Zahnfleisch- und Parodontalerkrankungen erhöhen das Risiko vieler Krebsarten

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Mundhygiene schützt Zähne und beugt Zahnfleischerkrankungen vor. Neue Befunde zeigen jedoch, dass Putzen, Zahnseide und regelmäßige Kontrollen weit mehr als ein gesundes Lächeln fördern. Eine kürzlich abgeschlossene große US-Studie lieferte starke Daten dafür: Frauen nach der Menopause mit früherer Parodontalerkrankung sollen ein höheres Gesamtkrebsrisiko haben, insbesondere für Brust-, Speiseröhren-, Lungen-, Gallenblasen- und Hautkrebs (Melanom).
Was ist eine Parodontalerkrankung?
Eine Parodontalerkrankung ist eine chronische Entzündung von Zahnfleisch und zahntragendem Knochen. Unbehandelt kann sie Zahnverlust verursachen. Sie ist weltweit und bei uns häufiger als vermutet: In den USA betrifft sie ab 30 Jahren %47 der Erwachsenen, ab 65 Jahren %70.
Erhöht das Gesamtkrebsrisiko um %14
In der Studie wurden 66 Tausend Frauen nach der Menopause etwa achteinhalb Jahre beobachtet. Dabei zeigte sich, dass eine frühere Parodontalerkrankung mit einem um %14 erhöhten Gesamtkrebsrisiko verbunden war. Unter 34 Tausend lebenslangen Nichtraucherinnen erhöhte sie ähnlich das Gesamtkrebsrisiko um %12.
Die Studienergebnisse:
- Das Risiko stieg für Brustkrebs um %13, für Lungenkrebs um %31 und für Speiseröhrenkrebs auf das 3-Fache, für Gallenblasenkrebs um %73 und für Melanom um %23. Damit zeigte sich ein unterschiedlicher Zusammenhang mit einzelnen Krebsarten.
- Es bestand ein grenzwertiger Zusammenhang mit Magenkrebs. Interessanterweise fand sich jedoch keine signifikante Risikoerhöhung für Krebs im Mundbereich wie Mundhöhle, Lippen oder Rachen. Ebenso fehlten Zusammenhänge mit Bauchspeicheldrüsen-, Leber-, Darm-, Harnwegs- und Genitalkrebs.
Frühere Studien hatten Parodontalerkrankungen als Risikofaktor für Brust-, Mundhöhlen- und Speiseröhrenkrebs gezeigt. Diese Untersuchung fand bemerkenswerterweise einen Zusammenhang auch unabhängig vom Rauchen. Dennoch darf nicht vergessen werden, dass Rauchen und Tabak die wichtigste Ursache von Mundhöhlenkrebs sind.
Parodontalerkrankungen sind vermeidbar, kontrollierbar und häufig behandelbar. Bereits gute Mundhygiene kann zahlreichen systemischen Erkrankungen einschließlich Krebs vorbeugen. Damit Mundpflege zur dauerhaften Gewohnheit wird, sollte sie früh erlernt werden. Bitte schenken wir diesem Thema für uns und unsere Kinder die nötige Aufmerksamkeit.
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Quellen
Periodontal Disease and Incident Cancer Risk among Postmenopausal Women: Results from the Women's Health Initiative Observational Cohort.
Cancer Epidemiol Biomarkers Prev; 2017 AACR.
2- P.I. Eke, B.A. Dye, L. Wei ve ark.
Prevalence of Periodontitis in Adults in the United States: 2009 and 2010.
Journal of dental research.
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