Alzheimer-Krankheit 1906 – Die Autopsie von Auguste Deter

1994 schrieb der frühere US-Präsident Ronald Reagan: „Mir wurde kürzlich gesagt, dass ich einer von Millionen Amerikanern bin, die an Alzheimer erkranken werden ... Nun beginne ich die Reise, die mich an das Ende meines Lebens führen wird.“ Ein Jahr später applaudierten ihm Gäste eines Restaurants. Er wusste jedoch weder, weshalb sie klatschten, noch, dass er einst Präsident gewesen war.
Alzheimer-Krankheit (AD) ist eine Form der Demenz. Dieser Oberbegriff bezeichnet Gedächtnisverlust und den ungewöhnlichen Verlust anderer kognitiver Fähigkeiten. AD zerstört Gehirnzellen und beeinträchtigt die Fähigkeit, neue Erinnerungen zu bilden. Mit fortschreitender Erkrankung gehen Langzeiterinnerungen und sprachliche Fähigkeiten verloren. Die durchschnittliche Lebenserwartung nach der ersten Diagnose liegt bei etwa sieben Jahren.
Plaques und Faserbündel sind zwei krankhafte Merkmale von AD. Plaques lagern sich zwischen Nervenzellen ab und enthalten Proteinfragmente namens Beta-Amyloid (BA). Die Faserbündel bestehen aus verschlungenen Fasern eines mit Mikrotubuli verbundenen Proteins namens Tau und befinden sich in absterbenden Zellen. Es wird weiter erforscht, welche Rolle Plaques und Faserbündel bei AD spielen, wie sie die Signalübertragung zwischen Nervenzellen behindern und Zellen abtöten könnten.
1906 stellte der deutsche Psychiater und Neuropathologe Alois Alzheimer den Fall von Auguste Deter vor. Sie hatte zunächst im Alter von 51 Jahren Gedächtnisprobleme und entwickelte bald darauf Wahnvorstellungen und schwerere geistige Störungen. Die Autopsie zeigte, dass Deters Großhirnrinde (die Gehirnschicht, die für Gedächtnis, Denken und Sprache eine Rolle spielt) deutlich geschrumpft war und BA-Plaques sowie neurofibrilläre Faserbündel enthielt.
Heute wird AD meist anhand des Verhaltens des Patienten diagnostiziert. Moderne bildgebende Verfahren wie CAT, MRI und PET können eingesetzt werden, um nach anderen möglichen Ursachen einer Demenz zu suchen.
Die Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit ermöglicht eine Untersuchung auf BA- oder Tau-Proteine, die dabei helfen soll, die Krankheit bereits vor dem Auftreten der damit verbundenen Beschwerden zu diagnostizieren.
Die Alzheimer-Krankheit entwickelt sich meist nach dem 65. Lebensjahr. Eine Variante des Gens APOE wurde stark mit der Entstehung von AD in Verbindung gebracht.
Beschreibung des Artikelbildes: Der Schnitt durch ein gesundes Gehirn (links) und der Hirnschnitt eines Menschen mit Alzheimer-Krankheit (rechts) zeigen die ausgeprägte Schrumpfung der Großhirnrinde.
Im Artikel genannte historische Personen: Aloysius „Alois“ Alzheimer (1864–1915)
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Quellen
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