Hornhauttransplantation 1905 – Die Augen wieder für die Welt öffnen

LIFE veröffentlichte in der Ausgabe vom Juli 1946 folgende Aussage: „Hunderte Amerikaner, die einst blind waren, können heute dank der Augen verstorbener Menschen sehen ... Blind zu sein, obwohl der Rest des Auges gesund ist (aufgrund kleiner Ursachen durch eine Hornhautschädigung), erschien immer besonders unerträglich.“
Die Hornhaut ist die klare, kuppelförmige Oberfläche vor Iris und Pupille. Wird sie beschädigt, kann dies zur Erblindung führen. Sie trägt überwiegend zur „Fokussierungskraft“ des Auges bei.
Heute können Keratoplastiken, also Hornhauttransplantationen, das Sehvermögen wiederherstellen. Sie gehören außerdem zu den häufigsten und erfolgreichsten Formen der Transplantation festen Gewebes. Dabei wird die beschädigte Hornhaut manchmal mithilfe eines Trepans (eines Instruments, das einem runden Ausstecher ähnelt) entfernt und durch die Hornhaut eines kürzlich verstorbenen Menschen ersetzt.
1905 führte der österreichische Augenarzt Eduard Zirm bei einem Arbeiter namens Alois Glogar eine erfolgreiche menschliche Hornhauttransplantation durch. Es war wahrscheinlich die erste erfolgreiche Transplantation von Mensch zu Mensch. Alois Glogar war durch einen Unfall bei der Arbeit mit Kalk erblindet. Die gesunden Hornhäute stammten von einem 11-jährigen Jungen, dessen Augen durch tiefe Verletzungen erblindet waren. Weil Zirm keine modernen feinen Materialien zum Einnähen der Hornhaut verwendete, nutzte er Streifen der Bindehaut aus der weißen Augenhaut, um die Hornhaut während der Heilung festzuhalten.
Die bei Transplantationen übliche Gewebeabstoßung ist bei Hornhäuten wegen eines teilweisen Immunprivilegs verringert, aber nicht ausgeschlossen. Dies beruht auf mehreren Faktoren, etwa der Hornhautanatomie und natürlich vorkommenden immunsuppressiven Verbindungen in der wässrigen Substanz zwischen Linse und Hornhaut. Etwa 90% sind ein Jahr nach der Operation erfolgreich.
Heute werden statt Schneidklingen häufig Laser verwendet. Gleichzeitig wird weiter an künstlichen Materialien und Stammzellen als Hornhautersatz geforscht.
Beschreibung des Artikelbildes: Dr. Eduard Zirm führte 1905 die erste erfolgreiche vorübergehende Keratoplastik in seinem Operationssaal durch.
Im Artikel genannte historische Personen: Eduard Konrad Zirm (1863–1944)
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Quellen
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