Erste FDA-Zulassung eines Medikaments gegen eine seltene Blutgerinnungsstörung

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Das Biologikum Adzynma (ADAMTS13, rekombinant-krhn, Takeda Pharmaceuticals) erhielt am 9. November 2023 die Zulassung der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA zur Behandlung von Erwachsenen und Kindern mit kongenitaler thrombotisch-thrombozytopenischer Purpura (TTP), einer seltenen lebensbedrohlichen Blutgerinnungsstörung.
Adzynma ist das erste rekombinante Proteinmedikament zur Enzymersatztherapie, das sowohl vorbeugend als auch bei Bedarf für Menschen mit dieser Gerinnungsstörung eingesetzt werden kann.
Die kongenitale thrombotisch-thrombozytopenische Purpura (TTP) ist eine seltene Erbkrankheit durch eine Mutation des Gens, das für die Bildung des gerinnungsregulierenden Enzyms ADAMTS13 verantwortlich ist.
Die Häufigkeit beträgt 1-2 Fälle pro 100.000 Geburten.
Patienten mit dieser genetischen Störung erhalten häufig eine vorbeugende plasmabasierte Therapie, die das Enzym ADAMTS13 ersetzt und das Risiko von Gerinnseln und Blutungen verringern soll. Unbehandelt kann die Erkrankung tödlich verlaufen.
Kongenitale TTP zeigt sich meist in den ersten Lebensmonaten, kann jedoch auch später auftreten. Zu den Symptomen gehören:
- Petechien, kleine rote Punkte auf der Haut
- Purpura, violette Hautflecken
- Blutungen, etwa aus Nase, Zahnfleisch, Magen-Darm-Trakt oder Harnwegen
- Kopfschmerzen
- Müdigkeit
- Schwäche
- Bewusstlosigkeit
- Krampfanfälle
- Herzinfarkt
- Schlaganfall
Die Behandlung der kongenitalen TTP soll das Enzym ADAMTS13 ersetzen. Dies kann durch Plasmaaustausch oder eine Behandlung mit Kryopräzipitat erfolgen. Beim Plasmaaustausch wird der flüssige Blutbestandteil des Patienten entfernt und durch gesundes Plasma ersetzt. Kryopräzipitat ist eine Plasmafraktion mit hohen Konzentrationen von ADAMTS13.
Erbkrankheiten werden von Eltern an ihre Kinder weitergegeben. Sie beruhen auf Mutationen in den elterlichen Genen.
Kongenitale TTP wird durch Mutationen des ADAMTS13-Gens verursacht, die Bildung oder Funktion des Enzyms ADAMTS13 beeinträchtigen.
Kongenitale TTP wird autosomal-rezessiv vererbt. Kinder erkranken demnach, wenn sie von beiden Eltern jeweils ein mutiertes Gen erhalten.
Trägt einer der Eltern ein mutiertes Gen, beträgt das Erkrankungsrisiko des Kindes 25%.
Die Erblichkeit kann die Behandlung erschweren, weil gefährdete Personen frühzeitig erkannt und behandelt werden müssen.
Das erste Biologikum zur TTP-Behandlung
Adzynma ist eine gereinigte rekombinante Form des Enzyms ADAMTS13 und soll dessen bei kongenitaler TTP fehlenden Spiegel normalisieren. Gemäß der FDA-Zulassung kann es prophylaktisch zur Verhinderung von Symptomen und bei akuten gesundheitlichen Problemen nach Bedarf eingesetzt werden.
Die Zulassung beruht auf einer internationalen Phase-3-Studie mit 46 Patienten mit kongenitaler TTP, in der Adzynma mit plasmabasierten Therapien verglichen wurde. Die Patienten erhielten randomisiert sechs Monate lang intravenöses Adzynma oder plasmabasierte Therapien, prophylaktisch alle zwei Wochen oder bei akutem Bedarf täglich. Anschließend wechselten sie für weitere sechs Monate zur jeweils anderen Behandlung.
Die ersten Ergebnisse zeigten,
- dass Adzynma die Fälle von Thrombozytopenie, dem häufigsten Symptom der kongenitalen TTP, gegenüber plasmabasierter Therapie um 60% verringerte.
Laut Takeda erlitt kein prophylaktisch mit Adzynma behandelter Patient während der Therapie eine akute TTP-Episode.
Unter plasmabasierter Therapie traten bei einem erheblichen Anteil der Patienten mehr unerwünschte Ereignisse auf als unter dem Biologikum Adzynma. Die häufigsten mit Adzynma verbundenen Nebenwirkungen waren Kopfschmerzen (31,3%), Durchfall (16,7%), Migräne (14,6%), Bauchschmerzen (12,5%), Übelkeit (12,5%), Infektionen der oberen Atemwege (12,5%), Schwindel (10,4%) und Erbrechen (10,4%). Während der Behandlung wurden keine behandlungsbedingten unerwünschten Ereignisse einschließlich allergischer Reaktionen dokumentiert.
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Erläuterung zum Bild: Das Beitragsbild wurde mit ChatGPT 4.0 und folgender Anweisung erstellt: „Eine abstrakte Darstellung von Blutplättchen, weiteren Blutzellen und einer Landschaft“
Quellen
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