Sind zielgerichtete Kombinationstherapien beim fortgeschrittenen Melanom vorteilhafter?

Eine im Britischen Medizinjournal veröffentlichte Studie zeigte, dass Kombinationstherapien beim fortgeschrittenen Melanom gegenüber einer Behandlung mit nur einem Wirkstoff vorteilhafter sind.
Bei der Behandlung des metastasierten, fortgeschrittenen Melanoms wurden in den letzten Jahren sehr große Fortschritte erzielt. Besonders nachdem der Einfluss von Mutationen im BRAF-Gen auf die Melanomentstehung festgestellt worden war, gewannen dagegen gerichtete Therapiestrategien stark an Bedeutung. Die BRAF-Mutationen aktivieren einen als MAPK bezeichneten Signalweg, der unkontrolliertes Zellwachstum und Zellvermehrung verursacht. Werden die Produkte dieses Gens durch bestimmte Wirkstoffe gehemmt, lässt sich deshalb auch die unkontrollierte Vermehrung verhindern. Dazu werden BRAF-blockierende Wirkstoffe wie Vemurafenib und Dabrafenib oder MAPK-Signalwegblocker wie Trametinib eingesetzt. Nach einiger Zeit kann der MAPK-Signalweg jedoch erneut aktiviert werden, wodurch Resistenzen gegen BRAF-Hemmer entstehen und die Erkrankung wieder fortschreitet. Man vermutet daher, dass BRAF-Hemmer zusammen mit Hemmern des MAPK-Signalwegs bessere Ergebnisse erzielen könnten. Eine kürzlich durchgeführte Studie untersuchte deshalb, ob Dabrafenib plus Trametinib beim metastasierten Melanom wirksamer ist als Vemurafenib allein.
Etwa 700 zuvor unbehandelte Patienten mit metastasiertem Melanom und BRAF-Mutation erhielten entweder Vemurafenib allein oder Dabrafenib plus Trametinib und wurden nachbeobachtet. Das Überleben nach 12 Monaten betrug unter Dabrafenib und Trametinib %72, unter Vemurafenib allein %65. Die Zeiten ohne Krankheitsfortschritt lagen jeweils bei 11,4 gegenüber 7,3 Monaten, die Ansprechraten bei %64 gegenüber %51. Ein vollständiges Ansprechen zeigten in der Kombinationsgruppe 47 Patienten, in der Vemurafenibgruppe nur 27. Dies unterschied sich zudem nicht nach Faktoren wie Alter, Geschlecht oder Mutationstyp.
Zusammenfassend hatten frühere Studien bereits gezeigt, dass Dabrafenib plus Trametinib gegenüber Dabrafenib allein und Vemurafenib plus Cobimetinib gegenüber Vemurafenib allein vorteilhafter sind. Der nun gezeigte Vorteil von Dabrafenib plus Trametinib gegenüber Vemurafenib unterstreicht ebenfalls die Überlegenheit von Kombinationstherapien gegenüber einem einzelnen Wirkstoff beim fortgeschrittenen Melanom. Dies ist ein starkes Signal dafür, dass zielgerichtete Kombinationen künftig einen deutlich größeren Platz in seiner Behandlung erhalten sollten. Die Befunde müssen jedoch durch weitere Studien bestätigt werden.
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