Statine 1973 – die Entdeckung der Cholesterinsenker

Der Journalist Peter Landers schreibt:
„Akira Endo brauchte zwei Jahre und Tausende verschimmelter Nährböden, um etwas Cholesterinsenkendes zu finden. Das aus einem auf Orangen wachsenden Schimmelpilz gewonnene bahnbrechende Medikament gehörte zu einer Wirkstoffklasse, die den Pharmaunternehmen jährlich (2006) 25 Milliarden Dollar einbrachte und deren erster Vertreter es war.“
Cholesterin ist für die Funktion jeder Zelle unseres Körpers wichtig. Cholesterinhaltige Ablagerungen an den Innenwänden der Arterien können jedoch auch eine Atherosklerose verursachen. Solche Ablagerungen, auch Plaques genannt, können aufreißen und Blutgerinnsel auslösen. Plaques oder Gerinnsel können den Blutfluss vermindern. Der Verschluss von Herzkranzarterien kann zu Angina pectoris mit Brustschmerzen oder zu einem Herzinfarkt führen. Atherosklerose ist auch mit Entzündungen der Arterienwände verbunden.
- Statine senken den Cholesterinspiegel, indem sie das Enzym HMG-CoA-Reduktase hemmen, das die Leber zur Cholesterinproduktion benötigt. Im Jahr 1973 entdeckte der japanische Biochemiker Akira Endo aus dem Pilz Penicillium citrinum Mevastatin, das erste cholesterinhemmende Statin. Das amerikanische Pharmaunternehmen Merck & Co., ließ sich von Endos Arbeit inspirieren und isolierte 1978 aus dem Pilz Aspergillus terreus ein weiteres Statin. Dieses wurde erstmals 1987 unter dem Namen Mevacor vermarktet.
Statinen werden zahlreiche Vorteile zugeschrieben. Beispielsweise:
- senken sie LDL-Cholesterin, das Low-Density-Lipoprotein-Cholesterin, die „schlechte“ und zur Plaquebildung beitragende Form, sowie Entzündungen und erhalten zugleich die Plaquestabilität.
- Stellen Leberzellen infolge der Statine weniger Cholesterin in der Leber fest, steigern sie außerdem die LDL-Aufnahme. Sie bilden zusätzliche LDL-Rezeptoren, die Cholesterin aus dem allgemeinen Kreislauf aufnehmen und den Rückgang ausgleichen.
- Statine gelten im Allgemeinen als nützlich zur Senkung der Sterblichkeit bei Menschen mit bereits bestehender Herz-Kreislauf-Erkrankung und bei Personen mit hohem Risiko.
Zu den möglichen unerwünschten Nebenwirkungen gehören:
- Ungewöhnlich hohe Leberenzymwerte
- Freisetzung nierenschädigender Substanzen in den Blutkreislauf
- Zerfall von Skelettmuskulatur, der zu Nierenversagen führen kann
Erläuterung des Beitragsbildes: Eine Plaque, die den Blutfluss in einer Arterie einschränkt.
Historische Personen in diesem Beitrag: Akira Endo (geb. 1933)
Quellen
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