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Prof. Dr. Mustafa Özdoğan · Facharzt für medizinische Onkologie

Der Visionary Leader Award 2017 ging für Arbeiten zu Ifosfamid und Thymuskrebs an Dr. Loehrer

Der Visionary Leader Award 2017 ging für Arbeiten zu Ifosfamid und Thymuskrebs an Dr. Loehrer
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Dr. Patrick J Loehrer wurde für seine Arbeiten zum Medikament Ifosfamid und zum seltenen Krebs der Thymusdrüse mit dem Allen S. Lichter Visionary Leader Award 2017 der Amerikanischen Gesellschaft für Klinische Onkologie ASCO ausgezeichnet.

Der „Allen S. Lichter Visionary Leader Award“ wird Menschen verliehen, die revolutionäre Entwicklungen in der Onkologie bewirken oder durch ihre Führung und Voraussicht auf diesem Gebiet andere inspirieren. Die Auszeichnung wird in diesem Jahr erstmals vergeben.

Was ist Ifosfamid?

Ifosfamid, Handelsname Holoxan, gehört zu den Chemotherapeutika, die die DNA-Struktur von Krebszellen stören und damit ihre Vermehrung verhindern. Es wirkt zugleich immunsuppressiv. Heute wird es bei Lymphomen, Weichteilsarkomen sowie fortgeschrittenem Brust-, Hoden-, Eierstock-, Magen- und Lungenkrebs eingesetzt. Dr. Loehrers Untersuchungen zu Ifosfamid bei Hoden- und Bauchspeicheldrüsenkrebs trugen wesentlich zur Zulassung durch die amerikanische Arzneimittel- und Lebensmittelbehörde FDAbei.

Eine verpflichtende Wahl, die sein Leben prägte

Als Medizinstudent am Rush Medical College hatte Dr. Loehrer nicht vor, sich für die Onkologie zu entscheiden. Zu Beginn seines 4. Studienjahres stand als Wahlfach nur Hämatologie/Onkologie zur Verfügung. Diese Verpflichtung gab ihm die Gelegenheit, Dr. Lawrence Einhorn kennenzulernen, einen Pionier der Behandlung von Hodenkrebs mit Platin .

Dr. Loehrer berichtete: „Bis zu meiner Begegnung mit Dr. Lawrence konnten die Krebskranken, die ich gesehen hatte, nicht geheilt werden und starben. Dr. Lawrence konnte junge Menschen mit Hodenkrebs heilen. Danach sagte ich zu ihm: Ich habe mich entschieden. Das möchte ich für den Rest meines Lebens tun. Ich will die Onkologie wählen und mit dir arbeiten.“

Nach Abschluss des Medizinstudiums ging Dr. Loehrer an die onkologische Abteilung der Indiana University, an der er weiterhin arbeitet.

Als er dort anfing, arbeiteten Dr. Lawrence und sein Kollege Dr. Stephan D. Williams intensiv an Hodenkrebs. Dr. Loehrer begann dagegen, neue Behandlungsmöglichkeiten bei Bauchspeicheldrüsenkrebs zu untersuchen. Dr. Williams machte ihn auf eine neue Ifosfamidstudie in Ägypten aufmerksam. In seinen daraufhin durchgeführten Untersuchungen erzielte Dr. Loehrer mit Ifosfamid erfolgreiche Ergebnisse bei Bauchspeicheldrüsenkrebs. Davon angeregt erprobte er bei Hodenkrebspatienten ohne Ansprechen auf platinhaltige Chemotherapie oder mit einem Rückfall Mesna, ein Medikament gegen Nebenwirkungen von Ifosfamid und Cyclophosphamid, und erzielte erfolgreiche Ergebnisse.

„Eines Tages kam Larry, also Dr. Lawrence, mit dem Röntgenbild des ersten Patienten [mit dieser Behandlung] in unseren Journal Club. Es zeigte, dass der Tumor geschrumpft war. Ifosfamid hatte gewirkt. Larrys Gesichtsausdruck sagte mir, dass ich es geschafft hatte. Für mich war das ein emotional unglaublich wertvoller Moment und der Wendepunkt meiner Laufbahn.“

Weitere Arbeiten

Dr. Loehrer beschränkte sich nicht auf Ifosfamid, sondern untersuchte auch den seltenen Krebs der Thymusdrüse. Außerdem gründete er das Hoosier Cancer Research Network, das inzwischen an mehr als 300 Standorten weltweit tätig ist. Er gründete dieses Netzwerk, damit sich onkologische Gemeinschaften stärker mit Forschung und klinischen Studien beschäftigen. Gegenwärtig arbeitet er in einem Behandlungs- und Forschungsprogramm für Krebskranke in Kenia.

Hoffnung für Krebskranke in Kenia sein

Zu seiner Arbeit in Kenia sagte Dr. Loehrer:

„Als ich erstmals an [dem Programm in Kenia] teilnahm, war die Patientenversorgung dort in sehr schlechtem Zustand. Unabhängig von ihrer Krebsart gingen die Betroffenen in eine örtliche Apotheke und nahmen das Chemotherapeutikum, das dort gerade verfügbar war.“

In den vergangenen zehn Jahren machte das Programm große Fortschritte. Das im Rahmen des Programms errichtete Krebszentrum verfügt über vier radiologische Einrichtungen, Chemotherapiezentren, strahlenonkologische und gynäkoonkologische Fachkräfte sowie einen medizinischen Onkologen. Jährlich kommen ungefähr 8000 Erkrankte in dieses Zentrum. Zudem wurden dort ungefähr 60 Tausend Frauen auf Brust- und Gebärmutterhalskrebs untersucht.

Dr. Loehrers Arbeiten zu Ifosfamid und zu Krebskranken in Kenia verdienen Anerkennung und sollten alle jungen Menschen inspirieren. Sich von bedeutenden Wissenschaftlern wie ihm anregen zu lassen, wird wesentlich zur Entwicklung der Wissenschaft in unserem Land beitragen.

Quellen

am.asco-org
DROZDOGAN KI

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Drozdogan-Assistent

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