Gelbfieber 1937 – Stechmücken als Überträger

Die Wissenschaftsautorin Mary Crosby schreibt über Gelbfieber:
„Das Virus greift jedes Organ an, und der Patient verliert das Bewusstsein. Der Körper blutet; Blut fließt aus Augen, Nase und Mund. Dann hinterlässt das Fieber seine Spuren und färbt die Haut und das Weiße der Augen leuchtend gelb. Diese gelbe Farbe gab dem Virus seinen Namen.“
Mehrere Arten weiblicher Stechmücken wie Aedes aegypti übertragen dieses Virus, das am häufigsten in Südamerika und Afrika vorkommt. In den meisten Fällen treten Fieber und Erbrechen auf. Allerdings gehen 15% der Fälle in eine zweite Phase mit Blutungen und Gelbsucht über, einer durch Leberschäden verursachten Gelbfärbung der Haut. Diese Phase kann lebensbedrohlich sein.
- 1881 vermutete der kubanische Arzt Carlos Finlay erstmals, dass Stechmücken das Gelbfiebervirus übertragen könnten.
- 1900 begann der US-Armeechirurg Walter Reed mit Versuchen an Menschen, um diese Hypothese zu bestätigen. Damit wurde das Gelbfiebervirus zum ersten Virus, dessen Übertragung durch Stechmücken bekannt wurde.
- 1937 entwickelte der in Südafrika geborene Virologe Max Theiler über viele Generationen in Hühnereiern ein abgeschwächtes lebendes Virus. Es sollte seine schädlichen Eigenschaften verlieren, seine Vermehrungsfähigkeit jedoch behalten. Dadurch konnte das menschliche Immunsystem nach einer Impfung einen Abwehrmechanismus aufbauen.
- 1951 erhielt Max Theiler den ersten Nobelpreis, der für die Entwicklung eines Virusimpfstoffs vergeben wurde.
Gelbfieber hat die Geschichte der Vereinigten Staaten tiefgreifend geprägt. Beispielsweise zwang 1793 in Philadelphia (der damaligen Hauptstadt der USA) eine große Epidemie George Washington und die US-Regierung zur Flucht aus der Stadt. Ebenso kostete Gelbfieber 1802 in der Karibik vielen Soldaten Napoleons das Leben. Dies veranlasste ihn, seine Ansprüche auf New Orleans und andere amerikanische Gebiete aufzugeben und sie zu einem niedrigen Preis an Thomas Jefferson zu verkaufen. Die französischen Pläne zum Bau des Panamakanals wurden durch Malaria und Gelbfieber vereitelt.
Im Artikel erwähnte historische Persönlichkeiten: Carlos Juan Finlay (1833 – 1915), Walter Reed (1851 – 1902), Max Theiler (1899 – 1972)
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