Schlafstörung

In diesem Artikel
Schlafstörungen sind bei Krebspatienten häufig und können als normales Krankheitszeichen auftreten. Meist sind sie vorübergehend. Als Nebenwirkung können Schlaflosigkeit oder übermäßige Schläfrigkeit entstehen. Das bedeutet kein zusätzliches Problem, sondern gilt eher als normale psychosoziale Auswirkung der Krebsdiagnose.
Wie entstehen sie?
- Schmerzen
- Körperliche Probleme wie Inkontinenz, Durchfall, Verstopfung und Atemnot
- Angst und Depression
- Medikamente (Langzeiteinnahme und Absetzen)
- Unbehagen in Krankenhaus und/oder Zuhause
Ältere Patienten können normale altersbedingte Schlafveränderungen durch mehr Bewegung und Ruhe tagsüber ausgleichen.
Tipps für besseren Schlaf
Regelmäßige Schlafgewohnheiten entwickeln.
- Wecker stellen und beim Klingeln aufstehen, möglichst auch an freien Tagen zur selben Zeit.
- Nur zum Schlafen im Bett bleiben. Dort nicht fernsehen, lesen oder essen.
- Schlaf- und Wachzeiten festlegen.
- Die Schlafumgebung optimieren (beispielsweise kein lautes, dunkles und kaltes Zimmer).
- Vor dem Schlafen weniger trinken, zur Toilette gehen und Medikamente einnehmen kann Störungen minimieren.
Entspannungstherapie
- Sorgen und Angst vor dem Schlafen können wach halten.
- Lockere, weiche Schlafkleidung tragen.
- Wärmflaschenkompressen entspannen Muskeln und lösen Tagesanspannung. Eine heiße Dusche empfehle ich hingegen nicht, da sie müder und schläfriger machen kann.
- 4-7 Stunden vor dem Schlafen maßvoll wie empfohlen trainieren. Nicht unmittelbar davor, da es das Einschlafen erschwert.
- Lindenblüten- oder Kamillentee hilft beim Entspannen. Viel grünes Blattgemüse, Walnüsse sowie Mineralstoffe, Kalzium und Magnesium sind ebenfalls nützlich.
- Eine warme Tasse Milch entspannt und unterstützt guten Schlaf.
- Bei Einschlafproblemen versuchen Sie Fernsehen oder Lesen. Die feste Blickausrichtung ermüdet die Augen und macht schläfrig.
Was Sie vermeiden sollten
- Auch bei großer Müdigkeit tagsüber kein Nickerchen.
- Nicht aus Sorge vor Schlaflosigkeit grübeln.
- Koffeinhaltige anregende Getränke meiden. Koffein wirkt zudem harntreibend. Kaffee enthält viel, auch Tee, Cola, schottischer Whisky und Schokolade enthalten gewisse Mengen. Nikotin stört ebenfalls den Schlaf. Auch wenn ich vollständigen Verzicht wünsche, nützt weniger Rauchen nachts der Gesundheit und Schlafqualität.
- Dämpfende zentral wirksame Stoffe wie Alkohol können Schlaf stören. Obwohl er anfangs ein oder zwei Stunden einschläfert, führt er später zu häufigem Aufwachen.
- Schwere Mahlzeiten kurz vor dem Schlafen verursachen Verdauungsprobleme und gastroösophagealen Reflux. Dabei fließt Mageninhalt in die Speiseröhre zurück. Die Säure verursacht dort Brennen und Schmerzen und verhindert Schlaf.
Mögliche Medikamente
- Methylphenidat und manche steroidhaltigen Arzneimittel können beim Schlafen helfen. Bei Schlafstörungen ist die Anwendung unter ärztlicher Kontrolle möglich.
- Verschriebene Mittel müssen wie angegeben eingenommen werden. Zusammen mit Alkohol, Beruhigungsmitteln, Antihistaminika, Phenothiazinen und Antidepressiva können sie abhängig machen.
- Medikamente gegen Schlafstörungen nur ärztlich kontrolliert einnehmen.
Suchen Sie Ihren Arzt auf
Bei Schlafstörungen bestimmt Ihr Arzt die richtige Behandlung. Auch bei alltagsbeeinträchtigenden Problemen unter den verordneten Mitteln erneut melden. Befolgen Sie nie ohne sein Wissen eigenständig Ratschläge vom Hörensagen. Er wird nach nötigen Untersuchungen Ergänzungen, Änderungen und/oder Anwendung bestimmen und das geeignete Medikament geben.
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