Was ist ein Herzinfarkt? Ursachen und Symptome

In diesem Artikel
Ein Herzinfarkt, medizinisch Myokardinfarkt, ist eine lebensbedrohliche Situation, die durch den plötzlichen Verschluss der Herzkranzgefäße entsteht. Der Herzmuskel erhält dadurch nicht ausreichend Sauerstoff, und die Zellen im betroffenen Bereich werden geschädigt. Weltweit und in der Türkei gehört der Herzinfarkt zu den häufigsten Todesursachen. Er tritt meist plötzlich mit Brustschmerzen, Atemnot oder Schwitzen auf und erfordert eine sofortige medizinische Behandlung. Dieser Artikel erläutert, was ein Herzinfarkt ist, welche Symptome und Ursachen er hat, welche Risikofaktoren bestehen und wie sich einem Herzinfarkt vorbeugen lässt . Außerdem beantworten wir häufig gestellte Fragen.
Was ist ein Herzinfarkt?
Bei einem Herzinfarkt führt der plötzliche Verschluss einer Koronararterie , also eines Herzkranzgefäßes, zum Ausfall der Blutversorgung im entsprechenden Herzmuskelbereich. Meist entsteht das Gerinnsel durch das Aufreißen einer atherosklerotischen Plaque , einer Fett- und Cholesterinablagerung in der Gefäßwand. Der Blutfluss stoppt, und innerhalb von Minuten beginnt Herzmuskelgewebe durch Sauerstoffmangel abzusterben; es entsteht ein Infarkt.
Da ein Herzinfarkt plötzlich auftritt und lebensbedrohlich ist, kann eine frühe Behandlung Leben retten. Je schneller das verschlossene Gefäß wieder eröffnet wird, desto geringer ist der Herzmuskelschaden. Deshalb sind das Erkennen der Beschwerden und rasches Handeln entscheidend. Manche Infarkte treten völlig plötzlich auf, bei anderen gibt der Körper zuvor Warnzeichen. Im Folgenden betrachten wir die Symptome genauer.
Symptome eines Herzinfarkts
Die Beschwerden beginnen meist plötzlich und stark. Am typischsten sind intensive Brustschmerzen und ein Engegefühl in der Brustmitte. Die Schmerzen strahlen häufig in den linken Arm, die Schulter oder den Kiefer aus. Gleichzeitig können Atemnot, kalter Schweiß, Schwindel oder ein Ohnmachtsgefühl sowie Übelkeit auftreten. Manche erleben während des Infarkts heftige Beschwerden, andere bemerken zuvor leichte Warnzeichen. Die folgende Tabelle vergleicht frühe Warnzeichen mit häufigen, typischen Symptomen :
| Frühe Warnzeichen (vor dem Infarkt) | Häufige Symptome (während des Infarkts) |
|---|---|
| Leichtes Unbehagen, Druck oder Enge in der Brust, möglicherweise vorübergehend | Starke Schmerzen, Druck oder Enge in der Brustmitte, meist länger als 20 Minuten |
| Atemnot bei Belastung, die in Ruhe nachlässt | Starke Atemnot und Luftnotgefühl auch in Ruhe |
| Ungewöhnliche Müdigkeit oder Schwäche, die bereits Tage vorher beginnen kann | Schmerzausstrahlung in linken Arm, Schulter, Hals oder Kiefer; gelegentlich Rücken- oder Magenschmerzen |
| Unerklärliche Angst, Unruhe oder ein Gefühl, dass etwas nicht stimmt | Kalter Schweiß, Blässe oder kalte, feuchte Haut |
| Verdauungsbeschwerden, Sodbrennen oder leichte Übelkeitsanfälle | Plötzlicher Schwindel, Ohnmachtsgefühl oder Bewusstlosigkeit; starke Übelkeit oder Erbrechen |

Das häufigste Symptom während eines Herzinfarkts sind starke Brustschmerzen. Betroffene beschreiben sie meist als Schwere oder Druck auf der Brust; häufig strahlen sie in Arm oder Hals aus. Dazu können kalter Schweiß, Blässe und starke Angst kommen. Atemnot kann das Gefühl verursachen, keine Luft zu bekommen. Auch Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und plötzliche Schwäche sind mögliche Symptome. Nicht alle Beschwerden müssen gleichzeitig auftreten. Insbesondere bei Menschen mit Diabetes oder manchen weiblichen Patienten können atypische Symptome vorkommen. Bei einem sogenannten stillen Herzinfarkt kann sogar ohne ausgeprägte Schmerzen ein Infarkt auftreten. Deshalb ist es wichtig, ungewöhnliche Körperzeichen ernst zu nehmen und bei Verdacht unverzüglich medizinische Hilfe zu suchen.
