Neue Behandlungsoption bei metastasiertem kolorektalem Krebs – FDA-Zulassung für Fruquintinib

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Für erwachsene Patienten mit metastasiertem kolorektalem Karzinom (mKRK), die bereits eine fluoropyrimidin-, oxaliplatin- und irinotecanbasierte Chemotherapie, eine Anti-VEGF-Therapie und bei RAS-Wildtyp und medizinischer Eignung eine Anti-EGFR-Therapie erhalten hatten, wurde Fruquintinib (Fruzaqla, Takeda Pharma.) am 8. November 2023 von der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA zugelassen.
Wie wirkt Fruquintinib?
Fruquintinib ist ein oraler Tyrosinkinasehemmer zur Behandlung des metastasierten kolorektalen Karzinoms. Er richtet sich gegen Signalwege des vaskulären endothelialen Wachstumsfaktors VEGF, die für das Wachstum und die Ausbreitung von Krebszellen eine entscheidende Rolle spielen. VEGF ermöglicht die Bildung neuer Tumorblutgefäße, die Angiogenese, und damit die Versorgung und das Wachstum von Tumoren. Fruquintinib blockiert VEGF-Rezeptoren und unterdrückt dadurch diesen Prozess. So begrenzt es das Tumorwachstum und vermindert die Fähigkeit der Krebszellen, Metastasen zu bilden. Über diesen Mechanismus wird Fruquintinib insbesondere zur Kontrolle metastasierter kolorektaler Krebszellen eingesetzt, die gegen andere Behandlungen resistent sind.
FDA-Zulassung durch die Studie FRESCO-2
Die Wirksamkeit wurde in den Studien FRESCO-2 und FRESCO untersucht.
FRESCO-2 war eine internationale, multizentrische, randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie mit 691 Patienten mit mKRK. Ihre Erkrankung war nach einer fluoropyrimidin-, oxaliplatin- und irinotecanbasierten Chemotherapie, einer biologischen Anti-VEGF-Therapie, bei RAS-Wildtyp einer biologischen Anti-EGFR-Therapie und mindestens einer Behandlung mit Trifluridin/Tipiracil oder Regorafenib fortgeschritten.
Die in China durchgeführte multizentrische, placebokontrollierte FRESCO-Studie untersuchte 416 Patienten mit metastasiertem kolorektalem Karzinom, deren Erkrankung nach einer fluoropyrimidin-, oxaliplatin- und irinotecanbasierten Chemotherapie fortgeschritten war.
In beiden Studien wurden die Patienten im Verhältnis 2:1 randomisiert. Sie erhielten während der ersten 21 Tage jedes 28-tägigen Zyklus entweder einmal täglich 5 mg Fruquintinib oral oder Placebo, jeweils zusammen mit bestmöglicher unterstützender Behandlung.
Die Behandlung erfolgte bis zur Krankheitsprogression oder bis zu nicht akzeptabler Toxizität.
Der wichtigste Wirksamkeitsendpunkt beider Studien war das Gesamtüberleben.
Ergebnisse
- In FRESCO-2 betrug das mediane Gesamtüberleben unter Fruquintinib 7,4 Monate (95% KI: 6,7, 8,2), gegenüber 4,8 Monaten unter Placebo (95% KI: 4,0, 5,8; HR 0,66 [95% KI: 0,55, 0,80], p-Wert < 0,001).
- In FRESCO betrug das mediane Gesamtüberleben in den jeweiligen Behandlungsarmen 9,3 Monate (95% KI: 8,2, 10,5) und 6,6 Monate (95% KI: 5,9, 8,1; HR 0,65 [95% KI: 0,51, 0,83], p-Wert < 0,001).
Die häufigsten Nebenwirkungen, die bei mehr als 20% der Patienten berichtet wurden, waren Bluthochdruck, palmoplantare Erythrodysästhesie, Proteinurie, Dysphonie, Bauchschmerzen, Durchfall und Asthenie.
Die empfohlene Dosis Fruquintinib beträgt einmal täglich 5 mg oral, mit oder ohne Nahrung, während der ersten 21 Tage jedes 28-tägigen Zyklus bis zur Krankheitsprogression oder bis zu nicht akzeptabler Toxizität.
Quellen
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