Was ist Gynäkomastie? Symptome, Ursachen und Behandlung

In diesem Artikel
Gynäkomastie bezeichnet eine abnorme Vergrößerung des Brustgewebes bei Männern. Umgangssprachlich wird sie auch als „ Brustvergrößerung beim Mann“ bezeichnet. Meist ist sie gutartig, also kein Krebs, kann jedoch das äußere Erscheinungsbild verändern und das Selbstvertrauen beeinträchtigen. Sie kann in jedem Alter auftreten, besonders häufig jedoch bei neugeborenen Jungen, Jugendlichen in der Pubertät und älteren Männern. Untersuchungen zufolge kann etwa die Hälfte der Jungen in der Pubertät vorübergehend eine Gynäkomastie entwickeln. Im höheren Alter kann aufgrund hormoneller Veränderungen bei jedem dritten Mann eine deutliche Vergrößerung des Brustgewebes auftreten. Dieser Artikel beantwortet Fragen dazu, was Gynäkomastie ist, welche Symptome und Ursachen sie hat, wie sie behandelt wird und ob Gynäkomastie Krebs verursacht .
Die folgende Abbildung erläutert die abnorme Vergrößerung des männlichen Brustgewebes, die als Gynäkomastie bezeichnet wird. Die Zeichnung links vergleicht eine normale Brust mit einer gynäkomastischen Brust. Der detaillierte Schnitt in der Mitte zeigt den inneren Aufbau des vergrößerten Gewebes. Das echte Foto rechts veranschaulicht das körperliche Erscheinungsbild eines Menschen mit Gynäkomastie.

Was ist Gynäkomastie?
Gynäkomastie ist bei Jungen oder erwachsenen Männern eine gutartige (benigne) Vergrößerung der Brustdrüsen. Der Begriff setzt sich aus den griechischen Wörtern „gyne“ (Frau) und „mastos“ (Brust) zusammen. Dadurch kann die männliche Brust ein weibliches Erscheinungsbild annehmen. Gynäkomastie kann einseitig, also an einer Brust, oder beidseitig auftreten.
Gynäkomastie ist mitunter weniger eine eigenständige Erkrankung als ein Anzeichen eines anderen Zustands . Besonders während der Pubertät gilt sie als physiologisch , also als Teil der normalen Entwicklung, und bildet sich in den allermeisten Fällen innerhalb weniger Jahre von selbst zurück. Auch hormonbedingt geschwollene Brüste bei Neugeborenen verschwinden meist innerhalb einiger Wochen. Bei älteren Männern spielen Veränderungen des Hormonhaushalts eine Rolle.
Zusammenfassend ist Gynäkomastie kein lebensbedrohlicher Zustand und stellt meist kein ernstes Gesundheitsrisiko dar. In seltenen Fällen kann sie jedoch auf eine zugrunde liegende Erkrankung hinweisen oder psychische Probleme wie vermindertes Selbstvertrauen, Scham und sozialen Rückzug auslösen. Deshalb ist es wichtig, ihre Ursache zu verstehen und sie bei Bedarf zu behandeln.
Wie entsteht Gynäkomastie?
Die wichtigste Ursache einer Gynäkomastie sind hormonelle Ungleichgewichte. Auch der männliche Körper enthält geringe Mengen Östrogen (weibliches Geschlechtshormon) , und auch im weiblichen Körper kommt Testosteron (männliches Geschlechtshormon) vor. Normalerweise dominiert bei Männern Testosteron, sodass das Brustgewebe nicht auffällig ausgeprägt ist. Ein relativer Anstieg des Östrogenspiegels oder eine erhöhte Östrogenempfindlichkeit des Brustgewebes kann jedoch zur Vergrößerung der Brustdrüsen führen.
Die wichtigsten Auslöser einer Gynäkomastie lassen sich wie folgt zusammenfassen:
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Physiologische hormonelle Veränderungen: Bei Neugeborenen kann mütterliches Östrogen vorübergehend die Brüste männlicher Säuglinge anschwellen lassen. In der Pubertät können Hormonschwankungen bei 50-60% der Jungen eine Gynäkomastie auslösen. Meist verschwindet sie innerhalb von 6 Monaten bis 2 Jahren von selbst. Im Alter nimmt mit sinkendem Testosteronspiegel und zunehmendem Fettgewebe der relative Östrogeneinfluss zu. Bei etwa 25-30% der Männer zwischen 50-69 Jahren lässt sich eine Gynäkomastie feststellen.