Ursachen eines Herzinfarkts
Die wesentliche Ursache ist der Verschluss eines Herzkranzgefäßes. Meist reißt dabei eine über Jahre in der Gefäßwand entstandene atherosklerotische Plaque aus Fett und Cholesterin plötzlich auf, und darauf bildet sich ein Blutgerinnsel. Der Blutfluss wird vollständig unterbrochen, und innerhalb weniger Minuten beginnt die Schädigung von Herzmuskelzellen. Die koronare Herzkrankheit als Ausdruck dieses Gefäßverkalkungsprozesses ist die Hauptursache von Herzinfarkten.
Verschiedene Faktoren fördern die Plaquebildung, den Gefäßverschluss und einen Herzinfarkt. Hohe Cholesterin - und Triglycerid werte, hoher Blutdruck (Hypertonie), Rauchen und Diabetes beschleunigen die Ablagerung von Plaques und erhöhen das Risiko. Auslöser wie starker Stress oder übermäßige körperliche Belastung können in einem bereits verengten Gefäß eine Plaqueruptur und damit einen Infarkt auslösen.
Seltener kann auch ein Koronararterienspasmus als vorübergehende Verkrampfung eines Herzkranzgefäßes die Durchblutung unterbrechen und einen Herzinfarkt verursachen. Auslöser können starker Stress, illegale Substanzen wie Kokain oder Kälte sein. Ein Infarkt ist dann auch ohne ausgeprägte zugrunde liegende Plaque möglich. Sehr selten können ein Einriss oder eine Verletzung der Gefäßwand beziehungsweise eine schwere Hypoxie mit niedrigem Sauerstoffgehalt im Blut einen Herzinfarkt auslösen. Dies sind jedoch seltene Sonderfälle.
Die Hauptursache eines Herzinfarkts ist somit der Verschluss eines Herzkranzgefäßes. Im Folgenden betrachten wir die Faktoren, die diesen begünstigen.
Risikofaktoren für einen Herzinfarkt
Risikofaktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer Herzerkrankung oder eines Gefäßverschlusses. Manche lassen sich nicht verändern, viele hängen jedoch mit dem Lebensstil zusammen und sind beeinflussbar. Sie lassen sich in nicht beeinflussbare und beeinflussbare Faktoren einteilen:
Nicht beeinflussbare Risikofaktoren
- Alter: Mit zunehmendem Alter steigt das Infarktrisiko. Besonders bei Männern über 45 und Frauen über 55 wird es deutlich.
- Geschlecht: Bis zum mittleren Lebensalter treten Herzinfarkte bei Männern häufiger auf als bei Frauen. Nach der Menopause nähert sich das Risiko der Frauen dem der Männer an.
- Familiengeschichte (genetische Veranlagung): Bei Herzinfarkten oder koronarer Herzkrankheit in jungen Jahren bei Verwandten ersten Grades wie Eltern oder Geschwistern ist das Risiko erhöht. Genetische Faktoren beeinflussen Gefäßstruktur und Cholesterinstoffwechsel und können die Infarktwahrscheinlichkeit erhöhen.
- Frühere Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Ein früherer Herzinfarkt oder andere durch Gefäßverschlüsse verursachte Erkrankungen wie ein Schlaganfall erhöhen das Risiko eines erneuten Infarkts. Auch eine in der Schwangerschaft aufgetretene Präeklampsie ist ein Risikofaktor für spätere Herzerkrankungen.
Beeinflussbare Risikofaktoren
- Rauchen und Tabakkonsum: Rauchen gehört zu den wichtigsten Infarktrisikofaktoren. Tabakrauch schädigt die Gefäße, beschleunigt die Plaquebildung und erhöht die Gerinnungsneigung. Auch Passivrauchen steigert das Risiko.
- Bluthochdruck (Hypertonie): Hoher Blutdruck schädigt und verhärtet die Gefäßwände. Unkontrollierter Bluthochdruck begünstigt einen Herzinfarkt.
