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Prof. Dr. Mustafa Özdoğan · Facharzt für medizinische Onkologie
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Was ist Asthma? Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Was ist Asthma? Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten
In diesem Artikel

Asthma ist eine chronische Lungenerkrankung, die die Atemwege verengt und das Atmen erschwert. Weltweit betrifft es etwa 350 Millionen Menschen, in der Türkei ungefähr 7 Millionen. Besonders bei Kindern wird Asthma zunehmend häufiger. Dabei reagieren die Bronchien, die Atemwege in der Lunge, überempfindlich auf verschiedene Auslöser. Die umgebende Muskulatur zieht sich zusammen, die Innenflächen entzünden sich und schwellen an, und die Schleimproduktion nimmt zu. Dadurch können Betroffene Atembeschwerden haben und gelegentlich Krisen erleiden, die als Asthmaanfall bezeichnet werden. Mit geeigneter Behandlung und Verlaufskontrolle lässt sich Asthma meist kontrollieren, sodass Betroffene weitgehend normal leben können.

Was ist Asthma?

Asthma ist eine anfallsweise verlaufende Erkrankung, die durch chronische Entzündung der Atemwege und deren Verengung entsteht. Bei Asthma zieht sich die Muskulatur rund um die Atemwege durch einen äußeren Reiz plötzlich zusammen, und die Bronchien verengen sich. Dadurch wird der Luftstrom in die Lunge und aus ihr heraus eingeschränkt. Asthma ist keine ansteckende Infektion; manche Infektionen können jedoch Asthmaanfälle auslösen. Phasen mit Verschlechterungen beziehungsweise Anfällen können sich mit ruhigen Phasen abwechseln.

Asthma beginnt meist im Kindesalter, kann aber in jedem Alter auftreten. Bei Menschen mit atopischer Veranlagung, also einer Neigung zu Allergien, kommt es häufiger vor. Der Schweregrad ist individuell unterschiedlich: Bei manchen verläuft die Erkrankung leicht, bei anderen verursachen häufige Anfälle erhebliche Einschränkungen der Lebensqualität. Entscheidend ist, Asthma richtig zu erkennen und durch einen individuell abgestimmten Behandlungsplan zu kontrollieren.

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Welche Symptome verursacht Asthma?

Asthmasymptome entstehen durch die Verengung der Atemwege und können im Verlauf stärker oder schwächer werden. Die häufigsten Beschwerden sind:

  • Atemnot: Betroffene können beim Ein- und Ausatmen Schwierigkeiten haben, besonders beim Ausatmen.
  • Pfeifende Atmung: Ein beim Ausatmen hörbares, pfeifendes Giemen ist ein typisches Asthmasymptom.
  • Husten: Der Husten ist meist trocken. Besonders Hustenanfälle nachts oder gegen Morgen sind für Asthma sehr charakteristisch. Auch körperliche Belastung, Lachen oder Weinen können Husten auslösen.
  • Engegefühl im Brustkorb: Betroffene verspüren Druck, Enge oder Schwere im Brustkorb.
  • Weitere Symptome: Während eines Asthmaanfalls können Sprechschwierigkeiten, schnelle Atmung, Herzklopfen, Schwitzen und in fortgeschrittenen Fällen sogar eine bläuliche Verfärbung von Lippen oder Nägeln auftreten. Nach dem Anfall können Schwäche und Erschöpfung bestehen.

Die Beschwerden sind nicht bei allen Menschen mit Asthma gleich stark. Manche bemerken nur ein leichtes Giemen bei Bewegung, andere werden nachts durch schwere Hustenanfälle geweckt. Da die Symptome mit anderen Atemwegserkrankungen wie COPD oder Bronchitis verwechselt werden können, ist eine korrekte Diagnose wichtig. Besonders bei wiederkehrendem Husten und Atemnot wird eine Untersuchung in einer Fachpraxis für Lungenheilkunde empfohlen.

Wie entsteht Asthma?

Die genaue Ursache von Asthma ist nicht vollständig bekannt. Man geht davon aus, dass es durch das Zusammenwirken von genetischer Veranlagung und Umweltfaktoren entsteht. Asthma oder allergische Erkrankungen in der Familie erhöhen das spätere Erkrankungsrisiko. Sind beispielsweise beide Eltern an Asthma erkrankt, kann das Risiko des Kindes bis zu 60% betragen. Auch bestimmte Virusinfektionen im Kindesalter, häufige Bronchitisepisoden und Luftverschmutzung können die Entstehung begünstigen.