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Medikamente und chemische Substanzen: Gynäkomastie kann als Nebenwirkung bestimmter Medikamente entstehen. Beispielsweise können Hormonpräparate wie Antiandrogene gegen Prostatakrebs, anabole Steroide und Testosteronderivate sowie bestimmte Antidepressiva, Antipsychotika, Herzmedikamente wie Digitalisglykoside, Medikamente gegen Magengeschwüre und Chemotherapeutika das Brustgewebe vergrößern. Auch Alkohol und Drogen wie Cannabis, Heroin und Amphetamine können dazu beitragen.
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Endokrine und metabolische Erkrankungen: Erkrankungen, die den Hormonhaushalt beeinflussen, können bei Männern die Brust vergrößern. Beispielsweise können Hypogonadismus (Mangel an männlichen Geschlechtshormonen), Hyperthyreose (Schilddrüsenhormonüberschuss), Hypophysentumoren, Nebennierentumoren oder Hodentumoren ein hormonelles Ungleichgewicht und damit eine Gynäkomastie verursachen. Bei chronischen Erkrankungen wie Leberzirrhose oder chronischem Nierenversagen kann ein veränderter Hormonstoffwechsel ebenfalls das Brustgewebe vergrößern. Auch bei Mangelernährung und längerem Hungern verändert sich der Hormonhaushalt; während der anschließenden Wiederernährung kann der Östrogenspiegel steigen.
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Adipositas (Fettleibigkeit): Übergewicht vermehrt bei Männern das Fettgewebe. Dadurch sammelt sich Fett im Brustbereich an, und die Umwandlung von Testosteron in Östrogen im Fettgewebe nimmt zu. Deshalb ist eine Brustvergrößerung bei übergewichtigen Männern häufig. Beruht sie ausschließlich auf Fettansammlung, spricht man von einer unechten Gynäkomastie (Pseudogynäkomastie) . Dabei ist das Brustdrüsengewebe nicht vermehrt; die Brüste sind weich und meist schmerzlos. Durch Abnehmen und regelmäßige Bewegung kann sich eine Pseudogynäkomastie deutlich oder vollständig zurückbilden. Bei echter Gynäkomastie wächst dagegen das Drüsengewebe, weshalb Gewichtsabnahme allein das Problem möglicherweise nicht löst.
Neben den genannten Ursachen lässt sich in einem erheblichen Teil der Fälle kein eindeutiger Auslöser feststellen . Dies wird als idiopathische Gynäkomastie bezeichnet. Besonders bei vorübergehender Gynäkomastie in der Pubertät und bei jungen Erwachsenen kann sich die Brust vergrößern, ohne dass eine Erkrankung nachgewiesen wird.
Formen der Gynäkomastie: Nach der zugrunde liegenden Gewebeart lassen sich drei Formen unterscheiden:
- Drüsiger Typ: Es überwiegt die Zunahme festen Gewebes durch vergrößerte Brustdrüsen (Milchdrüsen).
- Fettiger Typ: Es überwiegt eine Vermehrung des Fettgewebes im Brustbereich. Hierzu gehört die Pseudogynäkomastie.
- Gemischter Typ: Sowohl Drüsen- als auch Fettgewebe sind vermehrt. Dies ist die häufigste Form.
Für die Behandlungsplanung ist es wichtig, die Ursache festzustellen. Besonders wenn jenseits des mittleren Lebensalters eine Brustvergrößerung als einseitiger, harter und unregelmäßiger Knoten auftritt, wird ärztlich mit Untersuchungen abgeklärt, ob eine ernsthafte Ursache vorliegt. Dazu können Bluttests zur Hormonbestimmung, Ultraschall oder Mammografie sowie bei verdächtigen Befunden gegebenenfalls eine Biopsie gehören. Meist reichen die körperliche Untersuchung und die Krankengeschichte zur Diagnose aus.
Häufigkeit der Gynäkomastie
Gynäkomastie ist häufiger als vielfach angenommen. Die folgende Tabelle fasst die Häufigkeit bei Männern verschiedener Altersgruppen zusammen:
| Lebensphase | Ungefähre Häufigkeit |
|---|---|
| Neugeborene | 60–90% (vorübergehend) |
| Pubertät (12 – 16 Jahre) | 50–60% (überwiegend vorübergehend) |
| Erwachsene (junges bis mittleres Alter) | 10–20% (geschätzt) |
| Höheres Alter (50 – 69 Jahre) | Anstieg auf 25–70% |
Tabelle: Gynäkomastie tritt in verschiedenen Altersgruppen häufig auf. Die Vergrößerungen bei Neugeborenen und in der Pubertät bilden sich meist nach kurzer Zeit zurück. Im höheren Alter kann die Häufigkeit durch hormonelle Veränderungen erneut steigen. Bei Erwachsenen ist die genaue Häufigkeit unbekannt; schätzungsweise 10-20% der Männer können eine gewisse Brustvergrößerung entwickeln.
