Auf viele Fragen von Krebspatienten lautet die Antwort: Bewegung

In diesem Artikel
Neue umfassende Übersichtsarbeit liefert bemerkenswerte Ergebnisse
Seit Langem ist bekannt, dass Bewegung nicht nur bei Gesunden, sondern auch bei Krebspatienten die Lebensqualität verbessern und die Behandlung unterstützen kann. Erstmals wurden die Auswirkungen von Bewegung auf Krebspatienten nun jedoch derart umfassend und systematisch wissenschaftlich bewertet.
Was wurde untersucht?
Unter Leitung des Shengjing-Krankenhauses der China Medical University entstand diese im British Journal of Sports Medicine veröffentlichte „Umbrella Review“, also eine übergeordnete Übersichtsarbeit. Sie umfasst 80 systematische Reviews und Metaanalysen aus den Jahren 2012–2024.
In dieser großen Analyse wurden insgesamt 485 Zusammenhänge bewertet. Je nach Studie wurde die Qualität der Befunde als mittel bis hoch eingestuft. Zu den untersuchten Bewegungsformen gehörten Ausdauertraining, Krafttraining, hochintensives Intervalltraining (HIIT), Yoga, Tai-Chi und ähnliche Mind-Body-Aktivitäten, die Körper und Geist verbinden.
Welche Vorteile bietet Bewegung?
Der Untersuchung zufolge kann Bewegung viele häufige unerwünschte Folgen einer Krebsbehandlung deutlich verringern:
- Kardiotoxizität (Herzschäden)
- Chemotherapiebedingte periphere Neuropathie (Nervenschäden)
- Kognitive Beeinträchtigungen („Brain Fog“)
- Kurzatmigkeit (Dyspnoe)
Außerdem bietet Bewegung folgende Vorteile:

Klinische Leitlinien und Auswirkungen auf die Zukunft
Die Studie liefert starke wissenschaftliche Belege für die routinemäßige Einbindung von Bewegung in die Krebsversorgung. Der Untersuchung zufolge kann bereits Bewegung vor einer Operation:
- das Risiko postoperativer Komplikationen senken,
- Schmerzen und die Dauer des Krankenhausaufenthalts verringern
- und sogar das Sterberisiko reduzieren.
Das Ergebnis ist eindeutig: Bewegung sollte nicht nur eine unterstützende Aktivität, sondern ein aktiver Bestandteil der Krebsbehandlung sein.
Expertenmeinung
Die nicht an der Studie beteiligte Pflegefachfrau Celene Doherty von Cancer Research UK kommentiert:
„Bewegung ist ein wichtiges Mittel, um Nebenwirkungen während der Behandlung zu verringern und die langfristige Gesundheit zu verbessern. Patienten sollten sich jedoch an ihrem persönlichen Tempo orientieren, mit kleinen Schritten beginnen und ihre Aktivitäten unbedingt gemeinsam mit ihrem Behandlungsteam planen.“
Fazit
Alle Ergebnisse zeigen, dass Bewegung sowohl die körperliche als auch die psychische Widerstandskraft stärkt. Regelmäßige, in die Krebsbehandlung integrierte Bewegungsprogramme können die Lebensqualität verbessern und den Behandlungsverlauf langfristig besser bewältigbar und wirksamer machen. Deshalb sollte Bewegung nicht mehr nur als „Empfehlung“, sondern als wissenschaftlich begründete unterstützende Behandlung betrachtet werden.
Quellen
2. The Guardian. (2024). Exercise can counter side-effects of cancer treatment, biggest review of its kind shows. Zugriff am 1. Mai 2025. https://www.theguardian.com/society/2024/apr/30/exercise-counter-side-effects-cancer-treatment-review
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