Folgende Faktoren erhöhen das Risiko, Asthma zu entwickeln:

  • Familiengeschichte: Asthma in der Familie als Hinweis auf eine genetische Veranlagung.
  • Weitere allergische Erkrankungen: Eine allergische Veranlagung mit Erkrankungen wie allergischer Rhinitis (Heuschnupfen) oder Ekzemen.
  • Geschlecht und Alter: Im Kindesalter ist Asthma bei Jungen häufiger; im Erwachsenenalter kommt es bei Frauen etwas häufiger vor.
  • Adipositas: Übergewicht kann das Asthmarisiko erhöhen.
  • Tabakrauch: Aktives Rauchen oder Passivrauchen in der Kindheit, etwa durch rauchende Eltern, erhöhen das Risiko.
  • Berufliche Exposition: Arbeitsplätze mit Staub, chemischen Dämpfen oder starken Gerüchen, etwa in Landwirtschaft, Bäckereien, Friseurbetrieben oder der verarbeitenden Industrie, können Asthma verursachen.
  • Luftverschmutzung: Langfristiger Kontakt mit Abgasen und industrieller Luftverschmutzung.

Auslöser eines Asthmaanfalls sind Umweltfaktoren, die bei bereits bestehendem Asthma plötzlich Symptome hervorrufen oder verschlimmern. Sie können individuell unterschiedlich sein. Die häufigsten sind:

  • Allergene: Pollen, Hausstaubmilben, Schimmelpilze sowie Tierhaare und Hautschuppen lösen häufig Asthmaanfälle aus. Menschen mit allergischem Asthma sollten in pollenreichen Zeiten wie Frühling und Herbst besonders vorsichtig sein.
  • Tabakrauch: Sowohl aktives Rauchen als auch die Belastung durch Rauch, also Passivrauchen, lösen Asthmasymptome aus. Betroffene müssen Tabakrauch unbedingt meiden.
  • Luftverschmutzung und Chemikalien: Industrielle Dämpfe, Abgase, scharfe Gerüche von Farben oder Reinigungsmitteln, Parfüm und Deosprays können als Reizstoffe Asthma verschlimmern.
  • Kalte Luft: In kalter, trockener Luft werden die Atemwege empfindlicher. Im Winter können Asthmaanfälle zunehmen. Plötzliche Temperaturwechsel können ähnlich wirken.
  • Körperliche Belastung: Anstrengende körperliche Aktivität, insbesondere Bewegung in kalter, trockener Luft, kann einen Anfall von belastungsinduziertem Asthma auslösen. Betroffene sollten vor dem Sport geeignete Maßnahmen ergreifen, etwa sich aufwärmen oder bei Bedarf vorab das ärztlich empfohlene Inhalationsmedikament verwenden.
  • Atemwegsinfektionen: Virusinfektionen wie Erkältungen, Grippe und Sinusitis können bei Menschen mit Asthma Anfälle auslösen. Entsprechende Vorsorge, beispielsweise eine jährliche Grippeimpfung, ist deshalb wichtig.
  • Stress und emotionale Faktoren: Starke Gefühle wie Trauer, Angst oder Wut sowie Stress können Atemfrequenz und Atemrhythmus beeinflussen und dadurch Asthmasymptome verschlimmern. Auf Stressbewältigung zu achten, ist daher hilfreich.

Die Auslöser können bei jedem Menschen anders sein. Betroffene sollten aus eigener Erfahrung lernen, was ihr Asthma auslöst, und diese Faktoren möglichst meiden. Ärztlich wird meist empfohlen, Auslöser zu vermeiden und das Wohn- und Arbeitsumfeld entsprechend anzupassen.

