Vitamin-D-Unterversorgung und das Risiko einer chemotherapiebedingten peripheren Neuropathie mit Taubheit in Händen und Füßen

In diesem Artikel
Vitamin-D-Mangel und entsprechende Nahrungsergänzungen stehen im Gesundheitsbereich ständig im Fokus. Insbesondere der Zusammenhang mit Krebs ist Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Studien. Vitamin-D-Präparate zählen zu den 10 am häufigsten verordneten Produkten, und Vitamin-D-Mangel gehört zu den 5 am häufigsten gestellten Diagnosen. Die Forschung zur Rolle von Vitamin D bei Krebs untersucht insbesondere dessen Auswirkungen auf biochemische Signalwege im Körper und darauf, wie es Wachstum und Ausbreitung von Krebszellen beeinflussen könnte. Daher sind die Feststellung eines Vitamin-D-Mangels und bei Bedarf eine Supplementierung zu einem wichtigen Bestandteil der Krebsbehandlung und der allgemeinen Gesundheitsversorgung geworden. Ein ausreichender Vitamin-D-Spiegel bei Krebspatienten kann die Wirksamkeit der Therapie steigern und Nebenwirkungen verringern. Dadurch können Lebensqualität und Therapietreue verbessert werden. Deshalb wird der Korrektur eines Vitamin-D-Mangels und der Supplementierung in der Onkologie zunehmend Aufmerksamkeit geschenkt.
Zusammenhang zwischen einer Behandlungsnebenwirkung und Vitamin-D-Unterversorgung
In einer Studie hatten Patienten mit unzureichenden Vitamin-D-Werten ein etwa 1,6-fach höheres Risiko für eine periphere Neuropathie, eine nach der Chemotherapie mögliche Nervenschädigung, als Patienten mit ausreichenden Werten.
Chemotherapiebedingte periphere Neuropathie (CIPN) entsteht durch eine von Chemotherapeutika verursachte Nervenschädigung. Diese kann Empfindungsstörungen wie Taubheit, Kribbeln und Schmerzen auslösen. Besonders an Händen und Füßen können unangenehme Veränderungen der Wahrnehmung auftreten. Das am stärksten mit dieser Nebenwirkung verbundene Chemotherapeutikum ist Paclitaxel.
Die im November 2023 in der Zeitschrift des National Comprehensive Cancer Network (US-amerikanisches umfassendes Krebsnetzwerk) veröffentlichte Studie zeigte einen bemerkenswerten Befund insbesondere bei Patientinnen, die wegen Brustkrebs behandelt wurden.
Patientinnen unter Paclitaxel mit unzureichenden Vitamin-D-Werten hatten eine höhere Wahrscheinlichkeit, eine schwere, schmerzhafte und funktionseinschränkende CIPN vom Grad 3 oder höher zu entwickeln. Dies deutet darauf hin, dass der Vitamin-D-Spiegel gegenüber dieser Chemotherapienebenwirkung einen Schutzfaktor darstellen könnte. Deshalb könnte die Feststellung und gegebenenfalls Korrektur einer Vitamin-D-Unterversorgung vor der Chemotherapie ein wichtiger Schritt zur Verringerung des CIPN-Risikos sein.
In dieser Studie wurde Vitamin-D-Unterversorgung als ein Vitamin-D-Blutserumspiegel unter 20 Nanogramm/Milliliter (< 20 ng/mL) definiert.
Für diese Untersuchung analysierten die Forschenden Daten von Patientinnen mit frühem Brustkrebs aus einer klinischen Studie, in der Doxorubicin, Cyclophosphamid und Paclitaxel in adjuvanten Chemotherapieregimen in sechs verschiedenen Dosierungen verglichen wurden: der Phase-3-Studie SWOG S0221. Ziel war die Bewertung der Wirksamkeit und Sicherheit dieser Medikamentenkombinationen.
Die Untersuchung umfasste 1191 Brustkrebspatientinnen mit einem Durchschnittsalter von 51,1 Jahren. Alle waren Frauen; 83,7% waren weiß, und 52,5% erhielten Paclitaxel alle zwei Wochen. Zu Studienbeginn wurde bei 33,3% eine Vitamin-D-Unterversorgung festgestellt. Bei 16,4% entwickelte sich eine schwere sensorische CIPN, bei 17,1% eine schwere sensorische oder motorische CIPN. Diese Zahlen liefern wichtige Informationen zur Häufigkeit der chemotherapiebedingten peripheren Neuropathie und zum möglichen Einfluss eines Vitamin-D-Mangels.
Wichtige Ergebnisse

Erläuterung der Grafik: Dieses Balkendiagramm vergleicht die Häufigkeit chemotherapiebedingter peripherer Neuropathie (CIPN) vom Grad 3 oder 4 bei Patientinnen mit ausreichenden (>20 ng/mL) beziehungsweise unzureichenden (<20 ng/mL) Vitamin-D-Werten vor der Behandlung. Unter den 397 Patientinnen mit Vitamin-D-Unterversorgung betrug die CIPN-Häufigkeit 20,7%, unter den 794 mit ausreichenden Werten dagegen 14,2%. Die Odds Ratio (OR) beträgt 1,57; der Unterschied ist statistisch signifikant (P=0,005).
Je nach Risikofaktor erhöhte sich das Risiko einer chemotherapiebedingten peripheren Neuropathie (CIPN) um folgende Faktoren:
- Vitamin-D-Unterversorgung: 1,57-fach erhöhtes CIPN-Risiko
- Höheres Alter: 1,02-fach erhöhtes CIPN-Risiko
- Schwarze Bevölkerungsgruppe: 2,48-fach erhöhtes CIPN-Risiko
- Andere Bevölkerungsgruppen, weder Schwarz noch weiß: 1,84-fach erhöhtes CIPN-Risiko
- Paclitaxel-Behandlung alle zwei Wochen: 2,37-fach erhöhtes CIPN-Risiko.
Wie ersichtlich, stellt unter diesen Faktoren nur die Vitamin-D-Unterversorgung einen beeinflussbaren Faktor dar.
Fazit
Die Feststellung und gegebenenfalls Korrektur einer Vitamin-D-Unterversorgung kann das CIPN-Risiko senken und die Lebensqualität langfristig verbessern. Dies könnte Patientinnen ermöglichen, die wirksame Paclitaxel-Behandlung länger fortzusetzen und dadurch ihre Überlebenszeit zu verlängern. In diesem Zusammenhang wird der Vitamin-D-Spiegel als wichtiger biologischer Marker betrachtet, der für eine individuell abgestimmte Therapieplanung genutzt werden könnte.
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Bildbeschreibung: Die Abbildung zu diesem Artikel wurde von ChatGPT 4.0 mit folgendem Auftrag erstellt: „Ein Bild für einen Blogbeitrag, das Vitamin D als wichtigen Gesundheitsfaktor darstellt.“
Quellen
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