Krebs-Biomarkertests: Was sind sie, und warum sind sie wichtig? Globale Markttrends 2022-2028

In diesem Artikel
Was sind Krebsbiomarker, und warum sind sie wichtig?
Krebsbezogene Biomarker sind biologische Moleküle, die mit Krebszellen oder dem Fortschreiten einer Krebserkrankung zusammenhängen. Sie sind in Blut, Urin, Gewebe oder anderen Körperflüssigkeiten nachweisbar und geben Auskunft über Vorliegen, Verlauf oder Therapieansprechen. Biomarker können sowohl in Tumorzellen als auch in normalen Zellen vorkommen. Veränderungen der Konzentration bestimmter krebsartspezifischer Marker sind jedoch für Diagnose und Behandlung wichtig.
Gentest oder Biomarkertest?
Was häufig pauschal als „Krebs-Gentest“ bezeichnet wird, sind „Krebs-Biomarkertests“, die molekulare und genetische Eigenschaften der Erkrankung genauer untersuchen. Sie analysieren nicht nur Genmutationen, sondern auch Proteine, RNA-Mengen und weitere biologische Merkmale.
Biomarker sind besonders wichtig, weil sie eine frühe Krebsdiagnose ermöglichen können. Eine Diagnose im Frühstadium erweitert die Behandlungsmöglichkeiten und verbessert das Überleben. Zudem helfen sie, individuelle Strategien und die für einen Patienten am besten geeignete Therapie zu entwickeln. Diese Biomoleküle können genetisches Material (DNA, RNA), Proteine oder Zelloberflächenmarker sein und mithilfe genetischer, proteomischer und anderer „Omik“-Technologien nachgewiesen werden.
Wachstum des Marktes für Krebsbiomarker
Der globale Krebsbiomarkermarkt wurde 2021 auf 12,4 Milliarden Dollar geschätzt. Bis 2028 soll er 32,82 Milliarden Dollar erreichen, bei einer durchschnittlichen „jährlichen“ Wachstumsrate von 18%.
Beschleunigt wird dieses Wachstum durch mehr biomarkergestützte Diagnosen und biomolekulare Untersuchungen sowie den zunehmenden Stellenwert der Marker in der personalisierten Therapie.
Ein wesentlicher Treiber ist der breitere Einsatz von Biomarkern in Krebsdiagnostik, Behandlung und Prognose. Technische Fortschritte haben insbesondere Sensitivität und Genauigkeit diagnostischer Tests verbessert und damit das Marktwachstum gefördert. Auch ihr Einsatz in der Wirkstoffentwicklung, vor allem bei Entdeckung und Entwicklung zielgerichteter Therapien, spricht für weiteres Wachstum.
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Anwendungsbereiche von Krebsbiomarkern
Krebsbiomarker können unterschiedliche Aufgaben erfüllen:
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Diagnose (Diagnostik): Sie werden zur Krebsdiagnose im Frühstadium eingesetzt, insbesondere mit nicht invasiven oder minimalinvasiven Verfahren. Siehe dazu Tests zur Früherkennung mehrerer Krebsarten.
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Wirkstoffsuche und -entwicklung: Mithilfe von Biomarkern werden bei der Entwicklung neuer Medikamente Kandidaten für zielgerichtete Therapien identifiziert. Auf bestimmte Krebsarten abgestimmte Marker ermöglichen dabei personalisierte Behandlungsansätze.
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Vorhersage des Krankheitsverlaufs und Risikobewertung: Sie helfen einzuschätzen, wie eine Krebserkrankung verlaufen wird, wie hoch die Überlebenswahrscheinlichkeit nach der Behandlung ist und welches Risiko einer erneuten Krebserkrankung besteht.

Technische Entwicklungen und Biomarker
Zu den Nachweistechnologien gehören Omik-Verfahren wie Genomik und Proteomik, Bildgebung, Immunassays und zytogenetische Tests. Fortschritte in Genom- und Proteomforschung haben einen empfindlicheren Nachweis von Krebsbiomarkern ermöglicht.