Asthmaformen

Asthma kann nach seinem Erscheinungsbild oder seiner Ursache in verschiedene Unterformen eingeteilt werden. Die Form zu bestimmen, ist wichtig, um die richtige Behandlung auszuwählen. Die wichtigsten Asthmaformen und ihre Merkmale sind:

Asthmaform Merkmale im Überblick
Allergisches Asthma Diese Form wird durch den Kontakt mit Allergenen wie Pollen, Staub, Schimmel oder Tierhaaren ausgelöst. Häufig tritt sie gemeinsam mit allergischer Rhinitis (Heuschnupfen) auf. Bei einer allergischen Reaktion entstehen neben laufender Nase, Niesen und tränenden Augen auch Asthmasymptome. Das Meiden der Allergene und bei Bedarf eine spezifische Immuntherapie können die Beschwerden verringern.
Belastungsinduziertes Asthma (Anstrengungsasthma) Nach körperlicher Aktivität auftretende Asthmaform. Während intensiver Belastung oder unmittelbar danach können Giemen, Husten und Atemnot entstehen. Die Symptome beginnen meist einige Minuten nach Belastungsbeginn und können nach dem Ende noch eine Zeit anhalten. Bewegung in kalter Luft löst sie leichter aus.
Hustenvariante des Asthmas Bei dieser Form ist das auffälligste Symptom ein hartnäckiger Husten . Giemen oder Atemnot müssen nicht deutlich ausgeprägt sein; der Husten steht im Vordergrund. Besonders nachts können trockene Hustenanfälle auftreten. Atemwegsinfektionen oder Bewegung können bei dieser Form Hustenanfälle auslösen.
Berufsbedingtes Asthma Durch Stoffe am Arbeitsplatz ausgelöste Asthmaform. Eingeatmete Chemikalien, Stäube, Dämpfe oder Gase können dort einen Asthmaanfall verursachen. Die Symptome verschlimmern sich meist am Arbeitsplatz oder gegen Ende des Arbeitstages und lassen im Urlaub oder an freien Tagen nach. Langfristige Exposition kann zu dauerhaftem Asthma führen; frühzeitige Maßnahmen sind daher wichtig.
Nächtliches Asthma (nokturnales Asthma) Bei dieser Form treten Asthmasymptome während des Schlafs oder nachts auf. Betroffene können mitten in der Nacht oder gegen Morgen mit Husten und Atemnot aufwachen. Auch Säurereflux im Liegen, also aufsteigende Magensäure, kann nächtliches Asthma auslösen. Es kann erforderlich sein, vor dem Schlafengehen Auslöser zu meiden und die ärztlich empfohlenen Medikamente für die Nacht anzuwenden.
Saisonales Asthma Bei dieser Asthmaform nehmen die Beschwerden zu bestimmten Jahreszeiten zu, besonders während der Pollensaison im Frühling. Jahreszeitlich auftretende Allergene wie Pollen und Schimmel lösen Anfälle aus. Regelmäßige Medikamentenanwendung und Schutz vor Allergenen sind in diesen Zeiten besonders wichtig.

Darüber hinaus gibt es das sogenannte intrinsische Asthma , das nicht durch Allergien bedingt ist. Manche Menschen haben unter starkem Stress außerdem asthmaähnliche Beschwerden, die als stressbedingtes (psychisches) Asthma bezeichnet werden. Unabhängig von der Form gehört es zur Behandlung, die Auslöser zu kennen und entsprechend vorzubeugen.

Behandlungsmöglichkeiten bei Asthma

Für Asthma gibt es heute leider keine endgültige Behandlung im Sinne einer vollständigen Heilung. Mit den richtigen Maßnahmen lässt sich die Erkrankung jedoch erfolgreich kontrollieren. Die Hauptziele sind möglichst wenige Beschwerden, ein normaler Alltag und die Verhinderung von Asthmaanfällen. Der Behandlungsplan besteht meist aus einer Kombination von Medikamenten und Lebensstilmaßnahmen.

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Die wichtigsten Behandlungsmethoden sind:

Inhalationsmedikamente: Sie bilden den Grundpfeiler der Asthmabehandlung. Mit Sprays oder Pulvergeräten, sogenannten Inhalatoren, gelangt der Wirkstoff unmittelbar in die Atemwege. Diese Medikamente werden in zwei Hauptgruppen eingeteilt:

