Erstmals erhält ein PARP-Inhibitor bei Prostatakrebs eine FDA-Zulassung: Rucaparib

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Am 15. Mai erteilte die US-amerikanische Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (FDA) Patienten, die zuvor eine Androgenrezeptor-gerichtete Behandlung und eine Taxan-basierte Chemotherapie erhalten hatten und eine Keimbahn- und/oder somatische BRCA-Mutation aufweisen, bei metastasiertem und kastrationsresistentem Prostatakrebs eine beschleunigte Zulassung für das Medikament aus der Klasse der PARP-Inhibitoren Rucaparib (Rubraca).
Die TRITON2-Studie
Die Wirksamkeit von Rucaparib wurde in einer multizentrischen, einarmigen Untersuchung mit 115 Patienten mit BRCA-mutiertem (Keimbahn und / oder somatisch), metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakrebs untersucht, die zuvor mit Androgenrezeptor-gerichteter Therapie und Taxan-basierter Chemotherapie behandelt worden waren. Die klinische Studie hieß TRITON2. Die Patienten erhielten zweimal täglich 600 mg Rucaparib oral. Alle Patienten erhielten gleichzeitig entweder ein Analogon des Gonadotropin-Releasing-Hormons oder hatten sich zuvor einer bilateralen Orchiektomie (chirurgische Verhinderung der Hodenfunktion) unterzogen.
Ergebnisse der Studie
- Bei 62 Patienten mit messbarer Erkrankung wurden die objektive Ansprechrate und die Ansprechdauer beurteilt.
- Die bestätigte objektive Ansprechrate betrug 44% (95% Konfidenzintervall [CI] =31-57%).
- Die mediane Ansprechdauer konnte nicht bestimmt werden. Die Spanne der Ansprechdauer lag bei 1,7 bis 24+ Monaten.
- Bei 15 der 27 Patienten mit bestätigtem objektivem Ansprechen (56%) hielt das Ansprechen länger als 6 Monate an.


Die häufigsten (≥ 20) bei den 115 Patienten mit BRCA-mutationspositivem metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakrebs beobachteten Nebenwirkungen waren Müdigkeit, Übelkeit, Anämie (Blutarmut), erhöhte ALT / AST, verminderter Appetit, Hautausschlag, Verstopfung, Thrombozytopenie (erhöhtes Blutungsrisiko durch eine Zunahme der Gerinnungszellen), Erbrechen und Durchfall.
Die empfohlene Rucaparib-Dosis beträgt 600 mg zweimal täglich mit oder ohne Nahrung. Patienten, die Rucaparib gegen metastasierten kastrationsresistenten Prostatakrebs erhalten, sollen gleichzeitig ein Analogon des Gonadotropin-Releasing-Hormons bekommen oder sich einer bilateralen Orchiektomie unterzogen haben.
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-Verwandtes Thema: Behandlung von fortgeschrittenem Prostatakrebs – Geschichte und aktueller Stand
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Wie wirkt Rucaparib?
Da Krebszellen sich im Vergleich zu normalen Zellen wesentlich häufiger und schneller teilen, entstehen mehr DNA-Schäden, also Mutationen. Wenn in der DNA Schäden auftreten, werden verschiedene intrazelluläre Mechanismen aktiviert. Entweder wird der Schaden repariert, oder bei nicht reparierbaren Schäden wird die Zelle in die Apoptose geführt. Sowohl PARP als auch BRCA sind Moleküle, die an der DNA-Reparatur beteiligt sind. Wird bei Prostatakrebs der PARP-Inhibitor Rucaparib eingesetzt, verliert die Krebszelle teilweise ihre Fähigkeit, ihre DNA zu reparieren. Liegt in diesen Zellen zusätzlich eine BRCA-Mutation vor, nimmt die Fähigkeit der Krebszellen, ihre DNA zu reparieren und unsterblich zu bleiben, noch stärker ab.

Quellen
fda.gov - 15. Mai 2020
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