Welche Symptome hat Gynäkomastie?
Eine Brustvergrößerung beim Mann fällt meist zunächst durch sichtbare Veränderungen auf. Zu den häufigsten Symptomen gehören:
- Zunahme von Brustgröße und -volumen: Eine oder beide Brüste werden größer als gewöhnlich. Die Vergrößerung kann symmetrisch oder auf einer Seite stärker sein.
- Tastbares Gewebe in der Brust: Unter der Brustwarze kann sich eine gummiartige Gewebemasse mit rundlichen Rändern ertasten lassen. Dies ist meist typisch für Gynäkomastie und liegt unter der Areola (dem Brustwarzenhof) .
- Empfindlichkeit oder Schmerzen in der Brust: Das wachsende Gewebe kann berührungsempfindlich sein. Manche Betroffene berichten über leichte Schmerzen oder ein Spannungsgefühl. Besonders bei Jugendlichen ist rasch wachsendes Gewebe häufig empfindlich.
- Empfindliche Brustwarzen: Kleidung kann unangenehm scheuern, und die Brustwarzen können empfindlicher werden.
- Ausfluss aus der Brustwarze: Selten kann bei Gynäkomastie eine milchähnliche oder klare Flüssigkeit aus der Brustwarze austreten. Dies betrifft eher Fälle mit ausgeprägten hormonellen Ungleichgewichten.
- Geschwollene Achsellymphknoten: Gelegentlich können begleitend zur Brustveränderung vergrößerte Lymphknoten in der Achsel festgestellt werden.
Die Ausprägung ist individuell verschieden. Bei manchen Männern ist die Brust nur leicht voller, bei anderen deutlich vergrößert und einer weiblichen Brust ähnlich. Die Kleiderwahl kann schwieriger werden. Betroffene scheuen möglicherweise enge T-Shirts oder das Ausziehen beim Schwimmen. Scham und Ängste infolge der körperlichen Veränderungen bilden eine wichtige psychische Dimension der Gynäkomastie.
Wann sollte man ärztliche Hilfe suchen?
Wenn Sie im Brustbereich einen harten Knoten, eine einseitige unregelmäßige Schwellung, Hauteinziehungen oder blutigen Ausfluss aus der Brustwarze bemerken, müssen Sie unbedingt ärztliche Hilfe suchen. Eine Gynäkomastie ist meist weich und glatt begrenzt. Brustkrebs beim Mann ist zwar sehr selten, verursacht jedoch harte, einseitige, unregelmäßig begrenzte Knoten und Verformungen oder Einziehungen der Brustwarze. Selbstuntersuchungen der Brust und ein Arztbesuch bei Auffälligkeiten sind deshalb für die Früherkennung wichtig.
Bei Gynäkomastiesymptomen können Sie sich zunächst in der Allgemeinchirurgie oder Plastischen Chirurgie untersuchen lassen. Dabei wird die Beschaffenheit der Vergrößerung beurteilt und bei Bedarf mit weiteren Untersuchungen geklärt, ob eine einfache Gynäkomastie oder eine andere Ursache vorliegt.
Behandlung der Gynäkomastie: Wie bildet sie sich zurück?
Die meisten Fälle können sich von selbst zurückbilden oder bessern sich durch Behandlung der Ursache. Der Behandlungsplan richtet sich deshalb individuell nach Ursache, Dauer und Belastung.
1. Beobachtung und spontane Rückbildung: Eine Gynäkomastie in der Pubertät muss meist nicht sofort behandelt werden. Bei regelmäßigen Kontrollterminen kann der Verlauf des Gewebewachstums beobachtet werden. Bei den meisten jungen Betroffenen bildet sie sich innerhalb von 1-2 Jahren von selbst zurück. Ebenso verschwinden Brustschwellungen bei Neugeborenen nach wenigen Wochen. Ist die Gynäkomastie nicht sehr ausgeprägt und für den Betroffenen erträglich, kann insbesondere für die ersten 6-12 Monate eine Verlaufskontrolle empfohlen werden.
2. Behandlung der zugrunde liegenden Ursache: Wird ein bestimmter Auslöser festgestellt, wird zunächst dieser behandelt. Beispiele:
- Bei einer Hormonstörung wie niedrigem Testosteron oder einer Schilddrüsenüberfunktion wird die entsprechende Hormonbehandlung angepasst.
