Pembrolizumab erhielt die FDA-Zulassung als Immuntherapie für alle Tumoren mit hoher Tumormutationslast

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Am 16. Juni 2020 erteilte die US-amerikanische Arzneimittelbehörde (FDA) für Erwachsene und pädiatrische Patienten mit nicht operierbaren oder metastasierten soliden/festen Tumoren mit einer Tumormutationslast hoher Ausprägung (TMB-H) [TMB ≥10 pro Megabase] eine beschleunigte Zulassung für pembrolizumab (Keytruda) als Immuntherapie-Medikament. Für diese Anwendung von Pembrolizumab muss die Tumormutationslast (TMB) mit einem von der FDA zugelassenen Test bestimmt werden. Die Krebserkrankung muss nach einer vorherigen Behandlung fortgeschritten sein, und es dürfen keine zufriedenstellenden alternativen Behandlungsmöglichkeiten bestehen.
Gleichzeitig genehmigte die FDA auch den FoundationOneCDx-Test als begleitenden TMB-Test für Pembrolizumab.
Die klinische Studie hinter der FDA-Zulassung von Pembrolizumab bei Tumoren mit hoher TMB
Die Wirksamkeit von Pembrolizumab wurde in der multizentrischen, nicht randomisierten, offenen klinischen Studie namens KEYNOTE-158 untersucht. Dazu erfolgte eine prospektiv geplante retrospektive Analyse von 10 Patientengruppen mit vorbehandelten, nicht operierbaren oder metastasierten soliden/festen TMB-H-Tumoren. Die Patienten erhielten alle 3 Wochen 200 mg Pembrolizumab bis zu nicht vertretbaren Nebenwirkungen oder einer dokumentierten Krankheitsprogression.
Bei Patienten, die mindestens eine Dosis Pembrolizumab erhalten hatten, waren die durch eine verblindete unabhängige zentrale Überprüfung bewerteten Gesamtansprechrate und Ansprechdauer die Hauptwirksamkeitsmaße.
Ergebnisse der Studie
- Insgesamt 102 Patienten (13%) hatten als TMB-H definierte Tumoren mit TMB ≥10 mut / Mb.
- Bei diesen Patienten betrug die Gesamtansprechrate 29%, mit 4% vollständigem und 25% partiellem Ansprechen.
- Von diesen 102 Patienten hatten 34,3% kleinzelligen Lungenkrebs, 16,2% Gebärmutterhalskrebs, 15,2% Endometriumkrebs und 14,1% Analkrebs; die übrigen 20% hatten andere Krebsarten.
- In der TMB-Gruppe mit nicht hohen Werten hatten 12,7% ein Mesotheliom, 12,3% neuroendokrinen Krebs, 12% Speicheldrüsenkrebs und 10,3% Endometriumkrebs.
- Bei den Patienten mit TMB-H war zum Zeitpunkt der Analyse von Pembrolizumab die mediane Ansprechdauer noch nicht erreicht.
- Eine Ansprechdauer von ≥12 Monaten wurde bei 57% der Patienten erreicht, eine Dauer von ≥24 Monaten bei 50%.

Die bei den in KEYNOTE-158 aufgenommenen Patienten mit TMB‑H-Krebs aufgetretenen Nebenwirkungen waren denen bei Patienten mit anderen soliden Tumoren ähnlich, die Pembrolizumab als Einzelwirkstoff erhielten. Am häufigsten waren Müdigkeit, Schmerzen des Bewegungsapparats, verminderter Appetit, Juckreiz, Durchfall, Übelkeit, Hautausschlag, Pyrexie/Fieber, Husten, Atemnot, Verstopfung, Schmerzen und Bauchschmerzen. Pembrolizumab wird mit Pneumonitis, Kolitis, Hepatitis, Endokrinopathien, Nephritis und Hautallergien als immunvermittelten Nebenwirkungen in Verbindung gebracht.
Bei soliden TMB-H-Tumoren hat Pembrolizumab folgende empfohlene Dosis: 200 mg alle 3 Wochen oder bei Erwachsenen 400 mg alle 6 Wochen; bei pädiatrischen Patienten alle 3 Wochen 2 mg / kg (bis maximal 200 mg).
Quellen
fda.gov - 16. Juni 2020.
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