„In Israel gibt es keinen Krebs“ – eine der größten Lügen der Geschichte!
Gesundheitstourismus ist eine wichtige Einnahmequelle Israels. Falschmeldungen wie „Gibt es in Israel keinen Krebs?“ oder „Israel hat Krebs geheilt“ nützen vor allem seiner Wirtschaft. Weniger bekannt, aber wirklich beachtenswert ist dagegen die Bedeutung, die Israel klinischen Studien zur Krebsbehandlung beimisst.

In diesem Artikel
In den letzten Jahren sehen wir zunehmend Lügen und Missbrauch im Krebsbereich. Im Alltag erleben wir ihre negativen Folgen für viele Patienten und Angehörige und beobachten traurig, wie auch das Vertrauen gesunder Menschen in die Wissenschaft tief erschüttert wird. Ein Teil wird aus kommerziellen Gründen verbreitet; vieles beruht unserer Ansicht nach auf Unwissenheit. Mit unseren Beiträgen möchten wir Sie anhand wissenschaftlicher Daten aufklären.
Bevor wir die Behauptung über angeblich fehlenden Krebs in Israel kommentieren, betrachten wir die Tatsachen:
2012 betrug die jährliche weltweite Krebsneuerkrankungsrate pro 100 Tausend Menschen 182. Bei Männern war sie höher als bei Frauen (205 je 100 Tausend Männer, 165 je 100 Tausend Frauen).
Mit jährlich 338 neuen Krebspatienten pro 100 Tausend Menschen hat Dänemark die höchste Krebshäufigkeit.
Israel, wo angeblich gar kein oder nur sehr wenig Krebs vorkommt, ist dagegen weltweit das Land mit der 19. höchsten Krebshäufigkeit; jährlich werden dort durchschnittlich unter 100 Tausend Menschen 283 neue Fälle festgestellt. Bei 8.5 Millionen Einwohnern werden in dem angeblich krebsfreien Israel jährlich 24 Tausend neue Krebsdiagnosen erwartet. Zudem unterscheiden sich die krebsbedingten Sterberaten zwischen Juden und Arabern in Israel nicht.
Tabelle: Krebsstatistik der Weltgesundheitsorganisation von 2012

Israels eigene Statistiken berichten für 2012 insgesamt 25.531 Krebsdiagnosen und im selben Jahr 10.640 krebsbedingte Todesfälle (Website der Israelischen Krebsgesellschaft „ICA-Israel Cancer Association“).
Statistisch wird geschätzt, dass von je 3 Israelis einer irgendwann im Leben eine Krebsdiagnose erhält.
Nach diesen Daten und eigenen Statistiken ist Israel weltweit das Land mit der höchsten Häufigkeit von Non-Hodgkin-Lymphomen (aggressivem Lymphdrüsenkrebs) am häufigsten. Auch bei der Sterblichkeit durch diese Lymphomform steht es an 2. Stelle. Außerdem finden sich Mutationen, die erblichen Brustkrebsverursachen, in BRCA1 und BRCA2 weltweit am häufigsten bei aschkenasischen Judenals entsprechender Gemeinschaft.
Wenig besprochen, aber wirklich beachtenswert ist Israels Wertschätzung für klinische Studien als Schwerpunkt. Gesundheitstourismus ist eine wichtige Einnahmequelle Israels. Viele Patienten, vor allem aus Russland, dem Nahen Osten und Europa, stärken seine Wirtschaft. Daneben sind Krebsstudien ein wichtiger Schwerpunkt. Klinische Studien bestimmen maßgeblich die Zulassung neuer Krebsmedikamente. Israel führt im Nahen Osten die meisten onkologischen Studien durch. Bei etwa 8 Millionen Einwohnern liefen 2017 im Krebsbereich 250 Studien; unser Land mit mehr als 70 Millionen Einwohnern lag mit 120 deutlich zurück.
Auch bei uns gewinnen Gesundheitstourismus und klinische Studien an Bedeutung. Inzwischen legen alle großen Krebszentren Wert auf beides und auf Studien verschiedener Krebsarten. Wir wünschen uns, dass die Türkei künftig zu den führenden Zentren des Gesundheitstourismus und klinischer Forschung gehört.
Zur Aussage, es gebe in Israel keinen Krebs: Wie die vorgelegten wissenschaftlichen Daten zeigen, ist sie eine LÜGE. Wer behauptet oder verbreitet, in Kuba oder Israel gebe es keinen Krebs, fördert bewusst oder unbewusst deren Gesundheitstourismus. Die Fähigkeiten unseres Landes in Krebsmedizin und Gesundheit können mit den fortschrittlichsten Ländern konkurrieren. Statt diesen Lügen zu folgen, sollten wir wissenschaftliche Forschung und klinische Studien für den Fortschritt unseres Landes betreiben und unser schönes Land sowie unsere Wissenschaftler stärker unterstützen.
Quellen
GLOBOCAN 2012 v1.1, Cancer Incidence and Mortality Worldwide: IARC CancerBase No. 11
Lyon, France: International Agency for Research on Cancer; 2014.
2. Israel Cancer Registy
en.cancer.org.il
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