Welcher Zusammenhang besteht zwischen Endometriose und Ovarialkrebs (Eierstockkrebs)?

In diesem Artikel
Unser Artikel umfasst folgende Unterthemen:
- Gemeinsamkeiten von Endometriose und Eierstockkrebs
- Definitionen von Endometriose und Eierstockkrebs
- Endometriose und Krebsrisiko
- Prävention
- Zusammenfassung
Endometriose und Eierstockkrebs können ähnliche Symptome wie einen aufgeblähten Bauch, Druckgefühl und Leistenschmerzen verursachen, sind jedoch deutlich unterschiedliche Erkrankungen. Endometriose ist keine Krebsart; Menschen mit Endometriose können allerdings ein etwas höheres Risiko für Eierstockkrebs haben.
Endometriose ist eine chronische Erkrankung, bei der endometriumähnliche Zellen, die den Zellen in der Gebärmutter ähneln, an anderen Körperstellen wachsen. Menschen mit Endometriose können Leistenschmerzen, schmerzhafte Monatsblutungen und Schwierigkeiten haben, schwanger zu werden.
Ovarialkrebs (Eierstockkrebs) umfasst ebenfalls abnormes Gewebewachstum, das die Fortpflanzungsorgane betreffen kann. Anders als die Endometriumzellen bei Endometriose sind die Wucherungen bei Eierstockkrebs nicht gutartig. Sie können gesunde Zellen schädigen und sich auf andere Körperregionen ausbreiten.
Obwohl die Symptome von Eierstockkrebs und Endometriose ähnlich sind, hängen die Symptome von Eierstockkrebs seltener mit dem Menstruationszyklus zusammen.
Lesen Sie weiter, um mehr über die Gemeinsamkeiten, die Unterscheidung beider Erkrankungen sowie darüber zu erfahren, wie und in welchem Ausmaß Endometriose zum Eierstockkrebsrisiko beiträgt.
Welche Gemeinsamkeiten haben Endometriose und Eierstockkrebs?
Endometriose ist häufig. Als Angabe zur Häufigkeit wird geschätzt, dass in den USA 11% der Frauen zwischen 15 und 44 Jahren eine nicht diagnostizierte Endometriose haben.
Bei Endometriose wachsen endometriumähnliche Gewebeformationen außerhalb der Gebärmutter. Sie wachsen an Organen im Beckenbereich wie den Eierstöcken und dem Peritoneum (Bauchfell).
Endometriosegewebe kann Narben und Verwachsungen verursachen, die Fortpflanzungsorgane schädigen oder blockieren können.
Obwohl diese Wucherungen gutartig sind, weist Endometriose Gemeinsamkeiten mit Eierstockkrebs auf, der krebsartige Wucherungen verursacht. Wie Eierstockkrebs kann Endometriose mit der Zeit an Größe zunehmen und benachbarte Organe schädigen.
Da beide Erkrankungen abnormes Wachstum im Beckenbereich verursachen, können sie dort gemeinsame Symptome wie Schmerzen, Druck und Blähungen hervorrufen.
Wie wird die Diagnose gestellt? Endometriose oder Eierstockkrebs?
Einige Endometriosesymptome ähneln denen von Eierstockkrebs, es gibt jedoch deutliche Unterschiede zwischen den Erkrankungen.
Welche Symptome hat Endometriose?
Endometriose betrifft normalerweise Menschen, die aktiv menstruieren. In seltenen Fällen kann sie jedoch nach der Menopause und nach einer Hysterektomie (operativen Entfernung der Gebärmutter) auftreten.
Zu den Beschwerden gehören:
- starke Schmerzen im Unterbauch
- Blähungen
- Menstruations- / Regelschmerzen
- Schmerzen während oder nach dem Geschlechtsverkehr
- Übelkeit, Durchfall oder Verstopfung während der Menstruation
- Blut im Urin während der Menstruation
- schmerzhafter Stuhlgang oder Schmerzen beim Wasserlassen während der Menstruation
Endometriose ist eine fortschreitende Erkrankung, kann sich also mit der Zeit verschlimmern. Sie kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und es erschweren, schwanger zu werden.
Welche Symptome hat Eierstockkrebs?
Obwohl Eierstockkrebs jede Frau mit Eierstöcken betreffen kann, tritt er am häufigsten nach der Menopause auf. Bei Menschen mit Brust- und Eierstockkrebs in der Familiengeschichte ist das Risiko jedoch deutlich höher, und die Erkrankung kann in jüngeren Jahren auftreten.
- Verwandtes Thema: Wie sollten Menschen mit erblichem Eierstockkrebsrisiko überwacht werden?
Außerdem tritt Eierstockkrebs bei Menschen mit Endometriose etwas häufiger auf als in der Allgemeinbevölkerung.
Eierstockkrebs verursacht im Frühstadium häufig keine Beschwerden; zu den häufigsten Symptomen gehören:
- anhaltend aufgeblähter Bauch
- anhaltende Magenschmerzen
- häufigerer Harndrang als gewöhnlich
- Schwierigkeiten beim Essen und Völlegefühl
- veränderte Stuhlgewohnheiten, etwa häufiger oder seltener als gewöhnlich Stuhlgang haben zu müssen
- Müdigkeit
- unerklärlicher Gewichtsverlust
Verursacht Endometriose Eierstockkrebs?