- Bei Einnahme eines möglicherweise auslösenden Medikaments kann unter ärztlicher Aufsicht erwogen werden, es abzusetzen oder durch eine Alternative zu ersetzen.
- Bei Leber- oder Nierenerkrankungen kann sich die Brustvergrößerung mit deren Behandlung ebenfalls zurückbilden.
- Bei einem Tumor oder einer anderen Raumforderung werden die entsprechenden onkologischen Behandlungen wie Operation oder Chemotherapie geplant.
Nach Behebung der Ursache beginnt das Brustgewebe meist mit der Zeit zu schrumpfen. Bei lange bestehender Gynäkomastie kann das Drüsengewebe jedoch fibrotisch werden und sich nicht vollständig zurückbilden.
3. Medikamentöse Behandlung: In manchen Fällen kann eine medikamentöse Behandlung versucht werden, besonders bei einer innerhalb der ersten 1-2 Jahre entstandenen, stark belastenden Gynäkomastie. Ziel ist, die Reaktion des Brustgewebes auf Östrogen zu vermindern oder den Hormonhaushalt auszugleichen. Die wichtigsten eingesetzten Medikamente sind:
- Tamoxifen und Raloxifen als Beispiele für SERMs (selektive Östrogenrezeptormodulatoren): Diese Medikamente werden eigentlich zur Brustkrebsbehandlung bei Frauen eingesetzt. Bei Gynäkomastie können sie jedoch durch Abschwächung der Östrogenwirkung auf das Brustgewebe eine Verkleinerung bewirken. Sie kommen insbesondere bei schmerzhafter Gynäkomastie infrage.
- Klonifencitrat: Es soll das Gleichgewicht wiederherstellen, indem es die körpereigene Testosteronproduktion anregt.
- Aromatasehemmer (z. B. Anastrozol): Sie hemmen die Umwandlung von Testosteron in Östrogen.
Medikamente können manchen Betroffenen teilweise helfen, bieten jedoch nicht in jedem Fall eine endgültige Lösung. Da Nebenwirkungen möglich sind, etwa ein erhöhtes Gerinnselrisiko oder Hitzewallungen unter Tamoxifen, muss die ärztliche Entscheidung den Schweregrad und die individuelle Situation berücksichtigen. Allgemein dienen Medikamente bei Gynäkomastie der Unterstützung oder einer frühzeitigen Verkleinerung und werden nicht als Ersatz für eine Operation eingesetzt.
4. Operative Behandlung: Bei lange bestehender, stark ausgeprägter oder kosmetisch beziehungsweise psychisch sehr belastender Gynäkomastie ist eine Operation die wirksamste definitive Behandlung. Dabei werden überschüssiges Brustgewebe und bei Bedarf Fett entfernt, um eine normale flache, männliche Brustkontur herzustellen. Einzelheiten folgen im nächsten Abschnitt.
Wie wird eine Gynäkomastie operiert?
Die Gynäkomastieoperation ist eine Form der männlichen Brustverkleinerung. Sie wird meist von Fachärztinnen und Fachärzten für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie durchgeführt. Die Technik richtet sich nach Form und Ausprägung der Gynäkomastie:
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Besteht die Veränderung überwiegend aus vermehrtem Fettgewebe , also beim fettigen Typ oder einer fettbetonten Mischform, kann eine alleinige Liposuktion (Fettabsaugung) ausreichen. Dabei werden durch kleine Schnitte dünne Röhrchen, sogenannte Kanülen, eingeführt und Fett abgesaugt. So lässt sich überschüssiges Fettgewebe aus der Brust entfernen, ohne äußerlich auffällige Narben zu hinterlassen.
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Bei deutlich vergrößertem Drüsengewebe, also beim drüsigen Typ oder einer drüsenbetonten Mischform, kann eine chirurgische Exzision (Entfernung) erforderlich sein. Über einen kleinen halbkreisförmigen Schnitt am unteren Rand der Brustwarze wird das vergrößerte Drüsengewebe entfernt. Da der Schnitt meist am Rand des dunkleren Brustwarzenhofs, der Areola, liegt, ist die Narbe nach der Heilung kaum sichtbar.
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In vielen Fällen wird das beste Ergebnis mit einer Kombination aus Liposuktion und chirurgischer Exzision erzielt. Fett wird abgesaugt, und festes Drüsengewebe wird durch einen kleinen Schnitt entfernt. Dieser kombinierte Ansatz verleiht der Brustwand eine flache, gleichmäßige Kontur.
