Erstmals wirkt ein Medikament bei unterschiedlichen Krebsarten sowie bei Kindern und Erwachsenen: Larotrectinib

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Wir erleben Jahre voller Neuerungen in der Krebsbehandlung. Das mitzuerleben begeistert uns und stärkt unseren Glauben daran, dass Krebs zu einer vollständig behandelbaren Erkrankung werden wird. Zu diesen Neuerungen gehört das neue Chemotherapeutikum Larotrectinib, dessen Wirksamkeit sowohl bei Kindern und Erwachsenen als auch bei verschiedenen Krebsarten mit einer bestimmten genetischen Eigenschaft gezeigt wurde.
Die Wirksamkeit von Larotrectinib wurde in einer Studie bei 17 unterschiedlichen Krebsarten mit 50 Betroffenen auf dem amerikanischen Krebskongress ASCO 2017gezeigt. Bei 38 der Teilnehmenden, also von jeweils 4 Erkrankten bei 3, sprach der Tumor auf das neue Medikament an und verkleinerte sich. Auch im 12. Behandlungsmonat bestand bei %79 der ansprechenden Betroffenen dieses positive Ansprechen fort.
Larotrectinib ist ein als Tablette oral einzunehmendes Medikament, das Tropomyosin-Rezeptorkinase-Fusionsproteine (TRK) selektiv hemmt
In manchen Krebszellen verbindet sich das TRK-Gen mit anderen Genen. Dies kommt bei allen Krebsarten mit einer Häufigkeit zwischen % 0.5 - % 1 vor, bei einigen seltenen Krebsartenjedoch bei mehr als % 90. Beispiele für diese seltenen Tumoren sind Speicheldrüsenkrebs, juveniler Brustkrebs im Kindes- oder Jugendalter und infantiles Fibrosarkom. TRK-Positivität kann allerdings auch bei Kolon- beziehungsweise Dickdarmkrebs, Lungen-, Bauchspeicheldrüsen- und Schilddrüsenkrebs sowie beim Hautkrebs Melanom vorkommen.
Die häufigsten beobachteten Nebenwirkungen der Behandlung waren Schwäche und leichter Schwindel. Leichter Schwindel wird bei dieser Behandlung als normal angesehen, weil das normale TRK-Protein an der Gleichgewichtssteuerung beteiligt ist. Niemand musste die Behandlung wegen Nebenwirkungen abbrechen. Diese Entwicklung gehört zu den wichtigsten Schritten für die Präzisionsmedizin beziehungsweise individuell angepasste Behandlungen . Denn unabhängig vom Ursprungsorgan des Tumors und vom Alter der Betroffenen wurde die durch eine Mutationverursachte genetische Veränderung gezielt behandelt und ein bedeutsames Ansprechen erzielt.
Wenn sich das gegen diese genetische Mutation entwickelte Larotrectinib auch in umfangreicheren Studien als erfolgreich erweist, könnten bei Menschen mit fortgeschrittenem Krebs die zur Beurteilung einer TRK-Fusion eingesetzten Gentests Bestandteil unserer Routinepraxis werden. .
Weiterführende Informationen zu TRK-Fusionen
TRK-Fusionen wurden erstmals 1982 bei Dickdarmkrebs entdeckt. Erst die Entwicklung von Technologien wie neuen DNA-Sequenzierungsverfahren, dem Next-Generation Sequencing, in den letzten Jahren ermöglichte jedoch den Nachweis dieser Veränderung bei Krebskranken. Inzwischen wurden mehr als 50 unterschiedliche Gene beschrieben, die sich mit TRK-Genen verbinden. Abnorme TRK-Fusionsproteine sind ständig „eingeschaltet“ und senden Krebszellen Signale für Wachstum und Vermehrung.

Quellen
2017 ASCO Annual Meeting. Abstract No: LBA2501
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