Was ist Mangelernährung bei Krebspatienten? Vorbeugung und Behandlung

In diesem Artikel
Krebs ist nicht nur eine schwere, lebensbedrohliche Erkrankung. Er kann auch den Ernährungszustand und die gesamte Lebensqualität beeinträchtigen. Ernährungsdefizite können den Krankheitsverlauf und die Wirksamkeit der Behandlung erheblich beeinflussen. Deshalb ist es für Krebspatienten lebenswichtig, Mangelernährung zu verstehen und ihr vorzubeugen.
Die Bedeutung von Mangelernährung bei Krebs
Untersuchungen legen nahe, dass Mangelernährung 30% bis 85% der Krebspatienten betreffen und für 10% bis 20% der Todesfälle bei diesen Patienten verantwortlich sein kann.
Mangelernährung bei Krebs wurde mit folgenden Problemen in Verbindung gebracht:
- Weniger Behandlungsmöglichkeiten,
- schlechteres Ansprechen auf die Therapie,
- mehr behandlungsbedingte Nebenwirkungen,
- längere Krankenhausaufenthalte und
- ein ungünstigerer Krankheitsverlauf.
Während der Krebsbehandlung führten Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö, also Durchfall, Geschmacksveränderungen und Appetitverlust bei Patienten zu Mangelernährung und Sarkopenie (Muskelverlust).
Eine aktuelle Studie
Laut einer Studie am NYU Langone Perlmutter Cancer Center in New York zeigte sich die höchste Rate an Mangelernährung
- bei Krebserkrankungen des oberen Magen-Darm-Trakts,
- des Kopf-Hals-Bereichs,
- der Lunge,
- bei hämatologischen Erkrankungen wie Leukämien und Lymphomen,
- bei gynäkologischen, also frauenspezifischen, und
- bei kolorektalen Krebserkrankungen.
Das National Cancer Institute der Vereinigten Staaten (US-NCI) empfiehlt, den Ernährungszustand vor Beginn der Krebsbehandlung zu beurteilen und diese Beurteilung während der gesamten Therapie fortzusetzen.
Während Chemotherapie, Strahlentherapie und viele Krebsmedikamente abbauende, also katabole Wirkungen auf den Körper haben, helfen Nahrung und Flüssigkeit beim Wiederaufbau und bereiten ihn auf den nächsten Behandlungsschritt vor.
Es ist wichtig, den Ernährungszustand von Krebspatienten regelmäßig und idealerweise durch eine auf Onkologie spezialisierte Ernährungsfachkraft überwachen zu lassen. Dieser Ansatz kann Folgendes wirksamer ermöglichen:
- Den Umgang mit behandlungsbedingten Symptomen und Beschwerden,
- aktive Unterstützung beim Erhalt von kräftigem, gesundem Körpergewebe,
- die Aufrechterhaltung oder Verbesserung der Energie- und Proteinzufuhr,
- die Verringerung des Risikos bei Patienten mit geringer Behandlungstoleranz,
- die Minimierung von Stoffwechselstörungen
und letztlich die Verbesserung der Lebensqualität der Patienten.
Fazit
Der Ernährungszustand von Krebspatienten kann den Behandlungserfolg und ihre gesamte Lebensqualität erheblich beeinflussen. Deshalb müssen Risiken für Mangelernährung erkannt und möglichst rasch angegangen werden. Eine geeignete medizinische Ernährungstherapie und Ernährungsberatung können die Behandlungstoleranz erhöhen, die Lebensqualität verbessern und sich positiv auf die gesundheitlichen Ergebnisse auswirken.
Quellen
2. Vitaloni M, Caccialanza R, Ravasco P, et al. The impact of nutrition on the lives of patients with digestive cancers: A position paper. Support Care Cancer. 2022;30(10):7991-7996. doi:10.1007/s00520-022-07241-w
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