Ibrilatazar plus Chemotherapie fällt bei Plattenepithel-Lungenkrebs auf

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Eine am 7. Februar 2025 in Lung Cancer veröffentlichte Studie untersuchte bei fortgeschrittenem plattenepithelialem nichtkleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) die Kombination aus Ibrilatazar und Chemotherapie. Dabei zeigte sich eine „vielversprechende Wirksamkeit und Sicherheit“.
Was ist Ibrilatazar, und wie wirkt es?
Ibrilatazar ist ein Wirkstoff, der zur Zerstörung von Krebszellen Autophagie auslöst und zelluläre Stressmechanismen aktiviert. Er besitzt einen dualen Wirkmechanismus:
- Zum einen aktiviert es die zellulären Signalwege PPARα/γ und steigert dadurch die Produktion des Proteins TRIB3. Dies unterdrückt den wachstumsfördernden Akt/mTORC1-Signalweg und regt die Autophagie an, wodurch sich Krebszellen selbst verdauen.
- Zum anderen verstärkt es den Stress im endoplasmatischen Retikulum und löst die „Unfolded Protein Response“ aus. Dieser Prozess stört die Reparaturmechanismen und führt zum Tod der Krebszellen.
Ibrilatazar wird vom spanischen Biotechnologieunternehmen Ability Pharmaceuticals entwickelt.
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Ein neuer Kandidat: die ENDOLUNG-Studie
In der klinischen Phase-1/2-Studie ENDOLUNG wurde Ibrilatazar mit Paclitaxel und Carboplatin bei plattenepithelialem NSCLC im Stadium III-IV untersucht, wenn keine radikale Strahlentherapie infrage kam.
Die Patienten erhielten Ibrilatazar zunächst mit 1300 mg dreimal täglich, bis zur Krankheitsprogression, unvertretbaren Toxizität, Rücknahme der Einwilligung oder Entscheidung des Prüfarztes zum Behandlungsende. Bei dosislimitierender Toxizität konnte die Dosis auf 1000 mg, 650 mg oder 500 mg reduziert werden. Zusätzlich erhielten sie über 8 Zyklen alle 21 Tage Carboplatin (AUC, 5) und Paclitaxel (175 mg/m2).
Klinische Ergebnisse
Bei 25 für die Wirksamkeitsbewertung geeigneten Patienten (Efficacy-Evaluable, EE) lag die objektive Ansprechrate bei 52%; bei allen 40 Patienten betrug sie 32,5%. Die Krankheitskontrollraten lagen entsprechend bei 84% und 52,5%.
In beiden Gruppen betrugen die mediane Ansprechdauer 5,1 Monate und das mediane progressionsfreie Überleben 6,2 Monate. Das mediane Gesamtüberleben lag in der EE-Gruppe bei 22,5 Monaten und in der Gesamtgruppe bei 18,4 Monaten.
Nebenwirkungen
In der Gesamtgruppe hatten 97,5% unerwünschte Ereignisse (AE); bei 55% wurden AE vom Grad 3 oder höher gemeldet. 25% brachen wegen AE die Therapie ab. Bei 10% traten tödliche AE auf, doch keiner dieser Todesfälle wurde Ibrilatazar zugeschrieben.
Die häufigsten unerwünschten Ereignisse waren Schwäche (62,5%), Durchfall (42,5%), Übelkeit (37,5%), Anämie (32,5%), Haarausfall (30,0%), Neurotoxizität (27,5%), Neutropenie (27,5%), Husten (25,0%), Geschmacksverlust (25,0%), Appetitminderung (25,0%) und Erbrechen (25,0%).
Fazit und nächste Schritte
Die Kombination aus Ibrilatazar, Paclitaxel und Carboplatin zeigt bei plattenepithelialem NSCLC ein vielversprechendes Wirksamkeits- und Sicherheitsprofil. Größere klinische Studien sind nötig, um sie in breiteren Patientengruppen zu bewerten und ihre Wirksamkeit zu bestätigen. Die Bedeutung der Studie spiegelt den Bedarf an neuen und wirksameren Optionen für fortgeschrittenes NSCLC wider. Künftige Forschung könnte die vielversprechenden Befunde erweitern und die klinische Anwendung unterstützen.
Quellen
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