Zanidatamab eröffnet eine neue Erstlinienära bei HER2-positivem Magenkrebs

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Ein 15 Jahre alter Standard bei Magenkrebs verändert sich: Zanidatamab und Immuntherapie verlängern das Überleben auf über 2 Jahre
Etwa 20 % der Magen- und Speiseröhrenkarzinome (gastroösophageale Karzinome) haben eine aggressive, als „HER2-positiv“ bezeichnete Tumorbiologie. Seit mehr als einem Jahrzehnt war „Trastuzumab + Chemotherapie“ unsere Standardbehandlung für diese Patienten. Die Medizin suchte jedoch nach einer wirksameren Option, die längeres Überleben ermöglicht.
Die beim ASCO Gastrointestinal Cancers Symposium 2026 (LBA285) vorgestellten Ergebnisse der Studie HERIZON-GEA-01 erregten Aufmerksamkeit. Der zielgerichtete Wirkstoff der neuen Generation Zanidatamaberzielte sowohl ohne als auch mit zusätzlicher Immuntherapie (Tislelizumab) deutlich bessere Ergebnisse als der bisherige Standard.
Die Studie zeigte, dass mehr als die Hälfte der Patienten 2 Jahre nach Behandlungsbeginn noch lebte, und markierte damit einen „historischen Erfolg“ bei Magenkrebs.
HERIZON-GEA-01: Ein großer Vergleich mit 900 Patienten
In dieser weltweiten Phase-3-Studie wurden zuvor unbehandelte Patienten mit fortgeschrittenem HER2-positivem Magen- oder Speiseröhrenkrebs in der Erstlinie untersucht. Insgesamt wurden 914 Patienten auf drei Gruppen verteilt:
- Gruppe 1 (Dreifachkombination): Zanidatamab + Tislelizumab + Chemotherapie
- Gruppe 2 (Zweifachkombination): Zanidatamab + Chemotherapie
- Gruppe 3 (bisheriger Standard/Kontrolle): Trastuzumab + Chemotherapie
Ergebnisse: Unterschiede, die „die Praxis verändern“
Medianes Gesamtüberleben (OS)
Die Dreifachkombination verringerte das Sterberisiko gegenüber dem bisherigen Standard um 28 % (HR: 0.72, P = .0043).
Zeit ohne Fortschreiten der Erkrankung (PFS)

Weitere wichtige Ergebnisse der Studie
- Unabhängigkeit von PD-L1: Normalerweise wird erwartet, dass Immuntherapie nur bei PD-L1-positiven Tumoren wirkt. In dieser Studie nützte die zusätzliche Gabe von Tislelizumab jedoch sowohl PD-L1-positiven als auch negativen Patienten. Das ist ein sehr überraschender und erfreulicher Befund.
- Ansprechdauer: Bei Patienten mit Dreifachkombination hielt das Ansprechen mit Tumorverkleinerung im Durchschnitt 20.7 Monate an. Unter der bisherigen Behandlung waren es nur 8.3 Monate.
- Sicherheit: Die häufigste Nebenwirkung war Durchfall, der jedoch beherrschbar war. Schwere Nebenwirkungen waren im Dreifacharm etwas häufiger (41 % gegenüber 20 %), erreichten aber kein Ausmaß, das einen Behandlungsabbruch erforderlich machte.
- Elimova E, et al. Zanidatamab With or Without Tislelizumab Yields Clinically Meaningful Survival Benefit in HER2-Positive Advanced Gastroesophageal Adenocarcinoma (HERIZON-GEA-01). ASCO Gastrointestinal Cancers Symposium. 2026; Abstract LBA285.
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