Eisenansammlung im Körper) 1865 erstmals beschrieben haben. Darüber hinaus beschrieb er Formen der Epilepsie, Gangstörungen bei Parkinson und das Trousseau-Zeichen bei latenter Tetanie (Muskelkrämpfen durch Kalziummangel).
Dr. Trousseau hielt eine Reihe von Vorlesungen über die später nach ihm benannte krebsassoziierte Thrombose als Phänomen. Er beschrieb bei Patienten mit Gebärmutter- und inneren Organkrebsarten sowie fortgeschrittener Tuberkulose den Zusammenhang zwischen „schmerzhafter weißer Entzündung“ und spontaner Gerinnselbildung.
Schließlich diagnostizierte Dr. Trousseau auch seine eigene Erkrankung und starb 2 Jahre später, 1867, an Magenkrebs.
Quellen
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