Ist Lungenkrebsfrüherkennung möglich? Screening-Leitlinie 2017

In diesem Artikel
Eine zur Lungenkrebsfrüherkennung durchgeführte Computertomografie der Lunge mit niedriger Strahlendosis ist bei geeigneten Personen zum richtigen Zeitpunkt ein wichtiges lebensrettendes Früherkennungsverfahren. Eine Leitlinie empfiehlt, bei wem und unter welchen Bedingungen diese Untersuchung erfolgen sollte. Kürzlich wurde sie anhand neuer Belege zu Nutzen, Schaden und Anwendung erneut aktualisiert und von der American Society of Clinical Oncology (ASCO) vorgestellt.
Die Empfehlungen zur Lungenkrebsfrüherkennung lassen sich folgendermaßen zusammenfassen;
- Personen ohne Beschwerden, die auf Lungenkrebs hinweisen, also asymptomatische Menschen, im Alter von 55-77 Jahren mit mindestens 30 Jahren Tabakkonsum sollten jährlich eine Niedrigdosis-Computertomografie der Lunge (CT) erhalten, auch wenn sie innerhalb der letzten 15 Jahre mit dem Rauchen aufgehört haben.
- Bei asymptomatischen ehemaligen oder aktuellen Rauchern, die die genannten Kriterien hinsichtlich Alter und Rauchen nicht erfüllen, deren Lungenkrebsrisiko aber als hoch eingeschätzt wird, sollte keine jährliche Niedrigdosis-CT-Früherkennung erfolgen.
- Menschen mit weniger als 30 Jahren Tabakkonsum oder einem Alter unter 55 beziehungsweise über 77 Jahren oder einem Rauchstopp vor mehr als 15 Jahren und ohne hohes Lungenkrebsrisiko sollten keine Niedrigdosis-Lungen-CT erhalten.
- Bei Menschen mit schweren bestehenden Erkrankungen, bei denen eine Behandlung von Lungenkrebs im Frühstadium wenig wahrscheinlich oder die langfristige Lebenserwartung begrenzt ist, wird von einer Niedrigdosis-CT-Früherkennung abgeraten.
Früherkennungsuntersuchungen sind wichtig, um krebsbedingte Todesfälle zu senken. Ein günstiges Ergebnis der Niedrigdosis-Lungen-CT bei Menschen mit hohem Risiko bedeutet jedoch nicht, dass ihr bestehendes Risiko abgenommen hat. Tabak und andere Tabakprodukte zu meiden, nicht passiv mitzurauchen und sich weder Radongas noch anderen Chemikalien wie Asbest auszusetzen, sind Maßnahmen gegen lungenkrebsfördernde Faktoren. Es sollte daran erinnert werden, dass deren Vermeidung im Kampf gegen Krebs wesentlich wichtiger ist.

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Quellen
American Society of Clinical Oncology.
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