- Hohe Cholesterinwerte: Hohe Werte von LDL-Cholesterin („schlechtem“ Cholesterin) und niedrige Werte von HDL-Cholesterin („gutem“ Cholesterin) im Blut fördern Fettablagerungen in den Gefäßen. Auch erhöhte Triglycerid werte sind ein Risikofaktor.
- Diabetes: Diabetes schädigt die Gefäße und begünstigt hohe Cholesterinwerte, wodurch das Risiko eines Herzkranzgefäßverschlusses deutlich steigt. Bei Diabetes können Infarktsymptome zudem unbemerkt bleiben; Betroffene sollten sich des Risikos bewusst sein.
- Adipositas: Starkes Übergewicht geht häufig mit weiteren Faktoren wie Bluthochdruck, Diabetes und hohen Cholesterinwerten einher. Bei Adipositas ist das Infarktrisiko erhöht. Besonders Fettansammlungen am Bauch sind ein Risikohinweis.
- Bewegungsmangel: Fehlende regelmäßige Aktivität schadet Herz und Gefäßen. Sie begünstigt Adipositas und trägt zu erhöhtem Blutdruck und Cholesterin bei.
- Ungesunde Ernährung: Eine Ernährung mit viel Fett, Salz und verarbeiteten Lebensmitteln, aber wenig Gemüse und Obst beschleunigt die Gefäßverkalkung. Durch Adipositas und erhöhte Cholesterin- und Blutdruckwerte steigert sie indirekt das Infarktrisiko.
- Übermäßiger Alkoholkonsum: Häufiger und hoher Alkoholkonsum erhöht den Blutdruck und kann den Herzmuskel schädigen. Zudem steigen die Triglyceride, was die Gefäße belastet. Es gibt zwar Auffassungen, nach denen geringe Mengen schützend wirken könnten; allgemein wird jedoch empfohlen, Alkohol nur begrenzt zu konsumieren.
- Stress und psychosoziale Faktoren: Chronischer Stress, Angst und Depression können die Herzgesundheit beeinträchtigen. Stresshormone können Gefäßverengungen, Blutdruckanstieg und Rhythmusstörungen auslösen. Unter starker Belastung können Herzinfarkte häufiger auftreten.
- Weitere Erkrankungen: Das metabolische Syndrom, also das gemeinsame Auftreten von Insulinresistenz, Bluthochdruck, Adipositas und Fettstoffwechselstörungen, erhöht das Infarktrisiko stark. Auch chronische Nierenerkrankungen und Autoimmunerkrankungen wie rheumatoide Arthritis oder Lupus können über Gefäßschäden das Risiko steigern.
Viele Risikofaktoren hängen somit vom Lebensstil und den Gesundheitsgewohnheiten ab. Positiv ist, dass ihre Kontrolle die Wahrscheinlichkeit eines Infarkts deutlich verringern kann. Im nächsten Abschnitt werden Möglichkeiten der Vorbeugung erläutert.
Einem Herzinfarkt vorbeugen
Ein Herzinfarkt lässt sich nicht immer vollständig verhindern, das Risiko kann jedoch erheblich gesenkt werden. Besonders die Kontrolle beeinflussbarer Faktoren schützt die Herzkranzgefäße. Zu den Lebensstilmaßnahmen zur Infarktvorbeugung gehören:
- Nicht rauchen: Wenn Sie rauchen, ist ein Rauchstopp eine der besten Maßnahmen für Ihr Herz. Der Verzicht auf Tabakprodukte kann das Infarktrisiko deutlich senken. Vermeiden Sie auch Passivrauchen.
- Gesund essen: Ernähren Sie sich gefäßfreundlich mit viel Gemüse, Obst, Vollkorn, Hülsenfrüchten und Omega-3-reichem Fisch. Vermeiden Sie stark verarbeitete Lebensmittel mit viel Salz, Zucker und gesättigten Fetten. Begrenzen Sie rotes Fleisch und verwenden Sie weißes Fleisch sowie gesunde Fette wie Olivenöl in maßvollen Mengen. Die mediterrane Ernährung ist ein für die Herzgesundheit empfohlenes Modell.
- Regelmäßig bewegen: Versuchen Sie, an mindestens 3-4 Tagen pro Woche insgesamt mindestens 150 Minuten mäßiges Ausdauertraining wie zügiges Gehen zu absolvieren. Aktivität stärkt Herz und Gefäße und hilft, Blutdruck und Gewicht zu kontrollieren. Wenn Sie neu beginnen, lassen Sie ein passendes Programm ärztlich abstimmen.