  • Bedarfsinhalatoren zur raschen Linderung: Sie werden bei beginnenden Beschwerden oder während eines Anfalls verwendet. Ihre schnelle Wirkung, meist innerhalb von 5-10 Minuten, entspannt die Bronchien und erleichtert das Atmen. Häufige Beispiele sind kurz wirksame Bronchodilatatoren, etwa Sprays mit Salbutamol . Betroffenen wird empfohlen, solche schnell wirksamen Inhalatoren immer bei sich zu tragen. Werden sie häufiger als einige Male pro Woche benötigt, ist das Asthma nicht ausreichend kontrolliert und eine zusätzliche Behandlung erforderlich.
  • Vorbeugende Inhalatoren zur Dauerkontrolle: Diese Medikamente sollen bei regelmäßiger täglicher Anwendung das Auftreten von Beschwerden verhindern. Die wichtigsten enthalten Kortikosteroide, also Kortison. Kortisonhaltige Inhalatoren verringern die Entzündung der Atemwege und beugen langfristig Anfällen vor. Regelmäßig angewendet tragen sie wesentlich zur Asthmakontrolle bei. Inhaliertes Kortison wirkt örtlich und wird niedrig dosiert, sodass wesentlich weniger Nebenwirkungen auftreten als bei oraler Einnahme. Um Mundsoor zu vermeiden, sollte der Mund nach der Anwendung dennoch mit Wasser ausgespült werden. Die Wirkung dieser Dauertherapie setzt nicht plötzlich ein; für den vollen Nutzen müssen die Medikamente täglich in der empfohlenen Dosis verwendet werden.
  • Kombinationsinhalatoren: In manchen Fällen können ärztlich Wirkstoffe mit lindernder und vorbeugender Wirkung in einem einzigen Inhalator kombiniert werden. Solche Kombinationen werden besonders bei mittelschwerem oder schwerem Asthma bevorzugt, wenn ein einzelnes Medikament keine ausreichende Kontrolle bietet.

Medikamente zum Einnehmen oder zur Injektion: Sie werden eingesetzt, wenn die Inhalationsbehandlung nicht ausreicht oder eine zusätzliche Behandlung nötig ist. Besonders Leukotrienhemmer wie Montelukasttabletten können die Asthmakontrolle unterstützen. Oral eingenommen verringern sie die Entzündung der Atemwege. Bei Bedarf können auch Medikamente wie Theophyllin zur Erweiterung der Bronchien ergänzt werden. Theophyllin wird heute seltener eingesetzt und muss wegen möglicher Nebenwirkungen vorsichtig angewendet werden. Bei schwerem Asthma oder starken Anfällen können kurzfristig orale Kortikosteroidtabletten (Kortison) verordnet werden. Da sie im gesamten Körper wirken, kann eine langfristige Einnahme unter anderem Gewichtszunahme, Blutdruckanstieg oder Knochenschwund verursachen. Sie werden deshalb nur bei Notwendigkeit und unter ärztlicher Aufsicht verwendet. In den vergangenen Jahren wurden für sehr schweres Asthma biologische Therapien entwickelt, die bestimmte Immunmechanismen gezielt beeinflussen, etwa regelmäßige Injektionen mit Anti-IgE oder Anti-IL5. Solche Behandlungen mit monoklonalen Antikörpern können bei ausgewählten Patienten, die auf herkömmliche Therapien nicht ansprechen, sehr wirksam sein.

Änderungen des Lebensstils: Das Meiden von Auslösern und gesunde Lebensgewohnheiten sind bei Asthma ebenso wichtig wie Medikamente. Betroffene sollten Tabakrauch vermeiden und Allergene wie Staub, Schimmel und Tierhaare zu Hause und am Arbeitsplatz begrenzen. Weniger Teppiche, Plüschtiere und staubbindende Gegenstände, heiß gewaschene Bettwäsche und regelmäßige Reinigung können Hausstaubmilben verringern und dadurch allergische Beschwerden lindern. Außerdem helfen regelmäßige Bewegung nach ärztlicher Empfehlung und bei Bedarf unter Medikamentenanwendung, ein gesundes Gewicht, ausgewogene Ernährung und Stressvermeidung bei der Asthmakontrolle. Wichtig sind auch Kontrolltermine in den empfohlenen Abständen und Verlaufsuntersuchungen wie Lungenfunktionstests. Wenn ärztlich ein schriftlicher Asthma-Aktionsplan erstellt wurde, können Sie anhand seiner Anweisungen lernen, wie Sie bei zunehmenden Beschwerden die Medikamentendosen vorübergehend anpassen sollen.