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Bei ausgeprägter Gynäkomastie (Grad 3-4) kann zusätzlich die Haut erschlafft sein. Bei sehr großen, hängenden Brüsten kann überschüssige Haut entfernt und gegebenenfalls die Brustwarzenposition korrigiert werden. Dafür können etwas größere Schnitte erforderlich sein. Solche ausgeprägten Fälle machen jedoch nur einen kleinen Teil aus.
Ablauf der Operation: Die Operation erfolgt meist unter Vollnarkose und dauert etwa 1-2 Stunden, je nach Schwierigkeitsgrad. Eine Entlassung ist am selben Tag möglich; manchmal bleibt man 1 Nacht im Krankenhaus. Leichte Schmerzen, Schwellungen und Blutergüsse in den ersten Tagen sind normal. Ärztlich werden Schmerzmittel und gegebenenfalls Antibiotika verordnet.
Nach der Operation soll für 4-6 Wochen ein spezielles Gynäkomastie-Kompressionsmieder getragen werden. Es schützt den Operationsbereich vor äußeren Stößen und hilft der Haut, sich an die neue Kontur anzulegen. Innerhalb der ersten Woche ist die Rückkehr zur Büroarbeit möglich. Allerdings gilt: Etwa 1 Monat lang sollte auf anstrengenden Sport und körperliche Belastung verzichtet werden. Da die Schnitte klein sind, heilen die Nähte meist in 7-10 Tagen; die Narben verblassen mit der Zeit.
Die Risiken der Gynäkomastieoperation sind gering, die Erfolgsrate ist hoch. Komplikationen wie Infektion, Blutansammlung (Hämatom) oder Asymmetrie sind selten und lassen sich meist durch geeignete Operationstechnik und Nachsorge vermeiden. Die große Mehrheit ist mit dem Ergebnis zufrieden und berichtet über ein deutlich verbessertes Körperbild und Selbstvertrauen.
Ist das Operationsergebnis dauerhaft? Ja, entferntes Drüsengewebe wächst nicht nach. Bei einer Gewichtszunahme nach der Operation können sich jedoch verbliebene Fettzellen vergrößern und die Brust erneut etwas voller werden. Auch die erneute Einnahme hormonell wirksamer, ein Ungleichgewicht auslösender Medikamente oder die Anwendung anaboler Steroide kann wieder eine Gynäkomastie verursachen. Um das Ergebnis zu erhalten, werden daher die Beibehaltung des Idealgewichts und möglichst das Meiden auslösender Faktoren empfohlen.
Verursacht Gynäkomastie Krebs?
Nein, Gynäkomastie selbst entartet nicht und verursacht nicht unmittelbar Krebs. Gynäkomastie ist eine gutartige Gewebevermehrung in der Brust; Krebs dagegen ist eine unkontrollierte bösartige Zellvermehrung. Es handelt sich um unterschiedliche Vorgänge. Das vermehrte Gewebe bei männlicher Gynäkomastie besitzt meist eine als fibroadenomatös bezeichnete gutartige Struktur und wird nicht zu Krebs.
Da diese Frage viele Betroffene besonders beschäftigt, sollte der Zusammenhang genauer erläutert werden:
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Gynäkomastie und Brustkrebs zeigen unterschiedliche Symptome: Bei Gynäkomastie wächst das Brustgewebe meist beidseitig und symmetrisch, ist weich oder gummiartig und kann schmerzhaft beziehungsweise empfindlich sein. Brustkrebs beim Mann ist äußerst selten: Weniger als 1% aller Krebserkrankungen bei Männern betreffen die Brust. Wenn er auftritt, zeigt er sich meist als einseitiger, harter, schmerzloser und unregelmäßig begrenzter Knoten. Auch Einziehung oder Verformung der Brustwarze und insbesondere blutiger Ausfluss sind möglich. Diese Zeichen werden bei Gynäkomastie nicht erwartet. Liegt eine gynäkomastiebedingte Brustvergrößerung vor und fehlen solche verdächtigen Befunde bei der Untersuchung, handelt es sich höchstwahrscheinlich nicht um eine bösartige Erkrankung.
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Gynäkomastie kann das Krebsrisiko geringfügig erhöhen: Einige Studien deuten darauf hin, dass Männer mit langjähriger Gynäkomastie etwas häufiger Brustkrebs entwickeln als gleichaltrige Männer ohne Gynäkomastie. Vermutlich begünstigt die zugrunde liegende hormonelle Situation sowohl die Gynäkomastie als auch das dennoch sehr geringe Brustkrebsrisiko. Entscheidend ist jedoch, dass Brustkrebs bei Männern ohnehin sehr selten ist. Auch bei Gynäkomastie bleibt die Erkrankungswahrscheinlichkeit sehr gering. In der allgemeinen männlichen Bevölkerung beträgt das lebenslange Brustkrebsrisiko etwa 0,1%; selbst wenn es bei Gynäkomastie etwas steigt, bleibt es niedrig.
