Brustkrebs bei jungen BRCA-Trägerinnen: Wichtige klinische Unterschiede

In diesem Artikel
Der Zusammenhang zwischen genetischen Faktoren und Brustkrebs wird seit Langem erforscht. Besonders wichtig ist der Verlauf bei jungen Frauen mit BRCA1- oder BRCA2-Genveränderungen in Form erblicher pathogener Varianten, also schädlicher Mutationen . Eine am 24. Februar 2025 im Journal of Clinical Oncology veröffentlichte Studie von Dr. Matteo Lambertini und seinem Team verglich die klinischen Merkmale von Brustkrebs bei jungen BRCA1- und BRCA2-Mutationsträgerinnen und untersuchte den Einfluss von BRCA-Tests vor der Diagnose auf die Krankheitsverläufe bei diesen Patientinnen.
Einzelheiten der Studie
Die Untersuchung wurde an 78 Zentren weltweit durchgeführt und umfasste Daten von zwischen 2000 und 2020 im Alter von höchstens 40 Jahren mit Brustkrebs im Stadium I-III diagnostizierten 4.752 Patientinnen . Sie trugen eine BRCA1-Mutation (3.069 Personen) oder eine BRCA2-Mutation (1.683 Personen) im Erbgut.
Wichtige Ergebnisse

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Hormonrezeptornegative Erkrankung und Tumorgrad: BRCA1-Trägerinnen hatten im Vergleich zu BRCA2-Trägerinnen häufiger hormonrezeptornegative Tumoren (74,4% gegenüber 15,5%) und häufiger höhergradige Tumoren (77,5% gegenüber 49,1%).
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Zweiter primärer Brustkrebs und weitere Primärtumoren: Während einer medianen Nachbeobachtung von 7,8 Jahren hatten BRCA1 -Trägerinnen häufiger einen zweiten primären Brustkrebs (2,12 gegenüber 1,42 Ereignissen/100 Personenjahre) sowie weitere Primärtumoren (0,70 gegenüber 0,45 Ereignissen/100 Personenjahre). Fernmetastasen waren dagegen bei BRCA2 -Trägerinnen häufiger (1,51 gegenüber 2,06 Ereignissen/100 Personenjahre).
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Krankheitsfreies Überleben: Nach acht Jahren betrug das krankheitsfreie Überleben bei BRCA1-Trägerinnen 63,8% und bei BRCA2-Trägerinnen 66,2%.
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BRCA-Test vor der Diagnose und klinische Ergebnisse: Patientinnen mit BRCA-Test vor der Brustkrebsdiagnose (mindestens 2 Monate vorher getestet, 411 Personen) hatten gegenüber den zum Diagnosezeitpunkt Getesteten (zwischen 2 Monaten vor und 6 Monaten nach der Diagnose getestet, 1.671) kleinere Tumoren (Anteil T1: 61,3% gegenüber 32,4%), seltener befallene Lymphknoten (Anteil N0: 65,9% gegenüber 50,8%), seltener eine Chemotherapie (84,4% gegenüber 92,9%) und eine niedrigere Rate axillärer Lymphknotendissektionen (37,5% gegenüber 47,4%).

Die obige Abbildung vergleicht die Überlebensraten bei Patientinnen mit Testung auf erbliche BRCA-Mutationen vor oder bei der Diagnose . Sie enthält drei Grafiken:
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Grafik A (krankheitsfreies Überleben):
- Vor der Diagnose getestete Patientinnen (grüne Linie) haben im Vergleich zu den bei Diagnose Getesteten (orange Linie) ein längeres krankheitsfreies Überleben im dargestellten Verlauf.
- Bei den zum Diagnosezeitpunkt Getesteten ist das Rückfallrisiko höher.
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Grafik B (brustkrebsspezifisches Überleben):
- Verglichen wurde die brustkrebsbedingte Sterblichkeit.
- Ein Überlebensvorteil vor der Diagnose Getesteter ist erkennbar, der Unterschied ist jedoch nicht sehr ausgeprägt.
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Grafik C (Gesamtüberleben):
- Dargestellt sind die Gesamtüberlebensraten.
- Vor der Diagnose getestete Patientinnen haben langfristig einen etwas günstigeren Überlebensverlauf in dieser Darstellung.
Die Daten deuten darauf hin, dass frühzeitige Gentests eine Krebsdiagnose in einem früheren Stadium ermöglichen und mit langfristig besseren Ergebnissen verbunden sein könnten als spätere Tests.
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Einfluss der Gentestung auf das Überleben: Patientinnen mit BRCA-Test vor der Diagnose hatten gegenüber den bei Diagnose Getesteten ein besseres Gesamtüberleben (HR = 0,61; 95% KI = 0,40–0,92). Nach Berücksichtigung von Variablen wie dem Tumorstadium war der Unterschied jedoch nicht mehr statistisch signifikant (HR = 0,74; 95% KI = 0,47–1,15).
Fazit und Einordnung
Die weltweite Studie zeigt unterschiedliche klinische Verläufe bei jungen BRCA1- und BRCA2-Trägerinnen. Der Nachweis einer BRCA-Mutation bei gesunden Frauen war mit früherer Brustkrebsdiagnose, geringerer Behandlungsbelastung und in nicht adjustierten Analysen besserem Gesamtüberleben verbunden.
Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung frühzeitiger Gentests für die Krebsfrüherkennung und könnten zur Entwicklung individueller Früherkennungsstrategien beitragen.
Quellen
DOI:10.1200/JCO-24-01334
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