FDA lässt erstes orales Medikament gegen Phäochromozytom und Paragangliom zu: Belzutifan

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Am 14. Mai 2025 ließ die US-Arzneimittelbehörde FDA Belzutifan (Handelsname Welireg, Merck & Co.) zur Behandlung von Erwachsenen und pädiatrischen Patienten ab 12 Jahren mit lokal fortgeschrittenem, nicht resezierbarem oder metastasiertem Phäochromozytom oder Paragangliom (PPGL) zu.
Bemerkenswert ist diese Zulassung, weil sie bei Phäochromozytom oder Paragangliom erstmals eine orale Behandlungsoption ermöglicht.
Was sind Phäochromozytome und Paragangliome?
Phäochromozytome und Paragangliome entstehen aus dem Nervensystem und sind seltene, meist hormonproduzierende Tumoren. Phäochromozytome gehen von den Nebennieren aus; Paragangliome entstehen dagegen an anderen Orten mit Nervenzellen, etwa in Hals, Brustkorb oder Bauch. Diese Tumoren sind besonders mit einer übermäßigen Ausschüttung blutdruckregulierender Hormone wie Adrenalin verbunden und können schwere hypertensive Krisen verursachen. Unbehandelt können sie sowohl lokale Komplikationen als auch Fernmetastasen hervorrufen.

Die LITESPARK-015-Studie: Wirksamkeit von Belzutifan und Ergebnisse
Die FDA-Zulassung beruht auf LITESPARK-015, einer offenen klinischen Studie mit mehreren Kohorten. Kohorte A1 umfasste 72 Patienten mit messbarer Erkrankung und einem nicht resezierbaren oder metastasierten Phäochromozytom beziehungsweise Paragangliom.
Wichtigste Ergebnisse:
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Objektive Ansprechrate (ORR): 26% (95% KI: 17–38)
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Ansprechdauer (DOR): Median 20,4 Monate (95% KI: 8,3, nicht erreicht)
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Von 60 Patienten unter blutdrucksenkenden Medikamenten konnten 19 (32%) die Dosis mindestens eines Medikaments um 50% reduzieren; dies hielt mindestens 6 Monate an.
Nebenwirkungen:
Die häufigsten unter Belzutifan berichteten Nebenwirkungen waren:
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Anämie (Blutarmut) (83%)
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Müdigkeit (32%)
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Muskel- und Skelettschmerzen, Schwindel, Atemnot
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Erhöhte Leberenzyme, Kopfschmerzen, Übelkeit, Hypoxie sowie Störungen des Kalzium- und Kaliumhaushalts
Dosierung und Anwendung
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Für Erwachsene beträgt die empfohlene Dosis: 120 mg/Tag (oral)
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Für Kinder mit ≥40 kg: 120 mg/Tag
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Für Kinder mit <40 kg: 80 mg/Tag
Die Behandlung wird bis zur Krankheitsprogression oder bis zu einer nicht tolerierbaren Toxizität fortgesetzt.
Über Belzutifan (Welireg) und frühere FDA-Zulassungen
Belzutifan wurde als HIF-2α-Inhibitor und oraler zielgerichteter Wirkstoff entwickelt, der hypoxiebedingtes Tumorwachstum hemmt.
FDA-Zulassungen:
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13. August 2021 – Mit der Von-Hippel-Lindau-Krankheit (VHL) verbundene Tumoren
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14. Dezember 2023 – RCC (Nierenkrebs) mit Progression nach PD-1/PD-L1-Inhibitor + VEGF-TKI
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14. Mai 2025 – Phäochromozytom / Paragangliom (PPGL) → Erste Zulassung einer oralen Therapie
Wirkmechanismus:
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Durch Blockade der übermäßigen Aktivität des auf Hypoxie ansprechenden Proteins HIF-2α:
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verlangsamt es das Tumorwachstum
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hemmt es die Neubildung von Blutgefäßen
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unterdrückt es Überlebenswege der Tumorzellen
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Situation in der Türkei:
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In der Türkei besteht bisher keine Zulassung.
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Die Beschaffung aus dem Ausland ist mit Sondergenehmigung möglich.
Fazit und klinischer Kommentar
Bei seltenen, potenziell lebensbedrohlichen Tumoren wie Phäochromozytomen und Paragangliomen gilt die Zulassung eines oral anwendbaren zielgerichteten Wirkstoffs als wichtiger klinischer Fortschritt. Belzutifan zeichnet sich nicht nur durch Krankheitskontrolle, sondern auch durch günstige Effekte auf die Blutdruckregulierung aus.
Dieser Fortschritt stärkt die Rolle HIF-2α-gerichteter Therapien in der Krebsbehandlung und bietet besonders Patienten mit genetischer Veranlagung eine vielversprechende Option.
Quellen
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