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Die Ursache hinter der Gynäkomastie kann wichtig sein: Bei manchen Menschen kann sie das erste Zeichen eines östrogenproduzierenden Tumors, beispielsweise eines Hodentumors, sein. Dann hat der Krebs die Gynäkomastie verursacht, nicht umgekehrt. Deshalb muss eine ernsthafte Ursache ausgeschlossen werden. Durch Untersuchung und Tests wird ärztlich überprüft, ob eine harmlose Veränderung vorliegt.
Zusammenfassend liegt bei den meisten Betroffenen kein Krebs vor, und Gynäkomastie selbst verursacht keinen Brustkrebs. Bei Verhärtung, Asymmetrie oder einem verdächtigen Befund sollte dennoch ärztliche Hilfe gesucht werden. Bei Bedarf können Ultraschall oder Mammografie zusätzliche Sicherheit geben. Sprechen Sie Ihre Sorgen offen an.
Prostatakrebsbehandlung und Gynäkomastie
Gynäkomastie bezeichnet die gutartige Vergrößerung des männlichen Brustgewebes. Bei einigen Männern unter Prostatakrebsbehandlung kann sie insbesondere infolge hormonunterdrückender Behandlungen entstehen, also einer Androgendeprivationstherapie ( ADT). Neben den körperlichen Veränderungen kann dies psychisch belastend sein. Nachfolgend werden die wichtigsten Zusammenhänge zwischen Prostatakrebsbehandlung und Gynäkomastie sowie der Umgang mit dieser Nebenwirkung erläutert.
Wie verursachen hormonunterdrückende Behandlungen Gynäkomastie?
Da Prostatakrebs meist unter dem Einfluss von Testosteron wächst, werden Medikamente eingesetzt, die dessen Wirkung verringern sollen. Diese Behandlungen im Rahmen der ADT vermindern die körpereigene Testosteronproduktion stark oder blockieren Androgenrezeptoren , sodass Testosteron nicht auf die Krebszellen wirken kann. Mit dem sinkenden Testosteronspiegel verändert sich das hormonelle Gleichgewicht. Das normalerweise nur in kleinen Mengen vorhandene Östrogen gewinnt relativ an Einfluss und kann das Brustgewebe zum Wachstum anregen. Kurz gesagt führt ein stärkerer Östrogeneinfluss infolge der Unterdrückung oder Ausschaltung von Testosteron zu vermehrtem Brustgewebewachstum und damit zu Gynäkomastie.
Prostatakrebsmedikamente und Gynäkomastierisiko
Einige bei Prostatakrebs eingesetzte Hormontherapien können das Risiko einer Gynäkomastie erhöhen:
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Antiandrogene: Oral eingenommene Medikamente wie Bicalutamid (Casodex) und Flutamid aus der Gruppe der Antiandrogene werden bei Prostatakrebs häufig eingesetzt. Sie blockieren die Testosteronwirkung im gesamten Körper, insbesondere in Krebszellen. Durch hormonelle Rückkopplung können sie die Testosteronproduktion jedoch vorübergehend steigern, wodurch auch der Östrogenspiegel zunimmt. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Gynäkomastie erheblich. Unter Bicalutamid oder Flutamid können bis zu 70% der Behandelten eine Gynäkomastie und/oder Brustempfindlichkeit entwickeln. Besonders bei langfristiger Bicalutamid-Anwendung zählt Brustgewebewachstum zu den häufigsten Nebenwirkungen. In einer klinischen Studie wurde bei etwa 70% der mit Bicalutamid behandelten Männer eine Gynäkomastie festgestellt.
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LHRH-Agonisten (GnRH-Analoga): Als Injektion verabreichte Medikamente wie Leuprorelin (Lupron, Prostap) oder Goserelin (Zoladex) unterbinden die Testosteronproduktion der Hoden. Dieses Verfahren wird auch als chemische Kastration bezeichnet. Auch unter diesen stark hormonunterdrückenden Behandlungen kann bei einigen Betroffenen Gynäkomastie auftreten. Unter GnRH-Analoga ist sie jedoch seltener als unter Antiandrogenen. Beispielsweise wurde unter Leuprorelin oder Goserelin nur bei etwa 5–15% der behandelten Männer eine deutliche Brustvergrößerung berichtet. Somit besteht zwar bei allen Hormontherapien ein Gynäkomastierisiko, am höchsten ist es jedoch meist bei Antiandrogenen.
