Was ist Oxaliplatin (Eloxatin)? FDA-Zulassung, Zulassung in der Türkei und Kostenerstattung
Lesehilfen

In diesem Artikel
- FDA-zugelassen: Ja (erste Zulassung: 9. August 2002)
- Handelsname: Eloxatin, Handelsname des ersten Originalpräparats
- Wirkstoff: Oxaliplatin
- Art der Anwendung: Intravenöse (IV) Infusion
- Wirkstoffklasse: Platinanalogon, alkylierendes Zytostatikum
- Kategorie: Chemotherapeutikum
- Hersteller und Vertrieb in der Türkei: Eloxatin (Sanofi-Aventis); Generika in der Türkei: Oxaliplatin Koçak, Deva, Nobel, Sandoz, Onko & Koçsel, Mefar, İdol.
- Zugelassene Krebsindikationen:Metastasierter Darmkrebs, früher Dickdarmkrebs (als adjuvante Therapie), metastasierter Bauchspeicheldrüsenkrebs sowie metastasierter Magen- und gastroösophagealer Krebs
Was ist Oxaliplatin (Eloxatin), und wie wirkt es?
Oxaliplatin ist ein Platinanalogon und Chemotherapeutikum. Es bindet an die DNA und hemmt dadurch die DNA-Synthese und Zellteilung. Es wird zusammen mit 5-FU und Folinsäure eingesetzt.
Wirkmechanismus
- Durch kovalente Bindung an die DNA entstehen Quervernetzungen.
- Es hemmt die DNA-Synthese und führt zum Zelltod.
- Es verhindert die Reparatur von DNA-Schäden und löst Apoptose aus.
- Es kann auch in Cisplatin- und Carboplatin-resistenten Zellen wirksam sein.
Geschichte der FDA-Zulassungen
- 9. August 2002 – metastasierter Darmkrebs
- 4. November 2004 – Dickdarmkrebs im Stadium III (adjuvant)
- 9. Dezember 2011 – Anwendung im FOLFOX-Regime
In der Türkei zugelassene Indikationen
- Adjuvante Behandlung von Dickdarmkrebs im Stadium III
- Behandlung von metastasiertem Darmkrebs
- Kombination mit Bevacizumab + 5-FU/FA oder Capecitabin (1. Linie)
Angaben zur Kostenerstattung
Bei Krebsdiagnosen erfolgt die Erstattung durch die SGK ohne indikationsbezogene Voraussetzung.
Resistenzmechanismen
- Veränderungen des Arzneistofftransports, etwa durch ABC-Transporter
- Inaktivierung durch Moleküle wie Glutathion
- Vermehrte DNA-Reparaturenzyme, etwa ERCC-1
- Cisplatin- und Carboplatin-Resistenz gehen nicht immer mit Oxaliplatin-Resistenz einher
Pharmakokinetische Eigenschaften
- Aufnahme: Die Anwendung erfolgt ausschließlich intravenös.
- Verteilung: Breite Gewebeverteilung; Proteinbindung bis zu 98%
- Stoffwechsel: Nichtenzymatische Umwandlung in aktive zytotoxische Verbindungen
- Ausscheidung: Mehr als 50% über die Nieren, 2% über den Stuhl
- Halbwertszeit: Bis zu etwa 240 Stunden
Dosierungsbereich
- Standarddosis: 85 mg/m² IV alle 2 Wochen
- Alternative Dosis: 100–130 mg/m² IV alle 3 Wochen
Arzneimittelwechselwirkungen
- Synergistische Wirkung mit 5-FU und Folinsäure; die hämatologische Toxizität kann zunehmen
- Vorsicht bei gleichzeitiger Anwendung nephrotoxischer und neurotoxischer Medikamente
- Mit Antikoagulanzien steigt das Blutungsrisiko
- Lebendimpfstoffe sind kontraindiziert
- Eine Vorbehandlung mit Kalzium und Magnesium wird nicht mehr empfohlen
Worauf ist zu achten?
- Die Nierenfunktion muss regelmäßig kontrolliert werden
- Nicht mit alkalischen Lösungen mischen
- In jedem Zyklus ist eine neurologische Untersuchung erforderlich
- Kältekontakt sollte eingeschränkt werden
- Auf allergische Reaktionen achten
- Wegen des Risikos einer QT-Verlängerung kann eine EKG-Überwachung erfolgen
- Schwangerschaftskategorie D; Stillen wird nicht empfohlen
Häufigkeiten von Nebenwirkungen
- Periphere Neuropathie: 60–90%
- Übelkeit / Erbrechen: 40–70%
- Durchfall: 20–50%
- Stomatitis / orale Mukositis: 10–30%
- Leukopenie, Neutropenie: 40–50%
- Thrombozytopenie: 20–40%
- Anämie: 30–50%
- Müdigkeit: 30–60%
- Allergische Reaktionen: 1–3%
- Erhöhte AST/ALT-Werte: 10–20%
- Hyperbilirubinämie: 5–10%
- Lungentoxizität: < 1%
War dieser Artikel hilfreich?
Ihre Rückmeldung hilft uns, unsere Inhalte zu verbessern.





Leserkommentare
Kommentar verfassen
Ihr Name und Ihr Kommentar werden erst nach Freigabe durch die Administration veröffentlicht. Ihre E-Mail-Adresse wird Besuchern niemals angezeigt.
Schreiben Sie den ersten Kommentar.