Kognitive Verhaltenstherapie 1963 – Psychologische Behandlung

Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) ist eine Therapieform mit Wurzeln in der Antike. Sie betont die Rolle von Denkfehlern bei der Entstehung negativer Gefühle. Der antike griechische Stoiker Epiktet schreibt im Enchiridion: „Nicht die Dinge beunruhigen die Menschen, sondern ihre Sicht auf die Dinge.“
In der KVT hilft der Psychotherapeut dem Patienten, Situationen und Umstände aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten, um seine Reaktionen und Gefühle zu verändern. Erkennt der Patient unangepasste oder unlogische Gedanken, können diese hinterfragt werden. Die daraus entstehenden günstigeren Verhaltensweisen helfen ihm, weiter zu lernen und eine hilfreichere Denkweise zu festigen. Häufig hält der Patient Ereignisse sowie die zugehörigen Gefühle und Gedanken in einem Tagebuch fest.
In den 1950er-Jahren prägte der amerikanische Psychoanalytiker Albert Ellis die Entwicklung der KVT, weil er den offenbar wenig wirksamen und indirekten Ansatz der klassischen Psychoanalyse ablehnte. Ellis wollte, dass Therapeuten sich darauf konzentrieren, für den Klienten ungünstige Denkmuster zu verändern. In den 1960er-Jahren wurde der amerikanische Psychiater und Psychoanalytiker Aaron Beck zur wichtigsten treibenden Kraft der modernen KVT.
Dass KVT bei zahlreichen Problemen helfen kann, wurde vielfach gezeigt:
- Depressionen
- Schlaflosigkeit
- Angststörungen
- Zwangsstörungen
- Posttraumatische Belastungsstörung
- Essstörungen
- Chronische Schmerzen
- Schizophrenie
Im Gespräch kann der Therapeut den Patienten bitten, einen Gedanken so umzuformulieren, dass er sich als Hypothese überprüfen lässt. Dadurch kann der Patient Abstand zu seiner Überzeugung gewinnen, sie objektiver prüfen und zu einer anderen Sichtweise gelangen. Beispielsweise könnte ein depressiver Mensch nach einem einzigen erfolglosen Vorstellungsgespräch verallgemeinernd schließen, dass er niemals eine Arbeit finden wird.
Bei Phobien und Zwängen lassen sich die Symptome manchmal durch eine schrittweise Konfrontation mit einem angstauslösenden Reiz verringern.
Menschen mit Depressionen können aufgefordert werden, kleine angenehme Aktivitäten zu planen, etwa mit einem Freund Kaffee zu trinken. Das verändert nicht nur das Verhalten, sondern kann auch dazu dienen, die Überzeugung oder Hypothese „Niemand verbringt gern Zeit mit mir“ zu überprüfen. Bei schweren psychischen Störungen kann KVT auch zusammen mit Medikamenten eingesetzt werden.
Erläuterung zum Beitragsbild: Mit KVT und einer kontrollierten, schrittweisen Konfrontation mit Spinnen kann ein Therapeut Arachnophobie häufig behandeln. Untersuchungen mit funktioneller Magnetresonanztomografie zeigen, dass KVT das Gehirn auf unterschiedliche hilfreiche Weise beeinflussen kann.
Im Beitrag erwähnte historische Persönlichkeiten: Epictetus (55–135), Albert Ellis (1913–2007), Aaron Temkin Beck (geb. 1921)
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