Allergen-Immuntherapie (Hyposensibilisierung): Besonders bei allergischem Asthma kann zur Verringerung der Empfindlichkeit gegenüber dem verantwortlichen Allergen eine Immuntherapie erfolgen. Dabei werden über mehrere Jahre bestimmte Dosen eines Allergenextrakts unter die Haut gespritzt oder als Tropfen unter die Zunge gegeben. Das Immunsystem soll dadurch eine Toleranz gegenüber dem Stoff entwickeln. Bei geeigneten Patienten kann die Immuntherapie die Beschwerden lindern und den Medikamentenbedarf verringern.

Bronchiale Thermoplastie: Dies ist ein selten eingesetzter chirurgischer Eingriff bei sehr schwerem Asthma, das durch andere Behandlungen nicht kontrolliert werden kann. Wärmeenergie an der Innenfläche der Bronchien soll einen Teil der glatten Muskulatur in der Atemwegswand zerstören. Dadurch soll die Fähigkeit der Bronchien, sich zusammenzuziehen und zu verengen, vermindert werden. Der Eingriff erfolgt mittels Bronchoskopie unter Vollnarkose. Er ist nicht für alle geeignet und kommt nur bei ausgewählten Fällen infrage.

Unterstützende und alternative Methoden: Medizinische Verfahren sind die Grundlage der Asthmabehandlung. Ergänzend werden jedoch auch unterstützende Maßnahmen angewendet. Atemübungen wie Zwerchfellatmung oder yogaähnliche Techniken können bei regelmäßiger Anwendung die Atemmuskeln stärken und durch Stressabbau indirekt helfen. Für pflanzliche Behandlungen gibt es dagegen kein pflanzliches Arzneimittel mit nachgewiesener Wirksamkeit bei Asthma. Ingwer, Thymian oder Schwarzkümmel werden zwar häufig empfohlen, können Asthma allein jedoch nicht kontrollieren. Vor jeder Ergänzung oder jedem pflanzlichen Produkt sollte unbedingt ärztlicher Rat eingeholt werden. Salzräume und Speläotherapie , also Höhlentherapie, werden von manchen Menschen ausprobiert. Ihre Wirksamkeit ist jedoch wissenschaftlich nicht eindeutig geklärt. Betroffene dürfen alternative Methoden niemals anstelle der ärztlich verordneten Medikamente einsetzen, sondern höchstens unterstützend und nach ärztlicher Empfehlung.

Was hilft bei einem Asthmaanfall?

Bei einem Asthmaanfall verschlimmern sich die Beschwerden plötzlich, und es entsteht schwere Atemnot. Betroffene oder ihre Angehörigen können durch schnelles und richtiges Handeln zur Linderung beitragen. Bei einem Asthmaanfall sind folgende Schritte wichtig :

  1. Ruhe bewahren: Versuchen Sie zunächst, nicht in Panik zu geraten. Panik erschwert das Atmen zusätzlich. Konzentrieren Sie sich auf langsames, kontrolliertes Atmen.
  2. Den schnell wirksamen Inhalator anwenden: Wenn Sie einen mitgeführten Bedarfsinhalator , etwa mit Salbutamol, haben, wenden Sie ihn sofort in der ärztlich empfohlenen Dosis an, meist 1-2 Hübe. Wenn möglich, können Sie mit einem Spacer , einer Inhalierhilfe, die Wirksamkeit verbessern. Haben Sie einen Vernebler, füllen Sie das schnell wirksame bronchienerweiternde Medikament ein und beginnen Sie mit der Anwendung.
  3. Aufrecht sitzen und entspannen: Aufrechtes Sitzen oder Stehen verbessert den Luftstrom in die Lunge. Lockern Sie den Kragen und entfernen Sie gegebenenfalls die Krawatte. Stützen Sie die Hände auf einen Tisch, damit die Brustmuskeln die Atmung unterstützen können.
  4. Tief und langsam atmen: Wenn sich die Atemwege zu öffnen beginnen, versuchen Sie, tief durch die Nase ein- und langsam durch den Mund auszuatmen. Die Atmung zu kontrollieren, hilft dem Körper, mehr Sauerstoff aufzunehmen, und erleichtert die Entspannung.
  5. Bei Bedarf medizinische Hilfe rufen: Wenn trotz Inhalator innerhalb von 15-20 Minuten keine Besserung eintritt, rufen Sie den Notruf 112 an. Bei so starker Atemnot, dass das Sprechen schwerfällt, oder bei schweren Zeichen wie bläulichen Lippen oder Bewusstseinsstörungen kann eine medizinische Notfallbehandlung erforderlich sein. Wenden Sie das Medikament bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes möglichst in den zuvor ärztlich festgelegten Abständen weiter an.

