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Prof. Dr. Mustafa Özdoğan · Facharzt für medizinische Onkologie
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Butter und Sterberisiko: Bemerkenswerte Ergebnisse einer Studie mit 200 Tausend Menschen

Butter und Sterberisiko: Bemerkenswerte Ergebnisse einer Studie mit 200 Tausend Menschen
In diesem Artikel

Die Debatte über Butter erhält eine neue Dimension

Die auch in der Öffentlichkeit aufmerksam verfolgte Diskussion über Butter, die in unseren Küchen immer häufiger verwendet wird, lautet: „Ist Butter gesund oder nicht?“ Sie geht weiter und erhält durch diese Studie eine neue Dimension.

Unsere Ernährungsgewohnheiten beeinflussen die Gesundheit unmittelbar; Studien haben diese Wirkungen über die Jahre besser verständlich gemacht. Eine neue Untersuchung von Yu Zhang und seinem Team an der Harvard T.H. Chan School of Public Health mit mehr als 200 Tausend Erwachsenen, veröffentlicht am 6. März 2025 in  JAMA International Medicine , deutet darauf hin, dass langfristiger Butterkonsum das Gesamtsterberisiko und die Krebssterblichkeit erhöht, während pflanzliche Öle schützend wirken könnten.

Vergleich mit früheren Untersuchungen

Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2016 fand bei Butter nur geringe oder neutrale Zusammenhänge mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Sterblichkeit. Diese Untersuchung verglich Butterkonsum jedoch mit westlicher Ernährung, während die Harvard-Studie Butter direkt mit pflanzlichen Ölen vergleicht und dadurch eine klarere Beurteilung ermöglicht.

Die Ergebnisse stimmen mit früheren Studien zu ungünstigen Gesundheitseffekten gesättigter Fette überein. Durch regelmäßig wiederholte Ernährungserhebungen über viele Jahre konnte diese Untersuchung die Wirkung jedoch genauer erfassen. Was sagt sie uns konkret, und welche wissenschaftlichen Daten stehen im Vordergrund?


Einzelheiten der Studie

Analysiert wurden Daten von 221.054 Erwachsenen aus drei großen US-Kohorten: Nurses’ Health Study (NHS), NHS II und Health Professionals Follow-up Study (HPFS). Zu Beginn hatten die Teilnehmer weder Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes noch neurodegenerative Erkrankungen.

  • Ernährungsgewohnheiten: Die Teilnehmer wurden alle vier Jahre mit Fragebögen zur Verzehrhäufigkeit untersucht. Der Butterkonsum wurde anhand der zu Speisen hinzugefügten oder beim Kochen verwendeten Mengen berechnet. Zu pflanzlichen Ölen wurden Distel-, Soja-, Mais-, Raps- und Olivenöl zusammengefasst.

  • Wichtigste Ergebnisgrößen: Gesamtsterblichkeit sowie Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs wurden als zentrale Variablen analysiert.

  • Statistische Analyse: Mit Cox-Regressionsmodellen wurden Sterberaten unter Berücksichtigung von Alter, Body-Mass-Index (BMI), Rauchen, körperlicher Aktivität, Gesamtenergiezufuhr und Ernährungsqualität berechnet.


Erhöht Butter das Sterberisiko?

Während der 33-jährigen Nachbeobachtung starben insgesamt 50.932 Menschen, davon 12.241 an Krebs und 11.240 an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

  • Hoher Butterkonsum:

    • Bei den Menschen mit dem höchsten Butterkonsum war das Gesamtsterberisiko um 15% höher (HR: 1,15; 95% CI: 1,08-1,22; P < 0,001).

    • Das krebsbedingte Sterberisiko stieg mit jeweils 10 Gramm mehr Butter pro Tag um 12%.

  • Hoher Konsum pflanzlicher Öle:

    • Bei Menschen mit dem höchsten Pflanzenölkonsum war das Gesamtsterberisiko um 16% niedriger (HR: 0,84; 95% CI: 0,79-0,90; P < 0,001).

    • Eine Steigerung des täglichen Pflanzenölkonsums um 10 Gramm senkte das krebsbedingte Sterberisiko um 11% und die Herz-Kreislauf-Sterblichkeit um 6%.

  • Austausch von Fetten:

    • Der Ersatz von täglich 10 Gramm Butter durch pflanzliche Öle senkte das Gesamtsterberisiko um 17% und das krebsbedingte Sterberisiko ebenfalls um 17%.


Mögliche Einschränkungen und Kritik

Obwohl die Forschenden die Studie als gut konzipiert beschreiben, bestehen einige Einschränkungen:

  • Die Teilnehmer waren überwiegend weiße Gesundheitsfachkräfte, weshalb die Übertragbarkeit auf breitere und andere Bevölkerungen begrenzt sein könnte.

  • Da nur Sterberaten untersucht wurden, sind weitere Studien zu spezifischen Krankheitsrisiken und ihrer Entwicklung erforderlich.

  • Auch die Gesundheitswirkungen verschiedener Zubereitungsarten müssen weiter erforscht werden. Insbesondere hohe Temperaturen können Pflanzenöle oxidieren lassen und schädliche Verbindungen erzeugen.


Fazit: Butter oder pflanzliche Öle?

Diese Ergebnisse unterstützen die bestehenden Ernährungsempfehlungen:

  • Ungesättigte Fette sollten gesättigten vorgezogen werden. Insbesondere der Konsum pflanzlicher Öle wie Oliven- und Maisöl sollte steigen.

  • Die Zutaten verpackter Lebensmittel sollten sorgfältig gelesen und gesunde Fette bevorzugt werden.

  • Auch die Zubereitungsmethoden sind wichtig. Um die wertvollen Eigenschaften pflanzlicher Öle zu erhalten, können niedrige Gartemperaturen oder die Verwendung ohne Erhitzen empfohlen werden.

Die Studie zeigt somit, dass Butter langfristig das Gesamtsterberisiko und die Krebssterblichkeit erhöht, während pflanzliche Öle eindeutig eine gesundheitlich günstigere Alternative bieten. Daher sollten Menschen ihre Ernährungsgewohnheiten überprüfen und sich bewusst um eine gesunde, ausgewogene Ernährung bemühen.

Quellen

Zhang Y, Chadaideh KS, Li Y, et al. Butter and Plant-Based Oils Intake and Mortality. JAMA Intern Med. Published online March 06, 2025. doi:10.1001/jamainternmed.2025.0205
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