Erstes orales Medikament gegen Lungenkrebs mit EGFR-Exon-20-Mutation erhält FDA-Zulassung

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Bei Patienten mit den epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor (EGFR) betreffenden Exon-20-Insertions- (Einfügungs-) Mutationen und regional fortgeschrittenem oder metastatischem nichtkleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) erhielt das als Kapsel erhältliche Medikament Mobocertinib (Exkivity, Takeda) am 15. September 2021 von der FDA (US-Arzneimittelbehörde) die beschleunigte Zulassung.
Das Medikament ist für Patienten zugelassen, deren Erkrankung während oder nach einer Platin-basierten Chemotherapie fortgeschritten ist und bei denen ein FDA-zugelassener Test eine EGFR-Exon-20-Insertionsmutation nachgewiesen hat, also als Zweitlinienbehandlung.
EGFR-Exon-20-Insertionsmutation
Mobocertinib ist der erste orale Tyrosinkinasehemmer (TKI), der gezielt gegen diese Exon-20-Mutationen entwickelt wurde, die seltener sind als andere bei Lungenkrebs vorherrschende EGFR-Mutationen.
Mobocertinib ist bei der EGFR-Exon-20-Insertionsmutation das 2. Medikament mit FDA-Zulassung. Zuvor hatte die FDA am 21. Mai 2021 das Medikament Rybrevant mit dem Wirkstoff Amivantamab-vmjw für Patienten zugelassen, deren Tumoren eine EGFR-Exon-20-Insertionsmutation tragen.
EGFR-Exon20-Insertionsmutationen machen etwa 1-2% der NSCLC-Patienten aus und sind in asiatischen Bevölkerungen häufiger als in westlichen.

Die Studie, die zur FDA-Zulassung von Mobocertinib führte
Die neue Zulassung beruht auf einer einarmigen klinischen Phase-1/2-Studie mit 114 Patienten. Die vorgesehenen primären Endpunkte waren die objektive Ansprechrate und die Ansprechdauer. Alle Patienten hatten zuvor eine platinbasierte Chemotherapie erhalten, und die Mobocertinibdosis betrug täglich 160 mg.
- Nach Beurteilung eines unabhängigen Begutachtungskomitees zeigte Mobocertinib eine bestätigte objektive Ansprechrate von 28% und eine mediane Ansprechdauer von 17,5 Monaten.
- Das mediane Gesamtüberleben betrug 24 Monate und das progressionsfreie Überleben 7,3 Monate.
Zur Bestimmung der Eignung für Mobocertinib genehmigte die FDA den Next-Generation-Sequencing-(NGS)-Test Oncomine Dx Target Test von Thermo Fisher Scientific, der NSCLC-Patienten mit EGFR-Exon20-Insertionen identifiziert.
Ein NGS-Test ist für diese Patienten entscheidend gegenüber einem Test, der weniger als 50% der EGFR-Exon20-Insertionen nachweist und mittels Polymerase-Kettenreaktion (PCR) durchgeführt wird, da NGS genauere Diagnosen ermöglichen kann.
Die häufigsten (> 20%) Nebenwirkungen unter Mobocertinib waren Durchfall, Hautausschlag, Übelkeit, Stomatitis, Erbrechen, verminderter Appetit, Paronychie (Nagelwallentzündung), Müdigkeit, trockene Haut und Schmerzen des Bewegungsapparats.
Quellen
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