HeLa-Zellen 1951 – Die ersten unsterblichen menschlichen Zellen

Medizinforscher nutzen im Labor gezüchtete menschliche Zellen, um Zellfunktionen zu untersuchen und Behandlungen zu entwickeln. Solche Zellen können eingefroren und zwischen verschiedenen Forschern ausgetauscht werden. Die meisten Zelllinien teilen sich jedoch nur begrenzt oft und sterben anschließend ab.
1951 kultivierte der amerikanische Biologe George Gey Zellen aus einem bösartigen Tumor des Gebärmutterhalses und schuf damit die ersten unsterblichen menschlichen Zellen. Die Zellen waren ohne das Wissen einer Patientin namens Henrietta Lacks entnommen worden, die 1951 an Gebärmutterhalskrebs erkrankt war. Gey gab sie allen interessierten Wissenschaftlern frei weiter. Aus der Forschung an diesen Zellen gingen mehr als 60000 wissenschaftliche Artikel und 11000 Patente hervor.
Die nach Henrietta Lacks benannten HeLa-Zellen werden auch heute noch von Forschern verwendet.
Die Schriftstellerin Rebecca Skloot schreibt:
„Könnte man alle jemals erzeugten HeLa-Zellen auf eine Waage legen, würden sie mehr als 50 Millionen metrische Tonnen wiegen, also genau so viel wie hundert Empire State Buildings. HeLa-Zellen waren entscheidend für die Entwicklung des Polioimpfstoffs; sie enthüllten Geheimnisse über Krebs, Viren und die Auswirkungen der Atombombe; sie ebneten den Weg für wichtige Fortschritte wie In-vitro-Fertilisation, Klonen und Genkartierung; und sie wurden milliardenfach gekauft und verkauft.“
HeLa-Zellen reparieren ihre Chromosomenenden, die normalerweise nach vielen Zellteilungen stark geschädigt werden, kontinuierlich. Sie enthalten dafür ein aktives Telomerase-Enzym. Die genetische Struktur der HeLa-Zellen unterscheidet sich deutlich vom humanen Papillomvirus 18 und von zusätzlichen Kopien mehrerer menschlicher Chromosomen. Da sich die Zellen sogar über Partikel in der Luft verbreiten können, haben sie viele andere Zellkulturen kontaminiert.
Lacks starb im Alter von 31 Jahren an der Ausbreitung ihres Krebses. Ihre Familie erfuhr erst Jahre später von ihrer „Unsterblichkeit“. Die Zellen wurden seitdem in zahlreichen Forschungsbereichen verwendet: von der Entsendung ins All zur Untersuchung geringer Schwerkraft über AIDS bis zur Prüfung toxischer Substanzen.
Beschreibung der Artikelabbildung: Sich teilende HeLa-Zellen unter dem Elektronenmikroskop
Historische Persönlichkeiten im Artikel: George Otto Gey (1899–1970), Henrietta Lacks (1920–1951)
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