Herz-Kreislauf-Auswirkungen der COVID-19-Impfungen: eine Studie mit 46 Millionen Menschen

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COVID-19-Impfungen werden weiterhin kontrovers diskutiert. Dabei kamen uns Impfstoffe in den schwierigsten Phasen der Pandemie zu Hilfe, als Krankenhäuser und Intensivstationen überfüllt waren. Trotz dieses wissenschaftlichen Erfolgs, der in kurzer Zeit Millionen Menschenleben rettete, wird heute eine breite Diffamierungskampagne gegen Impfungen geführt. Wissenschaftliche Daten zeigen jedoch, dass Impfungen nicht nur COVID-19 vorbeugen, sondern auch viele kardiovaskuläre Risiken verringern.
Laut einer im Juli 2024 in Nature Communications veröffentlichten großen Kohortenstudie senken die ersten Dosen von COVID-19-Impfstoffen insgesamt das Auftreten kardiovaskulärer Ereignisse, können in seltenen Fällen jedoch auch bestimmte Komplikationen verursachen.
Eine Studie mit 46 Millionen Menschen
COVID-19-Impfstoffe haben Millionen Leben gerettet, wurden aber auch mit einigen seltenen Nebenwirkungen in Verbindung gebracht. Für diese Studie wurden die Gesundheitsdaten von fast 46 Millionen Erwachsenen in England untersucht, um die kardiovaskuläre Sicherheit unterschiedlicher Impfdosen und Markenkombinationen zu bewerten. Insbesondere ging es um Zusammenhänge der ersten, zweiten und Auffrischungsdosen mit thrombotischen und kardiovaskulären Komplikationen.
Die wichtigsten Ergebnisse
- Thrombotische Ereignisse nehmen ab: Nach jeder Impfdosis sank die Häufigkeit arterieller thrombotischer Ereignisse wie akuter Myokardinfarkt (Herzinfarkt) und ischämischer Schlaganfall.
- Arterielle thrombotische Ereignisse nach der zweiten Dosis:
- Pfizer-BioNTech (BNT-162b2): 20% weniger (aHR: 0,80; 95% KI: 0,77–0,83)
- Moderna (mRNA-1273): 27% weniger (aHR: 0,73; 95% KI: 0,70–0,76)
- Arterielle thrombotische Ereignisse nach der zweiten Dosis:
- Weniger venöse thrombotische Ereignisse: Auch die Häufigkeit venöser thrombotischer Ereignisse wie Lungenembolie und tiefe Venenthrombose (TVT) sank nach der Impfung.
- Venöse thrombotische Ereignisse (Lungenembolie, TVT):
- Nach einer Auffrischungsdosis von Pfizer-BioNTech (BNT-162b2): 44% weniger (aHR: 0,56; 95% KI: 0,49–0,63)
- Nach einer Auffrischungsdosis von Moderna (mRNA-1273): 42% weniger (aHR: 0,58; 95% KI: 0,45–0,74)
- Venöse thrombotische Ereignisse (Lungenembolie, TVT):
- Seltene Komplikationen:
- Die erste Dosis des adenovirusbasierten Impfstoffs ChAdOx1 (AstraZeneca) wurde mit der seltenen „impfstoffinduzierten thrombotischen Thrombozytopenie“ (VITT) in Verbindung gebracht. Dieser Impfstoff wurde in der Türkei nicht eingesetzt.
- mRNA-Impfstoffe (BNT-162b2 [Pfizer-BioNTech] und mRNA-1273 [Moderna]) wurden insbesondere nach der ersten und zweiten Dosis selten mit Myokarditis und Perikarditis, also Entzündungen von Herzmuskel und Herzbeutel, in Verbindung gebracht.
- Diese Effekte traten besonders bei jungen Männern häufiger auf.
Folgerungen für Klinik und öffentliche Gesundheit
- Die kardiovaskulären Risiken einer COVID-19-Infektion selbst sind deutlich höher als die möglichen seltenen Nebenwirkungen der Impfstoffe. Deshalb sollten Impfprogramme für breite Bevölkerungsschichten unterstützt werden.
- Besonders für Risikogruppen, etwa Menschen mit chronischen Erkrankungen oder höherem Alter, könnten bessere Überwachungsmechanismen geschaffen werden.
- Seltene impfbedingte Komplikationen sollten regelmäßig überwacht werden. Zugleich ist angesichts der insgesamt schützenden Wirkung auf Herz und Gefäße die Bedeutung der Impfung hervorzuheben.
Die Studie unterstützt deutlich, dass Impfstoffe insgesamt kardiovaskulär sicher sind und die mit COVID-19 verbundenen Herz-Kreislauf-Risiken wirksam senken.
Quellen
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