Enhertu, Herceptin und Perjeta vor der Operation bei HER2-positivem Brustkrebs

In diesem Artikel
Obwohl HER2-positiver Brustkrebs im Frühstadium gut behandelbar ist, bleiben unzureichendes Therapieansprechen und Rückfälle bei einigen Patienten ein ernstes Problem. Neoadjuvante (präoperative) Behandlungen mit pathologischer Komplettremission (pCR) gelten als einer der stärksten Prädiktoren des langfristigen Überlebens. Eine Optimierung der Behandlungsprotokolle zur Erhöhung der pCR-Raten ist deshalb entscheidend, um die Heilungschancen zu verbessern.
Genau hier zeigt DESTINY-Breast11 das Potenzial von Fam-Trastuzumab deruxtecan-nxki (T-DXd, Handelsname Enhertu) für die neoadjuvante Behandlung von HER2-positivem Brustkrebs im Frühstadium.
Die Studie im Überblick: signifikant höhere pCR-Rate mit T-DXd + THP
Nach den von AstraZeneca bekannt gegebenen frühen Ergebnissen der Phase-3-Studie DESTINY-Breast11 führte eine Behandlung, die mit T-DXd beginnt und anschließend mit einem Taxan (Paclitaxel), Trastuzumab (Herceptin) und Pertuzumab (Perjeta) im THP-Regime fortgeführt wird, gegenüber dem Standardprotokoll aus dosisdichtem Anthrazyklin (ddAC) + THP zu einer statistisch signifikant höheren Rate pathologischer Komplettremissionen (pCR).
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📊 Primärer Endpunkt:
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Die pCR-Rate war in der Gruppe T-DXd + THP deutlich höher.
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📈 Sekundäre Endpunkte:
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Für das ereignisfreie Überleben (EFS), das invasive krankheitsfreie Überleben (IDFS) und das Gesamtüberleben (OS) sind die Daten noch nicht ausgereift. Beim EFS zeigte sich jedoch ein positiver Trend zugunsten von T-DXd.
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Sicherheitsprofil von T-DXd: kein neues Nebenwirkungssignal
Die behandlungsbedingten Nebenwirkungen der Kombination T-DXd + THP waren mit den bekannten Sicherheitsprofilen vereinbar. Insbesondere war die Häufigkeit interstitieller Lungenerkrankungen (ILD) in beiden Armen vergleichbar. Dies ist ein wichtiger Befund zur Unterstützung der Behandlungssicherheit.
Patientenauswahl und Studiendesign
Die eingeschlossenen Patienten waren:
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18 Jahre oder älter,
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hatten histologisch bestätigten HER2-positiven Brustkrebs im Frühstadium,
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einen ECOG-Performance-Status von 0–1
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und eine linksventrikuläre Ejektionsfraktion von ≥ 50%.
Zu den Ausschlusskriterien gehörten eine Vorgeschichte mit invasivem Brustkrebs, Erkrankung im Stadium 4, eine andere bösartige Erkrankung innerhalb von 3 Jahren, frühere systemische Therapie oder eine vorausgegangene ILD.
Wissenschaftliche und klinische Bedeutung
Dr. Susan Galbraith, Executive Vice President für Onkologie-Hämatologie-Forschung und -Entwicklung bei AstraZeneca, erklärte:
Die klinisch bedeutsame pCR-Zunahme und die Sicherheitsdaten dieser Studie zeigen, dass T-DXd beim frühen HER2-positiven Brustkrebs eine Option sein könnte, die den bisherigen Standard infrage stellt.
Dr. Ken Takeshita, globaler Leiter für Forschung und Entwicklung bei Daiichi Sankyo, sagte:
Bei Patienten im Frühstadium, die unter neoadjuvanter Therapie keine pCR erreichen, bleibt das Rückfallrisiko bestehen. Deshalb sind neue Kombinationen wie T-DXd + THP spannende Alternativen, die Patienten auf den Weg zur Heilung bringen könnten.“
Was ist T-DXd?
T-DXd ist ein von Daiichi Sankyo entwickeltes und gemeinsam mit AstraZeneca bearbeitetes HER2-gerichtetes Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC), das Chemotherapie transportiert. Es besitzt bereits FDA-Zulassungen für verschiedene metastasierte Brustkrebserkrankungen und andere HER2-positive Tumoren. Die Daten aus DESTINY-Breast11 lassen erwarten, dass dieses Medikament auch im Frühstadium eingesetzt werden könnte.
Fazit: stehen veränderte Standards bevor?
Die Ergebnisse von DESTINY-Breast11 könnten die neoadjuvanten Behandlungsalgorithmen bei HER2-positivem Brustkrebs im Frühstadium neu gestalten. T-DXd + THP erhöht nicht nur die pCR-Raten, sondern ist auch hinsichtlich der Sicherheit vielversprechend. Vollständige EFS- und OS-Daten werden die künftige Rolle der Kombination klarer bestimmen. Schon jetzt steht jedoch die Tür für T-DXd im Frühstadium einen Spalt offen.
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