Strahlentherapie 1903 – Radiotherapie, „Şua“ oder Bestrahlung

In diesem Artikel
Strahlentherapie (oder Radiotherapie) nutzt ionisierende Strahlung zur Zerstörung von Krebszellen. Ihre Wirkung beruht darauf, dass sie in diesen Zellen die DNA – das genetische Material – schädigt.
Der Begriff ionisierende Strahlung bezeichnet elektromagnetische Wellen (beispielsweise Röntgenstrahlen) oder Bündel subatomarer Teilchen (beispielsweise Protonen), deren Energie ausreicht, um Elektronen aus Atomen oder Molekülen zu entfernen.
Strahlung kann sowohl normale als auch Krebszellen schädigen. Schnell wachsende Krebszellen sind jedoch meist empfindlicher gegenüber dieser Strahlung. Eine Strahlentherapie kann die DNA direkt schädigen oder geladene Teilchen beziehungsweise freie Radikale erzeugen, die DNA-Schäden verursachen können.
Die Strahlung kann von einem Gerät ausgehen, als externe Strahlentherapie, oder bei der Brachytherapie von radioaktivem Material, das nahe den Krebszellen im Körper platziert wird. Eine systemische Strahlentherapie umfasst Stoffe, die geschluckt oder injiziert werden können:
- Stoffe, die an Antikörper gebunden sind, welche zu den Krebszellen gelangen, oder
- Stoffe wie radioaktives Jod
In der Geschichte der Entdeckungen zur Strahlung gibt es mehrere wichtige Meilensteine, zum Beispiel:
- Der französische Wissenschaftler Henri Becquerel entdeckte 1896 die Radioaktivität des Urans.
- Etwa ein Jahr zuvor hatte der deutsche Physiker Wilhelm Conrad Röntgen bei Experimenten mit elektrischen Entladungsröhren zufällig die Röntgenstrahlen entdeckt.
- 1898 entdeckten die Physiker Marie und Pierre Curie zwei neue radioaktive Elemente: Polonium und Radium.
- In seiner Nobelpreisrede 1903 schlug Becquerel vor, Radium zur Krebsbehandlung einzusetzen.
- Im selben Jahr (1903) brachte der deutsche Chirurg Georg Perthes den Einsatz von Röntgenstrahlen zur Behandlung von Brust- und Hautkrebs voran.
- In den 1920er- und 1930er-Jahren entdeckten die französischen Forscher Claudius Regaud und Henri Coutard, dass sie durch eine Bestrahlung mit fraktionierten Dosen (beispielsweise täglich kleineren Dosen statt einer einzigen großen Dosis) Tumoren zerstören und dabei das benachbarte gesunde Gewebe weniger schädigen konnten.
Außerdem erhöht die Verabreichung vieler Einzeldosen die Wahrscheinlichkeit, Krebszellen in unterschiedlichen Phasen ihres Teilungszyklus zu treffen, wodurch sie anfälliger werden.
Heute spielen Computer eine wichtige Rolle bei der Darstellung der Tumorlage, der Ausrichtung des Patienten während der Behandlung und der Berechnung der Strahlendosen.
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Zusatzinformation: „Şua tedavisi“ – Herkunft und Bedeutung
Ältere türkischsprachige Menschen bezeichnen die Strahlentherapie möglicherweise als „şua tedavisi“. Dafür gibt es historische und sprachliche Gründe, die unmittelbar mit dem damaligen Verständnis und der Ausdrucksweise zusammenhängen. Das Wort „şua“ stammt aus dem Arabischen und bedeutet „Strahl“. Die bei der Radiotherapie verwendeten Strahlen sollen Krebszellen abtöten oder ihr Wachstum verlangsamen. Daher wurde diese Behandlungsform damals „şua tedavisi“, also Strahlenbehandlung, genannt.
Sprachwandel und medizinische Begriffe
Sprache verändert und entwickelt sich im Lauf der Zeit. Auch viele medizinische Begriffe und Konzepte wandeln sich. Ob die Behandlung als „şua tedavisi“, Strahlenbehandlung oder Radiotherapie bezeichnet wurde, hängt mit dem medizinischen Wissen, der Technik und dem Sprachgebrauch der jeweiligen Zeit zusammen.
Erläuterung des Artikelbildes: Eine Aufnahme von 1957 zeigt den ersten Patienten, der wegen eines Retinoblastoms, eines Krebses der lichtempfindlichen Netzhaut des Auges, mit einer Strahlentherapie am Linearbeschleuniger behandelt wurde. Ein Auge wurde erfolgreich behandelt.
Im Artikel erwähnte historische Persönlichkeiten: Wilhelm Conrad Röntgen (1845–1923), Antoine Henri Becquerel (1852–1908), Pierre Curie (1859–1906), Marie Skłodowska Curie (1867–1934), Georg Clemens Perthes (1869–1927), Claudius Regaud (1870–1940), Henri Coutard (1876–1950)
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Quellen
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