Vorbeugung und Behandlung der Gynäkomastie bei Prostatakrebs
Beeinträchtigt eine während der Prostatakrebstherapie entstehende Gynäkomastie die Lebensqualität oder verursacht sie Schmerzen, kann sie mit verschiedenen Methoden verhindert oder behandelt werden. Im Rahmen der Behandlungsplanung können frühzeitig Maßnahmen zur Risikominderung ergriffen werden.
Die wichtigsten Methoden sind:
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Tamoxifen: Tamoxifen ist ein Medikament aus der Gruppe der selektiven Östrogenrezeptormodulatoren (SERM) , das die Östrogenwirkung im Brustgewebe blockiert. Es gehört nachweislich zu den wirksamsten Methoden gegen Gynäkomastie. Studien zeigen, dass es bei Männern unter Hormontherapie wegen Prostatakrebs, besonders unter Bicalutamid, Brustgewebewachstum verhindern oder vorhandene Vergrößerung und Schmerzen vermindern kann. Manche Studien berichten sogar eine bessere Vorbeugung als durch Strahlentherapie. Üblicherweise werden täglich 10–20 mg eingesetzt. Obwohl Nebenwirkungen wie Hitzewallungen möglich und langfristige Auswirkungen auf die Wirksamkeit der Prostatakrebstherapie nicht vollständig geklärt sind, wird Tamoxifen häufig als verlässliche Option gegen Gynäkomastie verwendet.
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Aromatasehemmer: Medikamente wie Anastrozol aus der Gruppe der Aromatasehemmer senken den Östrogenspiegel, indem sie die Umwandlung von Androgenen in Östrogene verhindern. Theoretisch könnten sie Gynäkomastie vorbeugen. Klinische Studien zeigen jedoch, dass ihre Wirkung bei antiandrogenbedingter Gynäkomastie gegenüber Tamoxifen sehr begrenzt ist. Prophylaktisch eingesetztes Anastrozol zeigte beispielsweise keinen deutlichen Vorteil gegenüber Placebo und war wesentlich weniger erfolgreich als Tamoxifen. Obwohl Aromatasehemmer in manchen Fällen versucht werden, gelten sie deshalb meist nicht als erste Wahl zur Vorbeugung oder Behandlung.
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Strahlentherapie: Eine niedrig dosierte Strahlentherapie im Brustbereich vor Beginn der Hormonbehandlung kann Gynäkomastie vorbeugen. Dabei wird das Drüsengewebe vorsorglich mit einer kleinen Strahlendosis behandelt; dies wird als Brustdrüsenbestrahlung bezeichnet. Beispielsweise können 1–2 niedrig dosierte Bestrahlungssitzungen zu Beginn der Hormontherapie das Risiko einer Gynäkomastie und damit verbundener Schmerzen deutlich senken. Sie wird meist vorbeugend eingesetzt. Bei bereits ausgeprägter Vergrößerung kann sie Schmerzen lindern, reicht allein aber möglicherweise nicht zur Gewebeverkleinerung aus. Trotz des wegen der sehr niedrigen Dosis minimalen Risikos besteht theoretisch die Möglichkeit, dass Jahre später im bestrahlten Bereich ein zweiter Krebs entsteht. Die Entscheidung sollte daher gemeinsam mit dem Betroffenen unter Abwägung von Nutzen und Risiken getroffen werden.
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Operativer Eingriff: Bei ausgeprägter Gynäkomastie, die sich durch Medikamente oder Bestrahlung nicht kontrollieren lässt, kann eine Operation infrage kommen. Dabei wird überschüssiges Brustgewebe operativ entfernt (männliche Brustverkleinerung). Meist werden durch einen Schnitt am Brustwarzenrand vergrößertes Drüsen- und Fettgewebe entfernt und die Brust abgeflacht. Dies wird plastisch-chirurgisch oder allgemeinchirurgisch durchgeführt. Eine Operation kann das Problem dauerhaft lösen, birgt aber wie jeder Eingriff Risiken. Selten treten Blutungen, Infektionen, Brustwarzenverformungen wie Einziehung oder Abflachung sowie Gefühlsverlust auf. Die Risiken sind meist gering; erfahrene Operierende führen den Eingriff sicher durch.
Häufig gestellte Fragen
Frage: Bildet sich Gynäkomastie von selbst zurück?
