Eine neue Ära der Onkologie wird gefeiert – ESMO-Kongress 2022

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Fachleute aus aller Welt für Onkologie treffen sich bei einem der beiden größten Kongresse ihres Gebiets, dem Europäischen Krebskongress 2022. Nach zwei Jahren COVID-19-Pandemie kehrt er als Präsenzveranstaltung zurück. Dieses wichtige Ereignis, dessen Entwicklungen wir mit Spannung verfolgen und weitergeben, findet vom 9-13 September in Paris statt. Nach diesem einführenden Artikel berichten wir ab morgen über bemerkenswerte onkologische Entwicklungen, die beim ESMO 2022 vorgestellt werden.
Die Europäische Gesellschaft für Medizinische Onkologie (European Society for Medical Oncology, ESMO) fördert seit ihrer Gründung 1975 die Krebsforschung aus aller Welt, insbesondere aus Europa. In diesem Jahr bietet der Kongress Gelegenheit zum Austausch darüber, wie molekulare und digitale Werkzeuge in die Onkologie integriert werden können.
Die großen Fortschritte bei der Diagnose und Behandlung von Krebs in den letzten Jahren haben ein tieferes Verständnis der Krankheitsmechanismen ermöglicht. Eine wichtige Rolle spielt dabei die beschleunigte Nutzung molekularer und digitaler Werkzeuge.
Eine neue Ära
„In der modernen Onkologie beginnt eine Ära, in der Daten über Arzneimittel mit Präzisionsmedizin, Biomarkern, digitalen Werkzeugen und künstlicher Intelligenz verknüpft werden müssen. Deshalb ist es für uns Onkologen entscheidend, darüber zu diskutieren, wie sich diese Fortschritte bestmöglich in die Praxis umsetzen lassen.“, erklären die Kongress-Kovorsitzenden aus Frankreich und England, Prof. Fabrice André beziehungsweise Prof. Charles Swanton bei der Vorstellung des wissenschaftlichen Programms des ESMO-Kongresses 2022.
Nach zwei Jahren virtueller Treffen und Fernpräsentationen wegen der COVID-19-Pandemie kehrt die jährliche ESMO-Tagung vom 9-13 September 2022 in Paris, Frankreich, als Präsenzerlebnis zurück. Die Paris Expo Porte de Versailles öffnet ihre Türen für Tausende Delegierte aus aller Welt. Wer nicht persönlich teilnehmen kann, hat die Möglichkeit, die Veranstaltung online zu verfolgen. Das innovative, 2021 erprobte LIVE-Plus-Format bietet über eine voll ausgestattete virtuelle Plattform für alle registrierten Teilnehmer Liveübertragungen und Möglichkeiten zur Onlineinteraktion.
„Die Krankheit verstehen, um Menschen mit Krebs besser zu versorgen“
Beim Kongress wurden 3.400 wissenschaftliche Arbeiten eingereicht, darunter 1.913 Abstracts und 76 Late-Breaking Abstracts mit besonders aktuellen Studien. Damit macht das wissenschaftliche Programm das diesjährige Motto „Die Krankheit verstehen, um Menschen mit Krebs besser zu versorgen“ zu mehr als einem Leitspruch. Neue Arzneimittel gegen solide Tumoren, die nicht aus Blut oder Knochenmark stammen, KI-gestützte Werkzeuge, Flüssigbiopsien und CAR-T-Zelltherapien gehören zu den Innovationen, die eine bessere künftige Krebsbehandlung versprechen. Prof. Dr. Swanton sagt: „Der ESMO-Kongress 2022 wird eine hervorragende Gelegenheit sein, sich mit wichtigen Meinungsführern auszutauschen und diese brennenden Themen der Onkologie zu diskutieren“.
Auch die Nachhaltigkeit der Onkologie steht in diesem Jahr im Mittelpunkt. Maßnahmen gegen die Erschöpfung von Ressourcen im öffentlichen Gesundheitswesen sollen deren langfristige Verfügbarkeit und den Zugang für alle Menschen sichern, die eine Krebsbehandlung benötigen.
ESMO-Präsidentin Prof. Solange Peters erklärt: „Ein erster wichtiger Weg, auf dem die ESMO zur Nachhaltigkeit des gesamten Gesundheitssystems beitragen kann und dies bereits tut, besteht darin, die berufliche Entwicklung von Onkologen zu fördern und sie im Praxisalltag zu unterstützen“. Sie ergänzt: „Wenn die Zahl der Onkologen in einem Gesundheitssystem jedoch nicht den Bedürfnissen der betreuten Patienten entspricht, können Maßnahmen zur Unterstützung ihrer Arbeit allein die Nachhaltigkeit unseres Berufs nicht gewährleisten. Deshalb setzt sich die ESMO dafür ein, die Gesamtbelastung der Gesundheitsressourcen durch Krebs zu minimieren: mit konkretem Engagement für Prävention und Krebsfrüherkennung sowie mit Aufmerksamkeit für das Umfeld, in dem jeder Onkologe arbeitet.“ Seit mehreren Jahren ist die Gesellschaft daher ein wichtiger strategischer Partner der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei der Entwicklung und Erprobung des WHO-IARC-Instruments zur Prioritätensetzung und Kostenberechnung nationaler Krebsbekämpfungsprogramme, das 2023 erscheinen soll. Es soll Regierungen helfen, nationale Krebsbekämpfungspläne auszubauen, die weltweit das Rückgrat der von der COVID-19-Pandemie betroffenen Krebsversorgung bilden. Am Montag, dem 12. September, findet gemeinsam mit der WHO eine Fortbildung zu Herausforderungen und Lehren aus der Pandemie statt.
Zu den sofort umsetzbaren, einfachen Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit in der Onkologie gehören die Digitalisierung der führenden ESMO-Fachzeitschrift Annals of Oncology sowie die Begrenzung von Papier- und Plastikverbrauch bei Präsenzveranstaltungen.
Der ESMO-Kongress 2022 beginnt am Donnerstag, dem 9. September, mit der Eröffnungssitzung und bietet ausgewählte Vortrags- und Kurzvortragssitzungen, Grundsatzvorträge sowie Diskussionen zu aktuellen Themen der Onkologie. Fünf Tage lang steht dabei wegweisende Wissenschaft im Mittelpunkt.
Registrierte Nutzer können die Präsentationen mit interaktiven Chats und Fragerunden live verfolgen. Wissenschaftliche Sitzungen, ePoster, Satellitensymposien und Materialien nach der Veranstaltung sind auf Abruf über OncologyPRO verfügbar. Die Anmeldung bleibt während des Kongresses geöffnet.
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