- Gewicht kontrollieren: Versuchen Sie, in einem zu Ihrer Körpergröße passenden gesunden Bereich des Body-Mass-Index (BMI) zu bleiben. Bauen Sie Übergewicht durch ausgewogene Ernährung und Bewegung ab, besonders Bauchfett. Ein gesundes Gewicht ist ein wichtiger Schritt zur Infarktvorbeugung.
- Blutdruck und Blutzucker kontrollieren: Blutdruck und Blutzucker sollten regelmäßig überwacht werden. Bei Hypertonie oder Diabetes halten Sie sich an den empfohlenen Behandlungsplan und nehmen Ihre Medikamente regelmäßig ein. Gute Kontrolle verhindert Gefäßschäden und senkt das Infarktrisiko.
- Cholesterin senken: Lassen Sie die Blutfette ärztlich kontrollieren. Bei erhöhtem Cholesterin senken Sie das LDL durch Ernährung, Bewegung und gegebenenfalls Medikamente wie Statine auf die Zielwerte. Gesunde Ernährung und Aktivität helfen auch, HDL, das „gute“ Cholesterin, anzuheben.
- Stress bewältigen und ausreichend ruhen: Integrieren Sie Entspannungsverfahren in Ihren Alltag, um chronischen Stress abzubauen. Yoga, Meditation, Hobbys oder professionelle Unterstützung können helfen. Achten Sie außerdem auf regelmäßigen und ausreichenden Schlaf , gewöhnlich 7-8 Stunden pro Nacht. Guter Schlaf ist für das Herz wichtig; Schlafmangel kann Blutdruck und Hormone beeinflussen und das Herz belasten.
- Alkohol nur maßvoll konsumieren: Wenn Sie Alkohol trinken, vermeiden Sie übermäßigen Konsum. Allgemein wird empfohlen, als Mann höchstens 2 und als Frau höchstens 1 Glas pro Tag zu trinken. Zu viel Alkohol kann dem Herzen schaden. Vollständiger Verzicht ist die risikoärmste Möglichkeit.
- Regelmäßige Gesundheitskontrollen: Vernachlässigen Sie ärztliche Kontrollen besonders dann nicht, wenn Sie über 40 sind oder Herzerkrankungen in der Familie vorkommen. Routineuntersuchungen wie Cholesterin- und Blutzuckermessung, EKG oder Belastungstest können Probleme früh erkennen. Werden Bluthochdruck oder Diabetes früh festgestellt und behandelt, kann einem Herzinfarkt vorgebeugt werden.
Mit diesen Maßnahmen schützen Sie Herz und Gefäße erheblich. Ein Herzinfarkt ist in hohem Maß vermeidbar; kleine Veränderungen sind langfristig eine Investition in Ihre Herzgesundheit.
Häufig gestellte Fragen
Was ist bei einem Herzinfarkt zu tun?
Wenn Infarktsymptome beginnen, ist am wichtigsten, sofort medizinische Hilfe zu rufen (112) und möglichst rasch ein Krankenhaus zu erreichen. Betroffene sollten sich nicht anstrengen, möglichst im Sitzen ruhen und Umstehende informieren. Wer allein ist, kann durch Öffnen der Tür den Zugang für Rettungskräfte erleichtern. Wenn Aspirin vorhanden ist oder die Rettungsleitstelle dazu auffordert, kann das Zerkauen einer Aspirintablette das Gerinnsel verkleinern; dies ersetzt jedoch keine medizinische Hilfe. Verliert die Person das Bewusstsein, sollten Umstehende mit grundlegenden Wiederbelebungsmaßnahmen wie Herzdruckmassage beginnen und bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes fortfahren.
Wie lange dauert ein Herzinfarkt?
Die Dauer hängt von der Schwere des Infarkts und der Behandlung ab. Brustschmerzen halten meist länger als 20 Minuten an und verschwinden nicht durch Ruhe. In manchen Fällen bestehen Schmerzen und weitere Beschwerden mehrere Stunden. Wird das Gefäß früh wieder eröffnet, können die Schmerzen schneller enden. Bei verzögerter Behandlung können sie mit fortschreitender Herzmuskelschädigung stundenlang anhalten. Insgesamt können Infarktsymptome einige Minuten bis mehrere Stunden bestehen. In jedem Fall ist es entscheidend, sofort Notfallhilfe zu suchen.
Wohin strahlen Herzinfarktschmerzen aus?