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Genetische Biomarker: Genetische Mutationen und Anomalien werden untersucht, um das Krebsentstehungsrisiko zu bestimmen. Besonders genomische Daten zeigen, in welchem Stadium sich die Erkrankung befindet und wie sie auf eine Behandlung reagieren wird.
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Bildgebung: Bildgebende Verfahren werden eingesetzt, um das Vorhandensein von Biomarkern nachzuweisen.
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Immunassays und zytogenetische Tests: Diese Tests weisen spezifische Moleküle in Krebszellen nach und dienen der Diagnose und Behandlung.
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Proteinbiomarker: Erhöhte oder veränderte Proteinstrukturen in Krebszellen werden für Diagnose und Behandlung untersucht.
Omik-Technologien
Omik-Technologien sind wissenschaftliche Ansätze zur umfassenden Untersuchung biologischer Systeme in großem Maßstab. Genomik, Transkriptomik, Proteomik, Metabolomik gehören dazu. Sie analysieren große Datensätze biologischer Moleküle wie DNA, RNA, Proteine und Metaboliten. Indem sie biologische Vorgänge vom Erbgut bis zur Proteinstruktur erfassen, helfen sie, Ursachen komplexer Erkrankungen wie Krebs zu verstehen und Therapiestrategien zu entwickeln.
- Genomik: Untersucht die molekulare Struktur einer Krebserkrankung durch DNA-Sequenzierung und Analyse genetischer Mutationen.
- Transkriptomik: Analysiert, welche Gene in einer Zelle aktiv exprimiert werden, und trägt damit zum Verständnis der molekularen Krankheitsursachen bei.
- Proteomik: Untersucht sämtliche von einer Zelle gebildeten Proteine und deren strukturelle und funktionelle Veränderungen.
- Metabolomik: Analysiert chemische Stoffwechselprodukte der Zellen und hilft so, die biochemischen Grundlagen einer Erkrankung zu verstehen.
Diese Omik-Technologien sind wichtig für die Entdeckung von Krebsbiomarkern, die Entwicklung personalisierter Therapien und die Bestimmung des Krankheitsstadiums.
Einsatz von Biomarkern nach Krebsart
Krebsbiomarker haben sich insbesondere bei häufigen Krebsarten wie Brust-, Lungen-, Darm-, Prostata- und Magenkrebs für Diagnose, Therapie und Prognose als wirksam erwiesen. Beispiele:
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Brustkrebs: Biomarker wie die Gene HER2, BRCA1 und BRCA2 sind für Brustkrebsdiagnostik und Therapiewahl wichtig.
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Lungenkrebs: EGFR-Mutationen sind insbesondere für die Auswahl zielgerichteter Behandlungen bei Lungenkrebs von Bedeutung.
Marktsegmente nach Produkt und Anwendung
Nach Produkten wird der Krebsbiomarkermarkt in drei Hauptkategorien unterteilt: Verbrauchsmaterialien (Consumables), Geräte (Instruments) und bioinformatische Software (Bioinformatics Software). Besonders diagnostische Geräte sind bei Entwicklung und Entdeckung von Biomarkern wichtig. Dieses Segment gehört mit dem technischen Fortschritt zu den am schnellsten wachsenden Bereichen. Verbrauchsmaterialien werden ebenfalls breit eingesetzt, während bioinformatische Programme die Datenanalyse und eine effizientere klinische Nutzung ermöglichen.
Unternehmen im Krebsbiomarkermarkt
Zahlreiche internationale Unternehmen spielen in diesem rasch wachsenden Markt eine wichtige Rolle. Zu den führenden Unternehmen und ihren Tätigkeitsfeldern gehören:
- Abbott Laboratories: Entwickelt diagnostische Tests und biomarkerbasierte Medizinprodukte.
- Bio-Rad Laboratories, Inc.: Bietet Biomarkertests für die molekulare Diagnostik und proteomische Analysen an.
- Bristol-Myers Squibb Company: Erforscht Biomarker in der Krebsbehandlung und entwickelt Immuntherapien.
