Strategien zur Brustkrebsprävention sollten viel früher im Leben beginnen

Eine im Amerikanischen Krebsjournal veröffentlichte Untersuchung zeigt erstens, dass Strategien zur Brustkrebsprävention bereits in der Kindheit beginnen sollten, und zweitens, dass im Erwachsenenalter Gewichtskontrolle und körperliche Aktivität Vorrang haben sollten.
Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen. Jährlich wird bei etwa 227.000 Frauen Brustkrebs diagnostiziert, und etwa 40.000 Frauen sterben daran. Dass im Laufe ihres Lebens eine von 8 Frauen erkrankt und diese Zahlen täglich weiter steigen, ist sehr bedenklich und beunruhigend. Dies verdeutlicht, wie unerlässlich die Vorbeugung ist. Wie bei vielen Erkrankungen ist auch bei Brustkrebs die wirksamste Behandlung, seine Entstehung von vornherein zu verhindern, also Prävention.
Es gibt Faktoren mit nachgewiesener Wirksamkeit zur Brustkrebsprävention: weniger Alkohol, körperliche Aktivität, Gewichtskontrolle, gesunde Ernährung mit Schwerpunkt auf Gemüse, Obst und Getreide, Stillen sowie die Einnahme von Tamoxifen und Raloxifen als Chemoprophylaxe. Für einen wirksamen Schutz reicht es jedoch nicht aus, diese Faktoren nur zu kennen und anzuwenden. Auch ihre Prioritäten und der richtige Zeitpunkt müssen bestimmt und eine ideale Präventionsstrategie festgelegt werden. Um diese Prioritäten zu klären, wurde kürzlich eine Studie über risikosenkende Faktoren und ihre wirksamen Lebensphasen veröffentlicht. Besonders betonte sie, dass Brustkrebspräventionsstrategien in jungen Jahren beginnen müssen.
Die wesentlichen Aussagen dieser Untersuchung, für die mehrere bisherige Studien systematisch zusammengestellt und analysiert wurden, lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:
Regelmäßige körperliche Aktivität und ein gesundes Gewicht spielen eine Schlüsselrolle bei der Brustkrebsprävention. Bedenkt man, dass etwa %60 der türkischen Bevölkerung adipös oder übergewichtig sind und %70 einen bewegungsarmen Lebensstil führen, sind diese Faktoren besonders wichtig. Eine Studie zeigte bei Frauen nach der Menopause, die mindestens 10 Kilogramm abnahmen und ihr Gewicht anschließend hielten, ein deutlich geringeres Brustkrebsrisiko als bei gleich schweren Frauen ohne Gewichtsveränderung. Dies vermittelt Frauen mittleren Alters eine wichtige Botschaft: Es ist keineswegs zu spät, das Brustkrebsrisiko zu senken. Studien zeigen außerdem, dass regelmäßig 1 Stunde Bewegung pro Tag das Risiko erheblich verringern kann. Im Erwachsenenalter sollten deshalb die Vermeidung einer Gewichtszunahme und regelmäßige körperliche Aktivität bei der Brustkrebsprävention höchste Priorität haben.
Das Brustkrebsrisiko steigt mit dem Alter. Die Geschwindigkeit dieses Anstiegs ist jedoch nicht in allen Lebensphasen gleich. Vom Beginn der Pubertät bis zur ersten Geburt steigt es sehr schnell; anschließend nimmt es weiter zu, allerdings langsamer. In der Kindheit und im frühen Erwachsenenalter ist der Risikoanstieg somit deutlich schneller. Eine Studie zeigte, dass regelmäßige körperliche Aktivität in der Pubertät das spätere Brustkrebsrisiko um %16 senkt. Dies ist ein wichtiger Hinweis auf den richtigen Zeitpunkt für Präventionsstrategien: Brustkrebsprävention sollte viel früher im Leben beginnen.
Zusammenfassend wurden in der Fachliteratur bereits mehrere wirksame Faktoren zur Brustkrebsprävention ermittelt. Ihre Prioritäten in unterschiedlichen Lebensphasen und die idealen Umsetzungsstrategien sind jedoch noch nicht festgelegt. Diese Untersuchung zeigt erstens, dass Präventionsstrategien bereits in der Kindheit beginnen sollten, und zweitens, dass im Erwachsenenalter Gewichtskontrolle und körperliche Aktivität im Vordergrund stehen sollten. Diese Ergebnisse geben Orientierung für neue Studien.
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