Antwort: Besonders in der Pubertät bildet sich Gynäkomastie meist von selbst zurück. Mit dem hormonellen Ausgleich normalisiert sich das Brustgewebe bei Jungen gewöhnlich innerhalb von 1-2 Jahren. Brustschwellungen bei Neugeborenen verschwinden ebenfalls nach wenigen Wochen. Eine seit Langem bestehende Gynäkomastie im Erwachsenenalter kann dagegen bestehen bleiben. Selbst nach Behandlung der Ursache bildet sich fibrotisch verändertes Gewebe möglicherweise nicht vollständig zurück. Dann kann eine zusätzliche Behandlung erforderlich sein.
Frage: Wie lässt sich Gynäkomastie ohne Operation behandeln? Was kann ich zu Hause tun?
Antwort: Bei Pseudogynäkomastie , also einer fettbedingten Brustvergrößerung, ist Abnehmen am wirksamsten. Wenn durch Ernährung und Bewegung Körperfett abgebaut wird, wird auch die Brust schlanker. Zudem kann es helfen, Auslöser wie Alkohol oder Steroide zu meiden und gegebenenfalls ein verursachendes Medikament unter ärztlicher Aufsicht zu wechseln. Für angebotene pflanzliche Mittel oder Cremes ist keine Wirkung nachgewiesen; von solchen Produkten wird daher abgeraten. Bei pubertärer Gynäkomastie können Geduld und weite Kleidung, die die Veränderung verdeckt, die vorübergehende Phase erleichtern. Bestehen weder eine schwere Hormonstörung noch Übergewicht, lässt sich eine ausgeprägte Gynäkomastie leider möglicherweise nur durch eine Operation vollständig beseitigen.
Frage: Kann Gynäkomastie wiederkehren? Kann die Brust nach einer Operation erneut wachsen?
Antwort: Nach einer fachgerecht durchgeführten Operation ist ein deutliches erneutes Wachstum an derselben Stelle normalerweise nicht zu beobachten. Da das Drüsengewebe weitgehend entfernt wird, wird kein erneutes Wachstum erwartet. Bei rascher Gewichtszunahme nach der Operation kann jedoch durch vermehrte Fettansammlung eine gewisse Fülle entstehen. Die Brust wird dabei nicht unbedingt wieder wie zuvor, kann aber etwas größer wirken. Werden nach der Operation anabole Steroide oder andere auslösende Faktoren wie Hormontherapien angewendet, kann sich das verbliebene geringe Brustgewebe erneut vermehren. Abgesehen davon ist die operative Korrektur meist dauerhaft, und die Gynäkomastie kehrt nicht zurück.
Frage: Bleiben nach einer Gynäkomastieoperation Narben?
Antwort: Die Schnitte sind meist sehr klein und gezielt platziert. Ein halbmondförmiger Schnitt am unteren Brustwarzenrand liegt am natürlichen Farbübergang und hinterlässt bei guter Heilung nur eine unauffällige Narbe. Nach alleiniger Fettabsaugung können punktförmige Narben von 3-4 mm bleiben, die mit der Zeit verblassen. Je nach Hautbeschaffenheit nähern sich die anfangs rosa-roten Narben nach etwa 6-12 Monaten dem Hautton an und sind dann schwer zu erkennen. Ärztlich empfohlene Narbencremes und Sonnenschutz können eine kosmetisch günstigere Heilung unterstützen.
Frage: An welche ärztliche Fachrichtung sollte ich mich wenden?
Antwort: Bei Beschwerden können Sie sich zunächst an die Allgemeinchirurgie oder direkt an die Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie wenden. Die Allgemeinchirurgie beurteilt Brustknoten, schließt andere Ursachen aus und überweist bei Bedarf in die Plastische Chirurgie. Diese ist auf Operationsplanung und kosmetische Korrektur spezialisiert. Bei Verdacht auf eine hormonelle Störung kann zusätzlich die Endokrinologie hinzugezogen werden. Als ersten Schritt können Sie einen Termin in einer allgemeinchirurgischen oder plastisch-chirurgischen Krankenhausambulanz vereinbaren.
Obwohl Gynäkomastie häufig und meist gutartig ist, kann sie die Lebensqualität beeinträchtigen. Die heutige Medizin kann auslösende Faktoren erkennen und behandeln oder durch eine Operation gute Ergebnisse erzielen. Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person entsprechende Symptome bemerken, können Sie durch ärztliche Beratung verlässliche Informationen und bei Bedarf eine Behandlung erhalten. Eine frühzeitige Abklärung ist wichtig, um Sicherheit zu gewinnen und den geeigneten Behandlungsweg festzulegen.
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