Genomikpanel der nächsten Generation mit 1021 Genen: ein Fortschritt für personalisierte Krebsbehandlung

In diesem Artikel
Genetische Tests haben die Onkologie verändert
Heute wissen wir, dass jeder Tumor genetisch einzigartig ist. Deshalb gehört es zu den wirksamsten Werkzeugen personalisierter Medizin, die genetische Landkarte eines Tumors zu erstellen. Umfassende genetische Analysenvon Gewebeproben oder Flüssigbiopsien helfen, die am besten geeignete Behandlung auszuwählen.
In dieser gemeinsam mit internationalen Forschenden durchgeführten Studie, zu deren Autoren ich gehöre, untersuchten wir technische Genauigkeit und klinischen Nutzen eines umfassenden Panels zur Next-Generation-Sequenzierung (NGS) mit 1021 Genen. Die Arbeit wurde am 20. Juni 2025 im International Journal of Molecular Sciences veröffentlicht und verdeutlicht erneut die Möglichkeiten genetischer Tests in der Onkologie.
Studienüberblick: Testung von mehr als 1300 Tumorproben

Die obige Grafikzeigt bei mehr als 1300 Menschen mit Krebs, die mit dem NGS-Panel aus 1021 Genen untersucht wurden, die Verteilung der Krebsarten .
Im Rahmen der Studie wurden
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insgesamt 1368 Patientenproben untersucht; bei 1345 beziehungsweise 98,3 % gelang die NGS-Analyse.
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Insgesamt wurden 10.805 genetische Veränderungen nachgewiesen, von denen 66 % als „onkogen“ oder „wahrscheinlich onkogen“ eingestuft wurden.
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Bei mehr als 50 % fanden sich therapeutisch nutzbare Veränderungen innerhalb oder außerhalb der Zulassung.
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Tumormutationslast (TMB) und Mikrosatelliteninstabilität (MSI) als immuntherapiebezogene Biomarker wurden mit hoher Übereinstimmung zu Goldstandardverfahren bestimmt.
Wichtigste Ergebnisse: hohe klinische Aussagekraft

Die obige Darstellungzeigt für die mit dem NGS-Panel aus 1021 Genen untersuchten Tumorproben die Ergebnisse zur klinischen Handlungsrelevanz (Clinical Actionability) .
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12,6 % hatten die Möglichkeit einer zugelassenen zielgerichteten Behandlung.
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43,9 % wiesen Mutationen für eine onkologische Off-Label-Behandlung auf.
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26,2 % trugen genetische Veränderungen, die für klinische Studien geeignet waren.
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Weitere Kategorien waren Resistenzmutationen (5,9 %), Varianten unklarer Bedeutung (VUS, 2,5 %), unveränderte Gene (Wildtyp, 3,3 %) und Mutationen mit unbekannter therapeutischer Nutzbarkeit (5,6 %).
1. Therapeutisch adressierbare Mutationen:
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Bei 12,6 % bestanden genetische Veränderungen für zugelassene zielgerichtete Therapien.
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Unter Einbezug immuntherapiebezogener Biomarker wie TMB>10 mut/Mb oder MSI-H stieg der Anteil auf 20,15 %.
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Am häufigsten adressierte Gene: TP53 (47,6 %), KRAS (26,2 %), PIK3CA (12,8 %), BRCA1/2 (8,3 %), ERBB2 (14,8 %)

2. Übereinstimmung zwischen Gewebe- und Flüssigbiopsie:
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Bei 10 Personen wurden FFPE-Gewebe und Plasma für die Flüssigbiopsie verglichen.
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Die Übereinstimmung betrug 70 %. In 3 abweichenden Fällen war im Plasma keine ctDNA nachweisbar, was auf die laufende Behandlung zurückgeführt wurde.
3. Vorhersage für HRR und PARP-Inhibitoren:
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Bei 19,8 % von 1345 Personen wurden Mutationen in HRR-assoziierten Signalwegen nachgewiesen.
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Besonders Varianten in Genen wie BRCA1/2 (3,7 %) und ATM machen manche Betroffene zu Kandidaten für spezielle Behandlungen wie PARP-Inhibitoren .

4. Immuntherapie-Biomarker:
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MSI-H: Nur bei 1,2 % nachgewiesen, überwiegend bei Darmkrebs.
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TMB >10 mut/Mb: Bei 9,2 % vorhanden, besonders bei Lungen-, Brust- und kolorektalen Tumoren.

Technische Zuverlässigkeit: für die klinische Anwendung bereit
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SNV, Indels, CNV und Fusionen wurden mit nahezu 100 % Genauigkeit erkannt.
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Selbst bei einer Variantenallelfrequenz (VAF) von nur 0,5 % bestand eine hohe Empfindlichkeit.
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Im Vergleich mit anderen Methoden wurde eine Übereinstimmung von über 90 % erreicht, besonders für HER2, ALK, TMB und MSI.
Vorteil des Hybridverfahrens: Echtzeitüberwachung durch Flüssigbiopsie
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Das Panel deckt größere Genombereiche ab als amplikonbasierte Tests.
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Die Hybrid-Capture-Technologieermöglicht empfindlichen Nachweis auch bei niedrigen ctDNA-Spiegeln.
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So können Krankheitsverlauf, Therapieansprechen und Resistenzmutationen im Plasma verfolgt werden.
Was bedeutet das für die klinische Praxis?
Das Panel liefert sowohl aus Gewebe als auch aus Flüssigproben zuverlässige, umfassende genetische Informationen bis hin zu feinsten Details der Tumorbiologie. Dadurch:
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Werden Mutationen erkannt, die die Therapiewahl direkt beeinflussen.
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Wird eine an der Tumorbiologie ausgerichtete Behandlungsplanung möglich.
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Steigt das Potenzial, Resistenzentwicklung oder ein Wiederauftreten früh zu erkennen.
Fazit: ein leistungsfähiges Werkzeug der personalisierten Medizin
Diese Studie zeigt, dass das NGS-Panel mit 1021 Genen sowohl technisch genau als auch klinisch aussagekräftig ist. Besonders der Nachweis seltener Mutationen, die Flüssigbiopsie bei fehlendem Gewebezugang und die breite Genabdeckung könnten die personalisierte Krebsbehandlung weiter voranbringen.
Quellen
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