Die Schmerzen beginnen meist in der Brustmitte und werden als Druck, Enge oder Brennen beschrieben. Häufig strahlen sie in den linken Arm aus. Auch linke Schulter, Hals, Kiefer und Rücken können betroffen sein. Bei manchen werden sie im Oberbauch empfunden und mit Magenschmerzen oder Verdauungsbeschwerden verwechselt; auch beide Arme können schmerzen. Obwohl der linke Arm klassischerweise häufiger betroffen ist, können alleinige Schmerzen im rechten Arm, Hals oder Kiefer ebenfalls auf einen Infarkt hinweisen. Besonders bei Schmerzen, die in der Brust beginnen und in diese Bereiche ausstrahlen, muss an einen Herzinfarkt gedacht und unverzüglich medizinisch abgeklärt werden.
Was ist ein stiller Herzinfarkt und welche Symptome hat er?
Ein stiller Herzinfarkt ist ein unbemerkt abgelaufener Infarkt ohne ausgeprägte Beschwerden wie typische Brustschmerzen. Die betroffene Person erkennt daher möglicherweise nicht sofort, was geschehen ist. Die Symptome sind meist sehr leicht oder unspezifisch. Beispielsweise können eine über mehrere Tage ungewöhnliche Erschöpfung, kurze Anfälle von Atemnot , leichtes Unbehagen in der Brust, kalter Schweiß oder leichte Kiefer- oder Rückenschmerzen Hinweise sein. Sie werden möglicherweise als alltägliche Beschwerden abgetan. Stille Infarkte treten besonders bei Diabetes häufiger auf, da Nervenschäden das Schmerzempfinden vermindern können. Auch ein stiller Infarkt kann das Herz schädigen und später im EKG oder Herzultraschall (Echo) erkannt werden. Bei unerklärlichen Beschwerden ist daher eine ärztliche Untersuchung wichtig.
Unterscheiden sich Herzinfarktsymptome bei Frauen?
Ja, bei Frauen können die Symptome etwas anders als bei Männern und manchmal milder oder atypisch sein. Starke Brustschmerzen, wie sie bei Männern häufig sind, müssen bei Frauen nicht deutlich auftreten. Vor oder während eines Infarkts erleben Frauen häufiger:
- Ungewöhnliche Erschöpfung und Schwäche, die bereits Tage vorher beginnen können,
- Schlafstörungen oder unerklärliche Angst,
- Atemnot, rasche Ermüdung selbst bei leichter Belastung,
- Kiefer-, Hals- oder Rückenschmerzen auch ohne Brustschmerzen,
- Übelkeit, Verdauungsbeschwerden oder Magenschmerzen.
Natürlich können auch Frauen Brustschmerzen haben. Die genannten Beschwerden stehen jedoch manchmal stärker im Vordergrund und können mit anderen Erkrankungen verwechselt werden. Unabhängig vom Geschlecht ist es deshalb wichtig, solche ungewöhnlichen Zeichen besonders bei vorhandenen Risikofaktoren ernst zu nehmen und bei Bedarf medizinische Hilfe zu suchen.
Ist ein leichter oder kleiner Herzinfarkt gefährlich?
Ein umgangssprachlich „leichter Herzinfarkt“ kann einen kleineren Herzmuskelbereich betreffen und weniger starke Beschwerden verursachen. Dennoch muss auch ein solcher Infarkt ernst genommen werden. Es ist bereits ein Herzschaden entstanden, und das Risiko eines späteren größeren Infarkts steigt. Auch danach können Herzschwäche oder Rhythmusstörungen auftreten. Betroffene müssen deshalb kardiologisch betreut werden, die empfohlenen Behandlungen wie Medikamente und gegebenenfalls Stent oder Bypass einhalten und Lebensstilmaßnahmen konsequent umsetzen. Jeder Infarkt ist ein Warnsignal; zur Verhinderung eines weiteren müssen alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.
Fazit
Dies sind die grundlegenden Informationen zu Symptomen, Ursachen und Vorbeugung eines Herzinfarkts. Die Kontrolle der Risikofaktoren trägt wesentlich dazu bei, die eigene Gesundheit und die der Angehörigen zu schützen. Wenn Sie oder eine nahestehende Person Infarktsymptome haben, suchen Sie ohne Zögern sofort medizinische Notfallhilfe. Wir wünschen Ihnen alles Gute für Ihre Gesundheit.
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