Mit Taillenumfang und Taille-Hüft-Verhältnis steigt das Krebsrisiko

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Weltweit hat sich der Anteil übergewichtiger und adipöser Erwachsener in den letzten 40 Jahren mehr als 2-fach erhöht. Ähnlich steigen die Zahlen bei Kindern und Jugendlichen. Unter krebsverursachenden Umwelteinflüssen ist Adipositas heute nach Rauchen die 2. wichtigste Ursache. Studien prognostizieren sogar, dass sie 2020 das Rauchen als wichtigste Krebsursache überholen wird.
Kürzlich veröffentlichte die bedeutende britische Fachzeitschrift British Journal of Cancer eine Metaanalyse zur Bedeutung des Lebensstils. Verglichen wurden allgemeine Adipositas und örtliche Fettansammlung, besonders am Bauch, hinsichtlich Krebsrisiko. Übermäßiges Bauchfett könnte mindestens so wichtig sein wie allgemeine Adipositas.
Kann Taillenumfang unabhängig von Adipositas ein Krebsrisiko sein?
In Europa wurden in 7 Ländern über 43 Tausend Menschen durchschnittlich 12 Jahre beobachtet; 1656 adipositasbedingte Krebsfälle traten auf. Untersucht wurden übergewichtsassoziierte Arten [postmenopausaler Brustkrebs, Dickdarm-, unterer Speiseröhren-, oberer Magenkrebs am Übergang zur Speiseröhre, Leber-, Gallenblasen-, Bauchspeicheldrüsen-, Gebärmutter-, Eierstock- und Nierenkrebs]. Proportionale Risikomodelle mit Body-Mass-Index VKİ, Taillen- und Hüftumfang sowie Taille-Hüft-Verhältnis wurden jeweils als getrennte Variablen analysiert.

Zusammenhang zwischen Übergewicht, örtlichem Fett und Krebs
Den Ergebnissen zufolge erhöhte eine Zunahme des zur allgemeinen Adipositasmessung verwendeten Body-Mass-Index (VKİ) bei allen 10 adipositasassoziierten Krebsarten das Risiko insgesamt um bis zu %11. Bei örtlicher Fettansammlung steigerten größerer Taillenumfang (WR) das Risiko um bis zu %13 und das Taille-Hüft-Verhältnis (WHR) um bis zu % 15. Diese Marker trugen somit zum Zusammenhang zwischen Adipositas und Krebs bei.
Übermäßiges Bauchfett war besonders mit Dickdarmkrebs (%15-21) und Brustkrebs nach der Menopause (durchschnittlich %20) verbunden.
Die Studie zeigt wertvollerweise, dass Adipositas mehr als bloßes Mehrgewicht ist und örtliches Fett sowie veränderte Körperform das Krebsrisiko steigern können. Wichtig ist auch die Betonung der Risikosenkung durch positive Lebensgewohnheiten. Zur Klärung biologischer Ursachen und genauerer Analysen sind jedoch weitere Untersuchungen über die bisherigen VKI-Krebsstudien hinaus erforderlich.

Quellen
Comparison of general obesity and measures of body fat distribution in older adults in relation to cancer risk: meta-analysis of individual participant data of seven prospective cohorts in Europe.
Br J Cancer . 2017 May
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