- Exact Sciences Corporation: Bietet biomarkergestützte Tests für Diagnose und Prognose von kolorektalem Krebs an.
- F. Hoffmann-La Roche Ltd.: Gehört zu den führenden Anbietern biomarkerbasierter Lösungen für Diagnostik und Wirkstoffsuche.
- Merck KGaA: Entwickelt biomarkerbasierte Therapiestrategien und Immuntherapeutika.
Diese Unternehmen unterstützen mit breiten Produktportfolios Diagnose, Therapie und Wirkstoffsuche. Sie treiben die Entwicklung biomarkergestützter Behandlungsstrategien voran.
Unternehmen im Markt für Krebsgenomiktests
Führende Unternehmen der Krebsgenomik arbeiten intensiv daran, die genetischen Eigenschaften von Tumoren zu verstehen und darauf aufbauend individuelle Behandlungen zu entwickeln. Zu den international bedeutenden Anbietern gehören:
- Illumina Inc.: Als weltweit führender Anbieter genomischer Lösungen bietet Illumina insbesondere umfassende Gentests für die Krebsforschung an und nimmt eine Vorreiterrolle bei Sequenziertechnologien ein.
- Thermo Fisher Scientific Inc.: Entwickelt Technologien für Molekularbiologie und genetische Analysen und ist für Geräte bekannt, die in Genomforschung und Krebsbehandlung eingesetzt werden.
- Agilent Technologies: Agilent ist in DNA-Analyse und Genomforschung bedeutend und bietet ein breites Produktportfolio für biomolekulare Untersuchungen.
- Qiagen: Bietet Lösungen zur Probenvorbereitung für Gentests und Genomanalysen an und entwickelt insbesondere Kits und Technologien für die Krebsforschung.
- Roche Diagnostics: Roche zeichnet sich durch diagnostische und therapeutische Lösungen für Krebsgenomik und personalisierte Medizin aus.
- Foundation Medicine (Roche): Entwickelt Tests zur Analyse des genomischen Tumorprofils und unterstützt damit die Auswahl individueller Behandlungsmöglichkeiten.
- Guardant Health: Als Vorreiter der Flüssigbiopsie nutzt Guardant DNA aus Blutproben, um das genetische Profil einer Krebserkrankung zu bestimmen.
- Myriad Genetics: Entwickelt insbesondere Gentests zur Bestimmung des Brust- und Eierstockkrebsrisikos und ist ein wichtiger Anbieter molekularer Diagnostik.
- Genekor Medical S.A.: Das auf Molekulargenetik und Onkologie spezialisierte Unternehmen bietet molekulare Analysen für Krebsfrüherkennung, Prognose und personalisierte Behandlungsstrategien an.
- Natera: Gehört zu den führenden Unternehmen in Genomik und Biotechnologie und ist besonders für Flüssigbiopsietests zur Krebsdiagnose und zum Nachweis minimaler Resterkrankung bekannt.
Regionale Markttrends und Zukunftspotenzial
Auch regional weist der Krebsbiomarkermarkt ein starkes Wachstumspotenzial auf. Der Einsatz nimmt in Nordamerika, Europa, im asiatisch-pazifischen Raum, Lateinamerika sowie im Nahen Osten und Afrika zu. Nordamerika führt insbesondere dank seiner entwickelten biotechnologischen Infrastruktur und Forschungsmöglichkeiten. Der asiatisch-pazifische Raum bietet durch rasches Wirtschaftswachstum und Gesundheitsinvestitionen in aufstrebenden Ländern wie China und Indien ebenfalls erhebliches Potenzial.
Fazit und Bewertung
Der globale Krebsbiomarkermarkt wächst parallel zur personalisierten Medizin und zu zielgerichteten Therapien rasch. Fortschritte in Genomik und Proteomik ermöglichen einen breiteren Einsatz bei Krebsfrüherkennung und der Entwicklung von Behandlungsstrategien. Das künftige Wachstumspotenzial ist stark; wichtige Marktteilnehmer dürften dabei eine zentrale Rolle spielen.
Quellen
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