Wenn Sie bei einer Person mit Asthmaanfall sind, sprechen Sie ihr während dieser Maßnahmen Mut zu und vermitteln Sie, dass sie nicht allein ist. Nach dem Anfall ist eine ärztliche Untersuchung unbedingt sinnvoll. In den folgenden Stunden kann ein weiterer Anfall auftreten oder eine zusätzliche Behandlung nötig werden. Nach einem Anfall können vorübergehend Medikamente wie Kortisontabletten verordnet werden.

Asthmaanfällen vorzubeugen ist einfacher und weniger riskant, als einen Anfall zu behandeln. Lassen Sie deshalb keine Kontrolltermine aus und besprechen Sie bei zunehmenden Beschwerden den Behandlungsplan ärztlich neu. Außerdem sollte jeder Mensch mit Asthma einen Notfall-Aktionsplan haben. Darin steht, bei welcher Anfallsstufe die Dosis welchen Medikaments erhöht werden soll und wann ein Krankenhaus aufgesucht werden muss. Einen eigenen Plan gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt zu erstellen und während eines Anfalls ohne Panik danach zu handeln, hilft ebenfalls, Krisen besser zu überstehen.

Asthma und Krebsrisiko

Der Zusammenhang zwischen chronischem Asthma und Krebs hat in den letzten Jahren wissenschaftliches Interesse geweckt. Da Asthma einen anhaltenden Entzündungszustand im Körper verursacht, wird vermutet, dass diese chronische Entzündung langfristig bestimmte Zellveränderungen begünstigen könnte. Verschiedene Untersuchungen haben das Krebsrisiko bei Asthma geprüft. Eine 2017 veröffentlichte Metaanalyse zeigte eine um 44% höhere Wahrscheinlichkeit für Lungenkrebs bei Menschen mit Asthma als bei Menschen ohne Asthma. Eine große, 2023 in Cancer Medicine veröffentlichte Studie berichtete, dass das allgemeine Krebsrisiko bei Asthma etwas erhöht sein könnte, besonders bei Personen, die inhalative Steroide nicht regelmäßig anwenden.

Die Ursache dieses erhöhten Krebsrisikos ist noch nicht vollständig geklärt. Als zugrunde liegender Mechanismus wird eine chronische Entzündung vermutet. In Gewebe unter dauerhaften Entzündungsreizen steigt theoretisch im Laufe der Zeit das Risiko abnormalen Zellwachstums. Andererseits gibt es die Ansicht, dass inhalative Kortikosteroide durch Unterdrückung der Atemwegsentzündung dieses Risiko senken könnten. Das Thema wird weiter erforscht, und für die große Mehrheit der Betroffenen besteht kein Anlass zur Sorge. Regelmäßige ärztliche Kontrollen und eine konsequente Behandlung sind bei Asthma dennoch wichtig für die allgemeine Gesundheit.

[Bei Menschen mit Asthma wurde ein höheres Krebsrisiko festgestellt] lautet der Titel des Artikels, in dem Prof. Dr. Mustafa Özdoğan die aktuellen Erkenntnisse zum Zusammenhang zwischen Asthma und Krebs ausführlich erläutert. Weitere Informationen finden Sie im folgenden Beitrag: Bei Menschen mit Asthma wurde ein höheres Krebsrisiko festgestellt.

Häufig gestellte Fragen

  • Kann Asthma vollständig heilen? Asthma ist eine chronische Erkrankung, und derzeit gibt es keine Behandlung, die sie vollständig beseitigt. Bei manchen Menschen mit Asthma im Kindesalter können die Beschwerden nach der Pubertät jedoch verschwinden oder nachlassen. Auch mit Asthma im Erwachsenenalter ist es bei geeigneter Behandlung möglich, jahrelang ohne Anfall zu leben. Asthma lässt sich also kontrollieren, doch mit der Aussage einer vollständigen Heilung sollte man vorsichtig sein. Wird die Behandlung beendet, können die Symptome zurückkehren.