Endometriose führt nicht zwangsläufig zu Eierstockkrebs. Untersuchungen zeigen jedoch, dass Frauen mit Endometriose ein etwas höheres Eierstockkrebsrisiko haben als Frauen ohne diese Erkrankung.
Eine Studie zeigte bei Menschen mit Endometriose ein 1,7-fach höheres Eierstockkrebsrisiko als in der Allgemeinbevölkerung. Die Forscher betonen jedoch, dass der kausale Zusammenhang nicht eindeutig ist.
Endometriose ist eine häufige, zugleich aber häufig übersehene Diagnose. Viele Frauen haben die Erkrankung, wissen es jedoch nicht oder haben keine Diagnose erhalten. Für eine eindeutige Endometriosediagnose ist außerdem ein laparoskopischer Eingriff erforderlich, um fehlplatziertes Endometriumgewebe zu entfernen und eine Biopsie durchzuführen.
Obwohl unklar ist, wie stark Endometriose das Krebsrisiko erhöht, besteht eindeutig ein Zusammenhang zwischen den Erkrankungen. Endometriosegewebe könnte das Krebsrisiko auf folgenden Wegen mäßig erhöhen:
- Produktion einer hohen Östrogenkonzentration, die das Tumorwachstum fördern kann
- Im tumorsuppressiven ARID1A-Gen auftretende Mutationen
- Verlagerung von Endometriumzellen in den Beckenbereich durch einen mit der Zeit gestörten Menstruationsfluss
Andere Studien deuten darauf hin, dass Endometriose bei manchen Menschen eine Vorstufe epithelialer Eierstockkarzinome vom Typ 1 sein könnte. Dies könnte auf Genmutationen zurückgehen, die zu abnormem Gewebe- und Tumorwachstum beitragen.
Wissenschaftler auf diesem Gebiet haben den Zusammenhang zwischen den beiden Erkrankungen jedoch noch nicht verstanden. Weitere Forschung ist nötig, um zu klären, ob und wie Endometriose Eierstockkrebs verursachen könnte.
Prävention
Es gibt keinen bekannten Weg, Endometriose zu „verhindern“. Frauen mit Endometriose können jedoch Maßnahmen ergreifen, um eine weitere Verschlechterung aufzuhalten.
Bei Endometriosesymptomen sollte eine Frau einen Frauenarzt aufsuchen. Nach der Diagnose können Ärzte bestimmte Verhütungsmethoden verschreiben, um die Erkrankung zu verlangsamen. Ihr Fortschreiten kann durch die laparoskopische Entfernung von vernarbtem Endometriumgewebe aufgehalten werden.
Obwohl es keinen sicheren Weg gibt, Eierstockkrebs zu verhindern, können bestimmte Maßnahmen das Erkrankungsrisiko senken.
Bestimmte Risikofaktoren vermeiden
Nicht übergewichtig oder adipös zu sein, nicht zu rauchen und einen aktiven Lebensstil zu führen, kann das Eierstockkrebsrisiko senken.
Einige Studien zeigen, dass nach der Menopause eine Hormonersatztherapie (HRT) das Eierstockkrebsrisiko erhöhen kann; dies ist jedoch umstritten. Neuere große Studien fanden keinen Anstieg des Eierstockkrebsrisikos durch eine Hormonersatztherapie.
Orale Kontrazeptiva einnehmen
Die Einnahme der Antibabypille senkt das Eierstockkrebsrisiko, besonders bei einer mehrjährigen Anwendung. Betroffene können mit einem Arzt besprechen, welche Option für sie am besten geeignet ist.
Genetische Tests und Beratung
Genetische Tests können helfen, das erbliche Risiko für Eierstockkrebs einzuschätzen. Betroffene können mit einem Arzt besprechen, ob eine genetische Beratung notwendig ist.
Vorbeugende gynäkologische Operation
Die Entfernung der Gebärmutter oder der Eierstöcke – medizinisch als Hysterektomie beziehungsweise Salpingektomie bezeichnet – senkt das Eierstockkrebsrisiko. Solche vorbeugenden Operationen sind schwerwiegende Eingriffe, die nur aus triftigen Gründen wie Eierstockkrebs, Brustkrebs oder beidem in der Familie erwogen werden sollten.
Zusammenfassung
Endometriose und Eierstockkrebs haben gemeinsame Symptome, sind jedoch zwei völlig verschiedene Erkrankungen. Obwohl die Forschung noch keinen eindeutigen Zusammenhang belegen konnte, zeigen Studien bei Menschen mit Endometriose ein etwas höheres Risiko für Eierstockkrebs.
Es gibt keine Möglichkeit, Endometriose zu verhindern; Betroffene können sich jedoch zur Behandlung an einen Frauenarzt wenden. Sie können persönliche Risikofaktoren beeinflussen, genetische Beratung in Anspruch nehmen und die Antibabypille einnehmen, um ihr Eierstockkrebsrisiko zu senken.
Bei Symptomen von Eierstockkrebs oder Endometriose sollten Betroffene einen Arzt oder Frauenarzt kontaktieren.
Quellen
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