Levodopa bei Parkinson 1957 – Eine wundersame Behandlung

Die österreichischen Forscher Oleh Hornykiewicz und Walther Birkmayer veröffentlichten 1961 einen Bericht über L-Dopa als scheinbar wundersame Behandlung der Parkinsonkrankheit. Diese Erkrankung des zentralen Nervensystems beeinträchtigt die Bewegungskontrolle und weitere Hirnfunktionen. Im Bericht hieß es:
„Nach der Injektion von L-Dopa konnten bettlägerige Patienten, Patienten, die nicht sitzen oder aus dem Sitzen aufstehen konnten, und Patienten, die im Stehen nicht gehen konnten, all diese Tätigkeiten mühelos ausführen … Sie konnten sogar laufen und springen. Ihre leise Sprache … wurde kräftig und klar.“
Menschen mit Parkinson leiden unter Muskelzittern, Steifigkeit und verlangsamten Bewegungen. Die Erkrankung entsteht meist durch die unzureichende Produktion des von bestimmten Nervenzellen im Hirnstamm normalerweise gebildeten Neurotransmitters Dopamin. Der englische Apotheker James Parkinson beschrieb die Erkrankung 1817 ausführlich in einer Abhandlung über die „Schüttellähmung“. Der schwedische Wissenschaftler Arvid Carlsson entdeckte 1957 Dopamin in einer für die Bewegungskontrolle wichtigen Hirnregion. Außerdem zeigte er, dass eine Senkung des Dopaminspiegels bei Tieren Parkinsonsymptome auslösen kann und dass sich diese durch die Gabe von Levodopa (einem psychoaktiven Medikament, auch L-Dopa genannt) wieder rückgängig machen lassen.
Levodopa überwindet die Blut-Hirn-Schranke und gelangt ins Gehirn, wo bestimmte Nervenzellen es in Dopamin umwandeln können. Wird Levodopa außerhalb des Gehirns verstoffwechselt, kann es Nebenwirkungen wie Übelkeit und plötzliche Bewegungen verursachen. Andere Medikamente können diesen Stoffwechsel unterdrücken. Wenn Medikamente nicht mehr ausreichend wirken, kann eine tiefe Hirnstimulation mit elektrischen Impulsen eingesetzt werden.
Die Transplantation von Stammzellen ins Gehirn wird weiterhin als mögliche Behandlung erforscht.
Der Neurologe Oliver Sacks setzte Levodopa bei Patienten mit Encephalitis lethargica ein, die sich seit Jahren weder bewegt noch gesprochen hatten.
Parkinson steht außerdem mit abnormen Ablagerungen im Gehirn in Zusammenhang, die als Lewy-Körperchen bezeichnet werden (Proteinablagerungen) und aus Alpha-Synuclein bestehen. Diese Ablagerungen können zum Absterben von Hirnzellen führen. Zudem sind verschiedene genetische Mutationen bekannt, die Parkinson verursachen.
Erläuterung zum Beitragsbild: Eine bekannte Darstellung eines Parkinsonpatienten aus A Manual of Diseases of the Nervous System (1886) des englischen Neurologen William Richard Gowers.
Im Beitrag erwähnte historische Persönlichkeiten: James Parkinson (1755–1824), Walther Birkmayer (1910–1996), Arvid Carlsson (geb. 1923), Oleh Hornykiewicz (geb. 1926), Oliver Wolf Sacks (geb. 1933)
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