PSMA-PET-CT könnte Männern über 80 eine Prostatabiopsie ersparen

In diesem Artikel
Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart bei Männern. Bei Männern über 80 Jahren sind von jeweils 100 Personen 30 von Prostatakrebs betroffen. Die Früherkennung bei älteren Männern könnte eine frühere Diagnose und bessere Behandlungsergebnisse ermöglichen.
Traditionell umfasst die Prostatakrebs-Früherkennung einen Bluttest auf das prostataspezifische Antigen (PSA) sowie eine Prostatabiopsie zusammen mit transrektalem Ultraschall (TRUS). Der PSA-Test kann helfen, das Risiko einzuschätzen. TRUS und Biopsie sind jedoch nicht immer zuverlässig genug, um Krebs genau zu diagnostizieren.
PSMA-PET/CT-Bildgebung ist eine neue Technologie zur genaueren Diagnose von Prostatakrebs. PSMA ist ein Protein, das auf Prostatakrebszellen in hoher Menge vorkommt. PSMA-PET/CT erkennt Prostatakrebs mithilfe einer radioaktiven Substanz, die an PSMA bindet.
Untersuchungen zeigten, dass PSMA-PET/CT Prostatakrebs bei der Früherkennung älterer Männer ohne eine Biopsie vor der Bildgebung erkennen könnte. Für ältere Männer ist dies eine weniger invasive und risikoärmere Untersuchungsmethode.
„Biopsie vor der Bildgebung“ oder „bildgestützte Prostatabiopsie“ bezeichnet ein Verfahren der Prostatakrebs-Früherkennung. Dabei wird eine kleine Gewebeprobe aus der Prostata entnommen und mikroskopisch untersucht. Das Verfahren ist bei der Diagnose von Prostatakrebs sehr wirksam, aber invasiv und mit Risiken verbunden. Im weiteren Artikel wird anstelle von Biopsie vor der Bildgebung kurz der Begriff „Prostatabiopsie“ verwendet.
Untersuchungsmethoden und Ergebnisse
The Journal of Nuclear Medicine veröffentlichte im Juli 2023 eine neue Studie. Darin wurden Patienten ab 80 Jahren untersucht, insgesamt 100 Patienten, die zur Stadienbestimmung mittels Ga-68-PSMA-11-PET/CT aufgenommen wurden. Anschließend dokumentierten die Forscher, ob Prostatabiopsien erfolgt waren, die klinischen Merkmale, die PET-basierten Parameter der Stadieneinteilung und die erhaltene Erstbehandlung.
Die Forscher stellten fest, dass bei 34% der Studienteilnehmer keine Prostatabiopsie durchgeführt worden war. Diese Patienten waren tendenziell älter, in schlechterem klinischem Zustand und hatten höhere Werte des prostataspezifischen Antigens (PSA) als Patienten mit Biopsie. Außerdem zeigte sich bei allen Patienten ohne Biopsie nach Ga-68-PSMA-11-PET/CT eine avid anreichernde Erkrankung. Knochenmetastasen und insgesamt fortgeschrittene Erkrankungen waren bei ihnen tendenziell häufiger.
Eine avid anreichernde Erkrankung bindet besonders viel der radioaktiven Substanz. Das bedeutet, dass die Krebszellen mehr davon aufnehmen. Diese starke Anreicherung hilft bei PSMA-PET/CT, Krebszellen besser zu erkennen.
Ähnliche Anteile der Patienten mit und ohne Prostatabiopsie wurden einer Hormontherapie zugeführt. Dagegen wurden nach der Bildgebung 63% der Patienten mit Biopsie zur Strahlentherapie überwiesen, aber nur 8,8% der Patienten ohne Biopsie.
Diese Ergebnisse zeigen, dass PSMA-PET/CT bei älteren Männern Prostatakrebs im Rahmen der Früherkennung ohne Prostatabiopsie erkennen könnte. Die Technologie könnte somit eine frühere Diagnose und bessere Behandlungsergebnisse bei älteren Männern unterstützen.
Nachfolgend ist die grafische Zusammenfassung der Studie zu sehen:

Zusammenfassung
- Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart bei Männern.
- Die Prostatakrebs-Früherkennung bei älteren Männern könnte eine frühere Diagnose und bessere Behandlungsergebnisse ermöglichen.
- PSMA-PET/CT ist eine neue Technologie zur genaueren Diagnose von Prostatakrebs.
- PSMA-PET/CT kann bei älteren Männern Prostatakrebs im Rahmen der Früherkennung ohne Prostatabiopsie erkennen.
- Diese Technologie könnte bei älteren Männern eine frühere Diagnose und bessere Behandlungsergebnisse ermöglichen.
Quellen
Journal of Nuclear Medicine July 2023, 64 (7) 1030-1035; DOI: https://doi.org/10.2967/jnumed.122.265371
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