Die Ursache der Schlafkrankheit 1902 – Die Tsetsefliege

Die Journalistin Melody Peterson beschreibt die Schlafkrankheit als „eine tödlichere und schrecklichere Krankheit, als ihr Name vermuten lässt“.
„Die gelblich braunen Fliegen injizieren ihren menschlichen Opfern tödliche Parasiten. Während sich diese vermehren, scheinen die menschlichen Wirte den Verstand zu verlieren. Die Betroffenen sind verwirrt, stolpern und stottern.“
Afrikanische Trypanosomiasis ist ein weiterer Name der Schlafkrankheit. Sie wird durch den Parasiten Trypanosoma brucei übertragen, einen geißeltragenden Einzeller im Blut eines Wirts, der von einer Tsetsefliege gestochen wurde. In Teilen Afrikas ist die Krankheit endemisch. Im ersten Stadium:
- Leidet die betroffene Person an Fieber und Gelenkschmerzen.
- Dringen die Parasiten in den Blutkreislauf und das Lymphsystem ein und lassen Lymphknoten anschwellen.
- Wird der Schlaf der betroffenen Person unregelmäßig, wenn der Parasit ins Gehirn gelangt.
- Geht die Kontrolle über die Blase verloren.
- Wird das Aufwachen schwierig, und die betroffene Person stirbt.
Trypanosoma brucei wird in zwei Unterarten eingeteilt: Trypanosoma brucei gambiense (TBG) und Trypanosoma brucei rhodesiense (TBR)
- TBG ist in weiten Teilen Zentral- und Westafrikas verbreitet und verursacht eine langsamer verlaufende, eher chronische Krankheitsform.
- TBR ist in Ost- und Südafrika häufiger und infiziert mit größerer Wahrscheinlichkeit verschiedene Säugetiere. Der Parasit ist aggressiver und führt dazu, dass alle Stadien der Schlafkrankheit rasch durchlaufen werden. Wird die betroffene Person nicht schnell behandelt, stirbt sie gewöhnlich innerhalb eines Jahres.
1901 starben bei einem Ausbruch der Schlafkrankheit in Uganda mehr als 250000 Menschen.
1902 gehörte der schottische Mikrobiologe David Bruce zu den Ersten, die den Erreger (den Geißelträger) und den Überträger (die Fliege) eindeutig identifizierten. Einige Jahre später entwickelten der deutsche Wissenschaftler Paul Ehrlich und der japanische Arzt Kiyoshi Shiga eine arsenhaltige Behandlung namens Atoxyl. Diese konnte allerdings zur Erblindung der Patienten führen.
Heute können die Behandlungen je nach Krankheitsstadium und Parasitenform Pentamidin, Suramin, Melarsoprol und/oder Eflornithin umfassen.

Abbildung: Mikroskopische Aufnahme des Parasiten Trypanosoma brucei gambiense
Im Artikel genannte historische Personen: Paul Ehrlich (1854–1915), David Bruce (1855–1931), Kiyoshi Shiga (1871–1957)
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Quellen
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