  • Ist Asthma ansteckend? Nein, Asthma ist nicht ansteckend. Da es keine durch Mikroorganismen verursachte Infektion ist, wird es nicht von Mensch zu Mensch übertragen. Betroffene können jedoch anfälliger für Atemwegsinfektionen wie Grippe oder Erkältungen sein, die ihre Beschwerden verschlimmern können. Deshalb wird empfohlen, Infektionen vorzubeugen, etwa durch das Meiden engen Kontakts mit Erkrankten, häufiges Händewaschen und die jährliche Grippeimpfung.

  • Sind Asthmamedikamente mit Kortison schädlich oder machen sie abhängig? Die bei Asthma besonders häufig verwendeten kortisonhaltigen Inhalationsmedikamente sind bei richtiger Dosis und Anwendungstechnik im Allgemeinen sicher und können langfristig verwendet werden. Da inhaliertes Kortison unmittelbar in den Atemwegen wirkt, verursacht es wesentlich weniger Nebenwirkungen als oral eingenommenes Kortison. Diese Medikamente machen nicht abhängig. Der Körper verlangt nicht nach ihnen; sie können bei Bedarf unter ärztlicher Kontrolle reduziert und abgesetzt werden. Manche Menschen verwenden ihre Medikamente aus Angst vor dem Wort Kortison nicht. Die Lungenschäden durch unbehandeltes Asthma und häufige Anfälle, die eine Notfallbehandlung erfordern, sind jedoch wesentlich gefährlicher als mögliche Nebenwirkungen. Richtig dosierte Kortisonsprays verringern diese Risiken auf ein Minimum. Bei hohen Kortisondosen sind dennoch regelmäßige ärztliche Kontrollen erforderlich.

  • Ist Asthma erblich? Wird mein Kind es bekommen? Die genetische Veranlagung spielt bei der Asthmaentstehung eine wichtige Rolle. Bei Asthma oder allergischen Erkrankungen in der Familie ist die Wahrscheinlichkeit höher. Ist beispielsweise die Mutter oder der Vater betroffen, steigt das Risiko des Kindes; bei beiden betroffenen Eltern steigt es noch stärker. Genetische Veranlagung bedeutet jedoch nicht, dass die Erkrankung mit Sicherheit weitergegeben wird , sondern erhöht nur die Wahrscheinlichkeit. Manche Menschen entwickeln Asthma auch ohne entsprechende Familiengeschichte. Die Frage „Wird mein Kind Asthma bekommen?“ lässt sich deshalb nicht sicher, sondern nur anhand des Risikos beantworten. Eltern können Risiken senken, indem sie nicht rauchen, das Wohnumfeld sauber halten und ihr Kind vor Atemwegsinfektionen schützen.

  • Dürfen Menschen mit Asthma Sport treiben? Ja, mit geeigneten Maßnahmen können und sollten Menschen mit Asthma Sport treiben. Regelmäßige Bewegung steigert die Lungenkapazität, stärkt die Atemmuskeln und fördert die allgemeine Gesundheit. Wichtig sind eine gute Asthmakontrolle und bei Bedarf die Anwendung von Medikamenten vor dem Sport. Aufwärmen vor der Belastung , das Vermeiden von Sport in kalter Luft und bei Bedarf ein lindernder Inhalator nach ärztlicher Empfehlung 10-15 Minuten vor dem Training verringern das Anfallsrisiko. Geeignet sind beispielsweise Schwimmen und Gehen. Solange das Asthma kontrolliert ist, spricht nichts gegen Sport im Freien in sauberer Umgebung. Viele Menschen mit Asthma betreiben sogar Sport auf olympischem Niveau. Entscheidend sind die regelmäßige Behandlung und die Beachtung ärztlicher Empfehlungen.

Fazit

Asthma lässt sich mit dem richtigen Wissen und einem konsequenten Vorgehen behandeln. Bei früher Diagnose und geeigneter Therapie können Betroffene ebenso aktiv und gesund leben wie andere Menschen. Wichtig sind Kenntnisse über die Erkrankung, der Schutz vor Auslösern und die Zusammenarbeit mit dem ärztlichen Team. Denken Sie daran: Asthma kann kontrolliert werden. Mit einem passenden Plan können auch Sie die Kontrolle übernehmen. Wir wünschen Ihnen gesunde Tage ...

DROZDOGAN KI

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