Eine neue Methode zur Darmkrebsfrüherkennung: Mikro-RNA-21 im Blut

Nach Ergebnissen im Journal des Nationalen Krebsinstituts könnte der Blutspiegel des als mikroRNA bezeichneten DNA-Abschnitts als Biomarker für Verlauf und Früherkennung von Darmkrebs dienen.
Nach jüngsten WHO-Daten wird weltweit etwa 1 Million kolorektaler Krebsfälle diagnostiziert; die Hälfte birgt ein Lebensrisiko. Forscher arbeiten intensiv an neuen Methoden, um diese gefährliche Krebsart im frühen, noch behandelbaren Stadium zu erkennen.
Obwohl miR21 und miR31 als tumorunterdrückende Gene bekannt sind, ist ihr Potenzial als kolorektale Biomarker ungeklärt. Zur Bewertung beider mikroRNA wurden Blutproben von 12 Patienten mit Krebs oder Polypen und von 12 Kontrollen ohne diese Befunde genommen. Nachdem miR-21 in kolorektalen Zelllinien festgestellt wurde, wurde eine miRNA-Serumprobe für Patienten vorbereitet.
Zur Bestätigung wurde die miRNA-Serumprobe bei 186 Darmkrebspatienten, 60 nach Darmkrebsoperation, 43 mit fortgeschrittenem Adenom und 53 Kontrollen angewandt. Im kolorektalen Tumorgewebe wurden 166 gepaarte Ergebnisse auf miR-21 untersucht. Bei Krebs oder Polypen war miR-21 deutlich erhöht und sank nach Operation. Gegenüber der Kontrollgruppe unterschied sich außerdem miR-21 im Blut. Insgesamt wurde bei %92 der Krebspatienten und %82 der Patienten mit fortgeschrittenen Polypen miR-21 im Blut bestimmt. Ein Zusammenhang von Tumorgröße, Fernausbreitung und Sterberisiko mit erhöhtem miR-21 wurde nachgewiesen.
Die Daten zeigen, dass miR-21 als Biomarker für Verlauf und Früherkennung infrage kommt. Koloskopie ist derzeit bei weniger als der Hälfte der Patienten der Standard zur Darmkrebsfrüherkennung. Schon ein einfacher Bluttest könnte die Ergebnisse verändern und mehr Patienten helfen. Ob miR-21 ein geeigneter Biomarker ist, wird weiter untersucht.
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