Was ist ein DPD-Mangel? Warum ist er vor einer Chemotherapie mit 5-FU oder Capecitabin wichtig?

In diesem Artikel
Neue Sicherheitswarnung der FDA
Die US-amerikanische Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (FDA) hat am 24. Januar 2025 wichtige Aktualisierungen vorgenommen, um die Risiken eines Dihydropyrimidin-Dehydrogenase-Mangels (DPD-Mangels) hervorzuheben und Fluorouracil (5-FU) und Capecitabin betreffende Produktinformationen so anzupassen, dass Patienten und Ärzte vor der Anwendung entsprechend aufgeklärt werden.
Die neuen Produktinformationen weisen darauf hin, dass ein DPD-Mangel mit schweren und sogar tödlichen Nebenwirkungen verbunden sein kann. Insbesondere Onkologen sollten Patienten über diese potenziellen Risiken aufklären und die Möglichkeiten genetischer Tests besprechen.
Was ist ein DPD-Mangel und warum ist er wichtig?
Fluoropyrimidine sind eine häufig in der Krebstherapie eingesetzte Arzneimittelklasse, zu der 5-FU und Capecitabin gehören. Das durch das DPYD-Gen kodierte Enzym DPD spielt eine entscheidende Rolle beim Abbau von mehr als 80% des 5-FU. Bei Menschen mit bestimmten homozygoten oder kombiniert heterozygoten Varianten im DPYD-Gen kann die DPD-Aktivität jedoch vollständig oder nahezu vollständig fehlen.
Häufigkeit des DPD-Mangels
Welche Symptome verursacht ein DPD-Mangel?
Ein DPD-Mangel kann das Risiko folgender schwerer toxischer Reaktionen erhöhen:
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Schleimhautentzündung (Mukositis, wunde Stellen im Mund)
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Durchfall
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Neutropenie (niedrige Anzahl weißer Blutkörperchen)
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Neurotoxizität
Bei Menschen mit vollständigem DPD-Mangel können diese Nebenwirkungen sehr schwer ausfallen; auch bei einem partiellen DPD-Mangel ist das Risiko hoch.
Neue FDA-Aktualisierungen und „Project Renewal“
Im Rahmen des vom FDA Oncology Center of Excellence geleiteten „Project Renewal“ wurden die folgenden wichtigen Informationen zum DPD-Mangel in die Produktinformationen von Capecitabin (Kapeda, Xeltabin) und 5-FU aufgenommen:
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Geltungsbereich:
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Die Anwendung von Capecitabin oder 5-FU wird bei Patienten mit vollständigem DPD-Mangel nicht empfohlen. Für diese Patienten konnte keine sichere Dosis festgelegt werden.
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Für Patienten mit partiellem DPD-Mangel wird keine spezifische Dosis empfohlen.
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Verantwortung der Ärzte:
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Patienten sollten über mögliche schwere Nebenwirkungen infolge eines DPD-Mangels informiert werden.
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Die Bedeutung und die Möglichkeiten genetischer Tests sollten mit den Patienten besprochen werden.
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Vor Beginn der Behandlung sollte eine Untersuchung auf DPD-Mangel erwogen werden, um schwere Nebenwirkungen zu verhindern.
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Symptome und Überwachung:
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Patienten sollten auf Nebenwirkungen wie Schleimhautentzündung, Durchfall, Neutropenie und Neurotoxizität hingewiesen und aufgefordert werden, bei deren Auftreten unverzüglich einen Arzt aufzusuchen.
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Solche frühen Symptome oder ungewöhnlich schweren Reaktionen können auf einen vollständigen DPD-Mangel hindeuten und ein Absetzen des Arzneimittels erforderlich machen.
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Die Rolle genetischer Tests
In weißen Bevölkerungen wurden vier DPYD-Varianten identifiziert, die eine verminderte DPD-Aktivität verursachen. Bei Menschen afrikanischer Abstammung wurde eine mit diesem Effekt verbundene Variante identifiziert. Daher sind genetische Tests für die Ermittlung individueller Risiken sehr wichtig.
Aufruf der FDA
Die FDA fordert Patienten und medizinisches Fachpersonal auf, Nebenwirkungen von Capecitabin und 5-FU über das FDA-MedWatch-Programm zu melden. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Auswirkungen im Zusammenhang mit DPD-Mangel werden weiterhin bewertet.
Fazit
Ein DPD-Mangel ist ein bedeutsamer Zustand, der bei Patienten unter Fluoropyrimidintherapie mit schweren und tödlichen Nebenwirkungen verbunden sein kann. Ein größeres Bewusstsein der Ärzte und eine ausführliche Aufklärung ihrer Patienten sind für die Verbesserung der Behandlungssicherheit sehr wichtig. Eine breitere Nutzung genetischer Tests und die Umsetzung der neuen Warnhinweise in den Produktinformationen sind ein wichtiger Schritt zum Schutz von Lebensqualität und Gesundheit der Patienten.
Quellen
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