Höheres Krebsrisiko bei Menschen mit Asthma festgestellt

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Cancer Medicine veröffentlichte am 31. März 2023 eine Studie, nach der Menschen mit Asthma häufiger an Krebs erkranken, insbesondere wenn sie keine inhalativen Steroide verwenden.
Asthma ist eine chronische Erkrankung der Atemwege. Verengung und Entzündung der Atemwege können das Atmen erschweren und Beschwerden wie Husten, Atemnot, Engegefühl in der Brust und pfeifende Atmung verursachen. Bei einem Asthmaanfall können sich diese Symptome plötzlich verschlechtern und schwere Atemprobleme hervorrufen.
Chronische Entzündungen und Krebs
Krebs steht weltweit nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen an zweiter Stelle der Todesursachen und verursacht in entwickelten Ländern einen von vier bis sechs Todesfällen. Ein grundlegendes Forschungsfeld ist die Beziehung zwischen chronischer Entzündung und Krebs. Frühere Untersuchungen zeigen, dass ungefähr 25% aller Krebsfälle auf chronische Infektionen und Entzündungen zurückgehen könnten. Entzündungen entstehen meist nach einer Infektion oder Gewebeschädigung. Darauf reagieren angeborenes und adaptives Immunsystem mit einer gut abgestimmten Folge von Antworten. Eine gestörte Kontrolle akuter Entzündungsreaktionen kann jedoch chronische Entzündungen verursachen, die ein für Krebsentstehung und -progression geeignetes pathologisches Tumormikromilieu schaffen. Vermutlich steigt deshalb bei Menschen mit chronisch entzündlichen Erkrankungen das Krebsrisiko.
Asthma ist häufig und in komplexer Weise mit chronischen Entzündungen verbunden. Als eine der am häufigsten diagnostizierten Atemwegserkrankungen betrifft es in den USA mehr als 20 Millionen Erwachsene (8%) und mehr als 5 Millionen Kinder (7%). Eine Untersuchung der Türkischen Thoraxgesellschaft aus dem Jahr 2019 berichtete für Erwachsene in der Türkei eine Asthmahäufigkeit von 7,8%.
Wegen einer möglichen krebserzeugenden Wirkung asthmatischer Entzündungen untersuchten mehrere Studien den Zusammenhang zwischen Asthma und Krebsrisiko in unterschiedlichen Bevölkerungen. Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2017 fand beispielsweise ein um 44% höheres Lungenkrebsrisiko bei Asthmapatienten als bei Menschen ohne Asthma. Für andere Krebsarten berichteten frühere Studien dagegen positive, negative oder keine Zusammenhänge.
Die aktuelle Studie
Anhand elektronischer Gesundheitsakten und Abrechnungsdaten des klinischen Forschungsnetzwerks OneFlorida+ aus den Jahren 2012 bis 2020 bildeten die Forscher eine abgeglichene Gruppe aus 90 Tausend Erwachsenen mit Asthma und 270 Tausend Erwachsenen ohne Asthma.
Sie fanden bei Asthmapatienten gegenüber Menschen ohne Asthma ein 1,36-fach höheres Krebsrisiko (Hazard Ratio [HR] = 1,36; 99% KI = 1,29-1,44).
Bei Asthma war das Risiko für 5 der 13 untersuchten Krebsarten erhöht: Lungenkrebs (HR = 1,56; 99% KI = 1,33-1,83), Blutkrebs (HR = 1,26; 99% KI = 1,08-1,47), Melanom (HR = 1,98; 99% KI = 1,67-2,36), Nierenkrebs (HR = 1,48; 99% KI = 1,11-1,99) und Eierstockkrebs (HR = 1,88; 99% KI = 1,40-2,51).
Asthmapatienten ohne Anwendung inhalativer Steroide hatten ein höheres Krebsrisiko (HR = 1,60; 99% KI = 1,50-1,71) als Patienten mit dieser Behandlung (HR = 1,11; 99% KI = 1,03-1,21). Ohne inhalative Steroide war das Risiko für 9 von 13 Krebsarten erhöht, bei ihrer Anwendung dagegen für 2 von 13. Dies spricht für eine krebsprotektive Wirkung inhalativer Steroide.
Inhalative Steroide sind häufig verwendete Asthmamedikamente. Sie vermindern die Entzündung in den Atemwegen und kontrollieren die Beschwerden. Sie können Häufigkeit und Schwere von Asthmaanfällen verringern und die Lungenfunktion verbessern. Eine regelmäßige Anwendung kann Symptome lindern und langfristige Atemwegsschäden verringern.
Menschen mit Asthma sollten durch diesen Beitrag nicht beunruhigt werden, sondern aufmerksam bleiben und regelmäßige Kontrolluntersuchungen wahrnehmen. Die Daten weisen zwar auf ein höheres Krebsrisiko hin, doch es handelt sich nur um eine Studie. Für eine abschließende Beurteilung sind weitere Untersuchungen nötig.
So wie Asthmapatienten bereits gegen die negativen Auswirkungen ihres Asthmas vorsorgen, können sie auch Maßnahmen gegen Krebsrisiken ergreifen. Dazu gehören Nichtrauchen, ein gesunder Lebensstil, regelmäßige Bewegung und verlässliche Kontrolluntersuchungen.
Asthmapatienten sollten regelmäßig mit ihren Ärzten in Kontakt bleiben und ihre nötige Behandlung zur Kontrolle der Beschwerden fortsetzen. Therapien wie inhalative Steroide können durch Symptomkontrolle die Atemwegsentzündung und dadurch möglicherweise auch das Krebsrisiko verringern. Ihre langfristige Anwendung kann jedoch ebenfalls Nebenwirkungen haben. Vor jeder Änderung der Behandlung sollte deshalb der behandelnde Arzt gefragt werden.
Zusammenfassend liefert diese Untersuchung als erste Studie zum Zusammenhang zwischen Asthma und dem allgemeinen Krebsrisiko wichtige Erkenntnisse. Für ein besseres Verständnis möglicher krebsbegünstigender Mechanismen des Asthmas sind jedoch genauere und umfassendere Studien nötig. Untersuchungen mit Daten aus dem Versorgungsalltag können dabei helfen, das Krebsrisiko von Menschen mit Asthma besser zu verstehen.
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