Ist vaginales Östrogen bei Brustkrebspatientinnen sicher?

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Die Sicherheit lokaler Östrogenanwendungen gegen Wechseljahresbeschwerden bei Patientinnen mit einer Brustkrebsdiagnose nach der Menopause wird seit Langem diskutiert. Eine kürzlich durchgeführte große Studie ergab, dass vaginal angewendetes lokales Östrogen das Überleben von Brustkrebspatientinnen nicht beeinträchtigt und die Überlebensraten möglicherweise sogar verbessern kann.
Bedeutung und Notwendigkeit der Studie
Patientinnen mit hormonrezeptorpositivem Brustkrebs erhalten häufig antihormonelle Therapien und leiden unter deren wechseljahresähnlichen Nebenwirkungen. Gelenkschmerzen, Fatigue und Beschwerden der Harnwege können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Traditionell werden zunächst nichthormonelle Behandlungen bevorzugt; lokale Östrogene werden erst erwogen, wenn andere Methoden versagen.
Auch das American College of Obstetricians and Gynecologists (ACOG) bewertet systemisches Östrogen bei Patientinnen mit Brustkrebs in der Vorgeschichte wegen eines möglichen erhöhten Rezidivrisikos als kontraindiziert beziehungsweise ungeeignet. Es gibt jedoch keine eindeutige Evidenz dafür, dass eine lokale vaginale Hormonanwendung dieses Risiko erhöht.
Umfang und Methoden der Untersuchung
Olivia Mitchel und ihr Team von der medizinischen Fakultät der University of Arizona analysierten Daten des US-Krebsregistersystems SEER und des Medicare Health Outcomes Survey (MHOS), um die Auswirkungen lokaler vaginaler Östrogene bei Frauen ab 65 Jahren mit Brustkrebs zu untersuchen. Ausgewertet wurden insgesamt 18.620 zwischen 2010-2017 diagnostizierte Brustkrebspatientinnen; 800 von ihnen hatten lokales vaginales Östrogen angewendet.
Diese neue Studie wurde auf der ASCO-Jahrestagung 2025 als Posterbeitrag Nr. 578 vorgestellt.

Wichtigste Befunde und statistische Ergebnisse
Die Analysen ergaben bemerkenswerte Ergebnisse:
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Bei Frauen, die lokales vaginales Östrogen anwendeten, war im Vergleich zu Nichtanwenderinnen das Gesamtüberleben um 44% höher (HR: 0,56; p<0,0001).
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Auch das brustkrebsspezifische Überleben verbesserte sich um 47% (HR: 0,53; p=0,014).
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Bei Frauen mit mehr als 7 Jahren vaginaler Östrogenanwendung war die Verbesserung des Überlebens noch deutlicher (HR: 0,01; p<0,0001).
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In der Untergruppe mit hormonrezeptorpositivem Brustkrebs wurden ähnliche Ergebnisse beobachtet (HR: 0,62; p=0,0007).
Übertragung der Ergebnisse in die klinische Praxis
Die Erstautorin Olivia Mitchel erklärte: „Lange galt die Auffassung, dass hormonelle Therapien unter keinen Umständen eingesetzt werden sollten. Diese Ergebnisse stützen jedoch lokale Östrogene als sichere Option zur Verbesserung der Lebensqualität. Die Befunde könnten die klinische Praxis verändern und die Lebensqualität vieler Frauen verbessern“.
Einschränkungen der Studie
Da die Ergebnisse auf die Altersgruppe nach der Menopause begrenzt sind, lassen sie sich nur schwer auf jüngere Patientinnen übertragen. Zudem untersuchte die Studie nicht den Einfluss unterschiedlicher lokaler Östrogendosen auf die Sicherheit. Dazu sind weitere Untersuchungen erforderlich.
Fazit und Empfehlungen
Die bisherigen Befunde zeigen bei postmenopausalen Brustkrebspatientinnen keinen negativen Einfluss lokaler vaginaler Östrogene auf das Überleben. Dies könnte eine Überprüfung des bisherigen Behandlungsvorgehens erforderlich machen. In jedem Fall muss jedoch individuell abgewogen und gemeinsam mit dem behandelnden Arzt entschieden werden.
Die Einbindung dieser Ergebnisse in die Praxis könnte eine neue Phase einleiten, in der die Lebensqualität in der Brustkrebsbehandlung stärker in den Vordergrund rückt.
Quellen
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